Prof. Dr. Bopp-Stiftung

Die Prof. Dr. Dieter Bopp Stiftung fördert jährlich Studierende des Fachbereichs Wirtschaftsingenieurwesen an der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM). Zu diesem Fachbereich gehört auch das FernStudienZentrum.

Anträge auf Förderung können in der Regel bis zum 31.03., bzw. bis zum 31.10. eines Jahres eingereicht werden. Bitte beachten Sie die pdf-Datei zur Ausschreibung.


Prof. Dr. Dieter Bopp
(3. Mai 1929 - 14. Januar 1998)

Professor an der damaligen Fachhochschule Gießen-Friedberg von 1972 - 1991.

Einrichtung der Stiftung als rechtsfähige Stiftung des bürgerlichen Rechts am 14. März 2001.

Vorstand der Stiftung:

  • Dr. Giesela Bopp (Vorstandsvorsitzende)
  • Prof. Dr. Wolfgang Arnold
  • Prof. Dr.-Ing. Klaus Schuchard

Stifterportrait und Motivation

Pressefoto Bopp

Dieter Bopps Leben war gekennzeichnet durch Anstrengung und Anspannung, die Ziele, die er sich selbst setzte, zu erreichen und die Aufgaben, denen er sich widmete, vollkommen zu erfüllen.

1929 in Leipzig geboren gehörte Dieter Bopp zu einer Schülergeneration, die 1945 zum Volkssturm verpflichtet wurde. Als 15-jähriger erlebte er die letzten Kämpfe und Wirren des Krieges in Thüringen.

1946 nimmt die sowjetische Besatzungsmacht auch Verhaftungen unter Jugendlichen vor, Mitschüler und Klassenkameraden verschwinden in den Kellern des NKWD, der sowjetischen Geheimpolizei. Um diesem Schicksal (Sibirien, Arbeitslager) zu entgehen, verlässt Dieter Bopp Eltern und Geschwister und schlägt sich nach Westen durch. Im Mai 1946 erreicht er mit einem Rucksack, in dem sich auch Schulbücher befinden, das Lager Friedland in der britischen Zone. Von dort wird er einem Bauern in der Nähe Einbecks als Hilfskraft zugewiesen. Er erkämpft sich den Zuzug in die Stadt Einbeck und die Erlaubnis, die Abschlussklassen des Einbecker Gymnasiums besuchen zu dürfen.

Auf sich allein gestellt ist er nun im Alter von siebzehn Jahren für seine materielle Existenz (Essen, Wohnen, Heizung, Kleidung) und sein schulisches Fortkommen voll verantwortlich. Diese Beslastungen führen ihn an die Grenzen seiner physischen und psychischen Kräfte. Er schafft es, sich zu erhalten, alle Schwierigkeiten zu meistern, versäumtes Wissen aufzuholen und besteht im März 1948 die Reifeprüfung.

Ein Studienplatz zu bekommen erscheint jedoch in dieser Zeit der Überfüllung der Hochschulen aussichtslos. Die Währungsreform in den Westzonen verteuert das Leben, die Grenze zwischen West und Ost wird immer dichter und somit die Trennung von Eltern und Geschwistern in Leipzig immer ausschließlicher. Dieter Bopp überlebt die nächsten Jahre als Gelegenheitsarbeiter, als Hilfsschlosser auf Montage bei schwerer körperlicher Arbeit. Seinen Wunsch, einmal ein Studium beginnen zu können, gibt er nicht auf, so verwegen und lächerlich es vielen auch erschienen sein mochte.

1952 erreicht er die Immatrikulation an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen in der Fakultät für Maschinenbau und Elektrotechnik. Er finanziert sein Studium als "Werkstudent" (Gelegenheitsjobs, Aushilfskellner, Erteilen von Privatstunden), teilweise unterstützt durch Studienbeihilfen.

Gegen Ende seiner Studienzeit gewährt ihm eine Hilfsassistentenstelle einigermaßen Sicherheit. 1957 legt er die Prüfung zum Diplom-Ingenieur (Fachrichtung Maschinenbau) mit Gesamturteil "Gut bestanden" ab. Die anschließende Tätigkeit in der Industrie bringt Dieter Bopp gesellschaftliche Anerkennung, Erfolg und ein für die damailge Zeit hohes Einkommen.

