Die Hochschul-Frauenbeauftragten haben den gesetzlichen Auftrag (§1 HGlG, §5 HHG, §15 Grundordnung der THM), sich für die Antidiskriminierung von Frauen an der Hochschule einzusetzen und für die Rechte von betroffenen Frauen einzutreten. Weibliche Beschäftigte und Studentinnen können sich vertraulich an die zentralen sowie an die dezentralen Frauenbeauftragten in den Fachbereichen wenden. Die Kontaktdaten der zentralen und dezentralen Frauenbeauftragten der THM sind auf der Homepage der Frauenbeauftragten unter der Rubrik "Team" hinterlegt.

Maßnahmen an der THM zur Verhinderung von Gewalt und sexueller Belästigung

Im Frauenförderplan 2014-2020 (Punkt 5.2 - Maßnahmen zur Verhinderung von Gewalt und sexueller Belästigung) der THM bekennt sich die Hochschule zu folgenden Leitsätzen:

"Im Rahmen ihres Zuständigkeitsbereiches und ihrer Möglichkeiten übernimmt die THM die Verantwortung dafür, dass die Persönlichkeitsrechte aller Hochschulangehörigen unabhängig von Geschlecht, ethnischer oder sozialer Herkunft, Aussehen, Alter, Behinderung, sexueller Orientierung oder geschlechtlicher Identität, Religion oder Weltanschauung respektiert und geschützt werden.

Alle Hochschulangehörigen tragen dazu bei, dass die THM ein von Toleranz, Offenheit, Chancengleichheit und gegenseitigem Respekt geprägter Arbeitsplatz und Studienort ist und bleibt.

Betroffene werden ermutigt, ihre Rechte wahrzunehmen und über erlebte Fälle von Diskriminierung, sexueller Belästigung, Gewalt, Stalking oder Mobbing zu berichten, sich beraten zu lassen und zu beschweren.

Mitglieder der THM mit Personalverantwortung und/oder mit Leitungs-, Ausbildungs- und Qualifizierungsfunktionen in Lehre, Forschung, Verwaltung und Selbstverwaltung haben die Pflicht, durch ihr Verhalten und geeignete präventive Maßnahmen dazu beizutragen, dass der wertschätzende und diskriminierungsfreie Umgang miteinander gefördert und die Integrität aller Beschäftigten und Studierenden respektiert wird. Sie haben Sorge dafür zu tragen, dass Abhängigkeitsverhältnisse im Studium sowie am Ausbildungs- und Arbeitsplatz nicht ausgenutzt werden.

Hinweisen auf Fälle von Diskriminierung, sexueller Belästigung, Gewalt, Mobbing und Stalking ist nachzugehen, Betroffene sind zu beraten und zu unterstützen bzw. ihnen ist entsprechende Hilfe zu vermitteln, um nach Lösungsmöglichkeiten zu suchen, ggf. auch unter Inanspruchnahme interner und externer Fachkompetenz und Beratungsstellen."

Maßnahmen

Sensibilisierungsmaßnahmen zu Antidiskriminierung gemäß Frauenförderplan sollen vom Referat für Personalentwicklung angeboten werden.

Der Erlass zur geschlechtergerechten Sprache wird als verbindliche Vorgabe an der THM umgesetzt und nachgehalten.

Für Studentinnen bietet das Gleichstellungsbüro semesterweise Workshopangebote zu Empowerment (Rhetorik, Selbstbehauptung) und Selbstverteidigung (OSD-Offensive Self-Defense) an.

Die AG Chancengerechtigkeit (Zusammenarbeit Frauenbeauftragte, IO-Sachgebiet Interkulturelle Öffnung/BIKO, Vertretung für Studierende mit gesundheitlichen Einschränkungen) entwickelt Vorschläge für:

  • einen "Code of Conduct" und eine Leitbildergänzung, um die Wertschätzung von Vielfalt als eine wichtigen Teil der THM-Hochschulkultur sichtbar zu machen.
  • hat gemeinsam den THM Beitritt zur "Charta der Vielfalt" beantragt.
  • eine Antidiskriminierungsrichtlinie samt Handlungsleitfaden in Anlehnung an die HMWK-Musterrichtlinie zur Antidiskriminierung und zum Beschwerdemanagement im Bereich der Studierenden.

Was ist sexuelle Diskriminierung?

Eine besondere Form der Diskriminierung, Bedrohung und Gewalt ist jedes sexuell gefärbte Verhalten, das Betroffene für unerwünscht erklären oder das allgemein als unerwünscht gilt. Individuelle Persönlichkeitsgrenzen müssen hierbei berücksichtigt werden. Zu einem solchen die Würde von Personen verletzenden Verhalten zählen insbesondere:

  • Diskriminierung, Einschüchterung und Bedrohung von Frauen vor dem Hintergrund unterschiedlicher religiöser Moralvorstellungen und eines unterschiedlichen  geschlechterbezogenen Rollenverständnisses
  • Verbale, schriftliche und bildliche Präsentation obszöner, sexuell herabwürdigender Inhalte oder Darstellungen sowie obszöne und sexuell herabwürdigende Schmierereien
  • Das Nutzen, Zeigen, Kopieren oder Anwenden obszöner, sexuell herabwürdigender Computerprogramme und Internetseiten
  • Sexuell herabwürdigender Sprachgebrauch sowie entpersonalisierende Bemerkungen über Personen
  • Aufforderung zu sexualisiertem oder sexuellem Verhalten
  • Verfolgung oder Nötigung mit (auch indirektem) sexuellem Hintergrund
  • Körperliche Übergriffe und Vergewaltigung.

Sollten Sie als Frau an der THM von sexueller Diskriminierung betroffen sein, können Sie sich jederzeit vertrauensvoll an die zentralen oder dezentralen Frauenbeauftragten wenden. Wir sind zur Verschwiegenheit verpflichtet und werden Sie individuell beraten und unterstützten.

Weiterführende Informationen:

"Was tun bei sexueller Belästigung am Arbeitsplatz?"
Leitfaden für Beschäftigte, Arbeitgeber und Betriebsräte der Antidiskriminierungsstelle des Bundes (März 2016).

"Sexistische Diskriminierung und sexuelle Belästigung – Informationen und Gegenstrategien"
Broschüre des "freier zusammenschluss von studentInnenschaften (fzs) e.V." (Mai 2007).

"Grundsatzpapier zu Sexualisierter Diskriminierung und Gewalt an Hochschulen"
Grundsatzpapier der Bundeskonferenz der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten an Hoschulen (BuKoF, September 2016).

"Medizinischen Soforthilfe nach Vergewaltigung" in Gießen
Flyer der Beratungsstelle Frauennotruf Frankfurt (2016). Weitere Informationen finden Sie bei der Stadt Gießen.

"Medizinische Soforthilfe nach Vergewaltigung" im Wetteraukreis
Flyer der Beratungsstelle Frauennotruf Frankfurt. Weitere Informationen finden Sie beim Frauennotruf-Wetterau.