Industrie 4.0

Die massive Globalisierung stellt die deutsche Produktionstechnik – und damit das Gütesiegel "Made in Germany" – vor völlig neue Herausforderungen. Diesen zu begegnen und im eigenen Sinne mitzugestalten, war die Motivation der Bundesregierung, 2013 die Großoffensive "Industrie 4.0" ins Leben zu rufen. Damit verknüpft ist die Hoffnung, die zunehmende Digitalisierung und Virtualisierung des Lebens auch und gerade für komplexe Produktionsprozesse nutzbar zu machen und damit eine Art "4. Industrielle Revolution" zu bewerkstelligen.

Ob eine solche Bezeichnung berechtigt ist oder nicht, mögen kommende Generationen entscheiden. Unbestrittene Tatsache ist, dass sich an der Beherrschung und Durchdringung neuer Technologien die Zukunft für den Produktionsstandort Deutschland in den nächsten Jahren entscheiden wird. Dies gilt umso mehr, da sich Deutschlands guter Stand im europäischen und weltweiten Wettbewerb vor allem technologischem Know-How und einem hohen Automatisierungsgrad verdankt. Automatisierungsprozesse sind aber klassisch eher starr, während das Paradigma einer modernen Fertigung ein hohes Maß an Individualität, Flexibilität und Rekonfigurierbarkeit einfordert.

Als Weiterentwicklung der in den 70er Jahren eingeführten elektronischen Steuerung erleben wir heute immer mehr eine komplexe Vernetzung zwischen Maschinen, Werkstücken, Produkten, Transporteinheiten und Computern. Voraussetzung für diese Entwicklung ist das "Internet of Things" – ein cyber-physisches Netz aus intelligenten Objekten, die fähig sind, miteinander zu kommunizieren.

Als Ingenieurinnen und Ingenieure der Elektro- und Informationstechnik beschäftigen uns am Fachbereich neben dem "Internet of Things" vor allem die Ethernet- und IP-basierte Feldbuskommunikation, die Simulation und virtuelle Inbetriebnahme von Fertigungseinrichtungen sowie die "Robotik". Vor allem die beiden Vertiefungsbereiche Informations- und Kommunikationstechnologie (KT) und Automatisierungstechnik (AUT) des Bachelorstudiengangs "Elektrotechnik und Informationstechnik" vermitteln die notwendigen Grundlagen. Die Arbeit an studentischen Projekten und an Forschungsprojekten bietet die Möglichkeit zu vereinzelten thematischen "Tiefenbohrungen".

Eine stärkere Verankerung der Trägertechnologien für Industrie 4.0 ist in einem zukünftigen Master-Vertiefungsbereich namens "Robotik und Automation" zu erwarten.

Aktuelle Lehrveranstaltungen mit Bezug zu Industrie 4.0 am Fachbereich Elektrotechnik und Informationstechnik sind:

  • Kommunikationssysteme 1 & Kommunikationssysteme 2
  • Computernetzwerke 1 & Computernetzwerke 2
  • Industrielle Kommunikation
  • Steuerungstechnik 1 & Steuerungstechnik 2
  • Themen der Automatisierungstechnik