Dieter Bopp empfindet jedoch seine bisher erworbene Bildung immer stärker als ergänzungbedürftig, seinen absolvierten Ausbildungsgang als zu eng und beschränkt und so entscheidet er sich 1963, das erarbeitete Geld für ein Zweitstudium zu verwenden. Er geht nach Frankreich, perfektioniert seine französischen Sprachkenntnisse, studiert an der Universität Paris Wirtschaft und Politik und erwirbt mit einer Dissertation und der öffentlichen Verteidigung der Thesen 1968 den Titel "Docteur de l'Université de Paris". Als beste Arbeit des Jahres wird Dieter Bopps Dissertation "L'évolution de la comptabilité analytique chez Erich Schneider" mit dem Preis der Faculté de Droit et desSciences Économiques ausgezeichnet.

Nach mehrjähriger Tätigkeit in den Bereichen Absatzforschung und Beratung wird Dieter Bopp 1972 vom Kultusminister des Landes Hessen als Fachhochschullehrer an die Fachhochschule Giessen-Friedberg berufen. Im April 1972 tritt er seine Professur im Fachbereich Betriebstechnik und Arbeitswissenschaft an der Fachhochschule Gießen-Friedberg an.

Der Studiengang baut auf ein maschinenbaulich orientiertes Grundstudium auf und stellt im Hauptstudium neben der Produktionswirtschaft und Fertigungstechnik betriebswirtschaftliche und organisatorische Studieninhalte in den Mittelpunkt. Professor Bopp vertritt die Studienschwerpunkte Betriebswirtschafts- und Industriebetriebslehre und prägt sie nachhaltig.

Schon früh hat sich Dieter Bopp dafür eingesetzt, dass ein Ingenieur - insbesondere dann, wenn er später Managementaufgaben übernehmen will - zusätzlich über fundiertes betriebswirtschaftliches Wissen verfügen muss. Im Rahmen seiner Tätigkeit im Ausschuss für Lehr- und Studienangelegenheiten tritt er daher vehement für eine Stärkung der betriebswirtschaftlichen Studieninhalte im Fachbereich ein.

In den späten 70er Jahren ist er maßgeblich an der Ausgestaltung des Studienganges Produktionstechnik und dem Aufbau des Studienganges Wirtschaftsingenieurwesen beteiligt. In diesem Zusammenhang ist besonders sein Engagement bei der Ausgestaltung der Studieninhalte und deren prüfungsrechtlicher Verankerung hervorzuheben. Der Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen wird erstmals im Wintersemester 1981/82 an der Fachhochschule Gießen-Friedberg angeboten und entwickelt sich seitdem zu einem der stärksten der Fachhochschule.

Professor Bopp engagiert sich immerwährend für die Weiterentwicklung und Anpassung des Studienganges Wirtschaftsingenieurwesen und orientiert sich dabei an den veränderten Rahmenbedingungen in Wirtschaft und Wissenschaft.

Aufgrund seiner persönlichen Entwicklung, seiner sensiblen und dennoch kämpferischen Persönlichkeit vertritt Dieter Bopp seine Ideen und Überzeugungen gegenüber seinem Umfeld nachdrücklich. Im Fachbereich gilt er als präziser und differenzierter Denker, dessen fachlicher Rat sowohl in Studien-, Prüfungs- als auch Berufungsangelegenheiten geschätzt und oft gesucht wird. Er ist viele Jahre als Mitglied des Prüfungs- und des Berufungsausschusses sowie im Ausschuss für Lehr- und Studienangelegenheiten engagiert tätig.

Die Lehrtätigkeit an der Fachhochschule Gießen-Friedberg, die sich über fast zwanzig Jahre erstreckt, wird zur eigentlichen Lebensaufgabe Dieter Bopps. Er verschreibt sich ihr mit großem Elan und mit allen seinen Kräften. Er ist ein anspruchsvoller, fordernder, aber auch die Studierenden umfassend fördernder Hochschullehrer. Nie hat er den eigenen harten Existenzkampf als Schüler und Student in der unmittelbaren Nachkriegszeit vergessen. Er kümmert sich um finanzielle Hilfen und um die Vergabe von Stipendien, er verwaltet die BAFÖG–Förderung. Zu den Studiengängen Wirtschaftsingenieurwesen und Produktionstechnik konzipiert und veröffentlicht er als einer der Ersten der Fachhochschule eine in vorbildlicher Weise strukturierte und gestaltete Schriftenreihe, die den Studierenden die Aneignung der Vorlesungsinhalte erleichtern soll:

BWL / IBL - Skriptenreihe, Bad Nauheim 1985
Dieter Bopp: Einführung in die Betriebswirtschaftslehre.
Dieter Bopp: Einführung in die Industriebetriebslehre (1).
Dieter Bopp: Einführung in die Industriebetriebslehre (2).
Dieter Bopp: Einführung in die Produktionstheorie.
Dieter Bopp: Einführung in die Kostentheorie.
Dieter Bopp: Einführung in die Netzplantechnik.

Die BWL / IBL – Skriptenreihe ist aus Vorlesungen und Übungen entstanden, die an der Fachhochschule Gießen-Friedberg für Studenten der Studiengänge Wirtschaftsingenieurwesen und Produktionstechnik gehalten wurden. Im Vordergrund steht die didaktische Aufbereitung des Stoffes. Den Studenten soll so eine schnelle Einarbeitung in die jeweiligen Stoffgebiete ermöglicht werden. Die Skripten sind nicht Ersatz, sondern Ergänzung für die entsprechenden Vorlesungen.

Schon im Jahr 1989 hat Dieter Bopp Überlegungen zu Möglichkeiten angestellt, mit einem Vermächtnis begabte und förderungswürdige Studenten zu unterstützen. Er nimmt Kontakt mit dem Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft in Essen auf und verfügt 1992 in seinem Testament die Gründung einer Stiftung zugunsten Studenten der FH Gießen-Friedberg und der RWTH Aachen.

Aus eigenen Erfahrungen während seiner Schüler- und Studentenzeit wusste er, wie notwendig, ja unabdingbar uneigennützige finanzielle Zuwendungen für begabte junge Menschen sind, deren Bildungs- und Ausbildungschancen durch Herkommen und Schicksalsschläge beeinträchtigt werden. Ihm war klar, dass er selbst bei all seinem Fleiß, seiner Willenskraft, seiner Unbeirrbarkeit und Zähigkeit ohne private Hilfe hätte scheitern müssen. So erschien ihm die Errichtung einer Stiftung auch als Akt und Ausdruck der Dankbarkeit für ehemals selbst empfangene Hilfe.

Aus seiner Verantwortung als Hochschullehrer heraus war es ihm auch immer ein besonderes Anliegen, das Ausbildungsniveau der Studierenden zu sichern und – wenn möglich – zu heben. Es bereitete ihm wachsende Sorge, im Laufe der Jahre bei den Studierenden einen kontinuierlichen Leistungsabfall feststellen zu müssen. Die Formulierung einer Anzeige des Stifterverbandes in der Tagespresse 1997 "Wann fällt Deutschland durch’s Examen?" entsprach seinen Befürchtungen exakt. Diesem Abwärtstrend wollte er in seinem Bereich auch nach seinem Ableben entgegenwirken.

Aus ökonomisch-finanzieller Sicht erschienen ihm seine hart erarbeiteten und durch eine bescheidene Lebensführung ersparten Geldmittel, die 1982 in den Kauf eines Privathauses geflossen waren, am besten und sichersten in einer Stiftung aufgehoben zu sein, denn sie würden so "ewig" existieren und in Form von Erträgen zeitlich unbegrenzt in dem von ihm bestimmten Sinne "Gutes" und "Förderliches" bewirken.

Stiftungszweck

Der Stiftungszweck ist die Förderung der Studiengänge "Wirtschaftsingenieurwesen und/oder Produktionstechnik" oder deren Nachfolgestudiengänge an den Ausbildungsstätten Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen und Technische Hochschule Mittelhessen - Bereich Friedberg, wobei die Förderung aus der Stiftung den Studierenden der vorgenannten Studiengänge an den beiden Ausbildungsstätten zugute kommen soll.

Förderschwerpunkte

Der Stiftungszweck wird insbesondere verwirklicht durch:

  • die Unterstützung von Studierenden für Ausbildungszwecke,
  • die Gewährung von Beihilfen für Studienkosten besonders bei Auslandsaufenthalten sowie höherqualifizierenden Studien nach dem ersten Studienabschluss,
  • die Förderung von anwendungsorientierten, fachübergreifenden wissenschaftlichen Arbeiten, Veranstaltungen und Forschungsvorhaben,
  • die Förderung von Maßnahmen und Institutionen, die die Entwicklung beider Fachbereiche und die beruflichen Perspektiven der Studierenden positiv beeinflussen, wie zum Beispiel Forschungs-, Ausbildung- und Weiterbildungsprojekte, deren Erkenntnisse der Allgemeinheit zugänglich sind und von ihr genutzt werden können.

Vergabe der Fördermittel

Über die Vergabe der Stiftungsmittel entscheidet der Vorstand der Stiftung aufgrund von Anträgen und Vorschlägen aus dem Fachbereich Wirtschaftingenieurwesen der Technischen Hochschule Mittelhessen sowie den Fachbereichen Wirtschaftsingenieurswesen und Produktionstechnik der RWTH Aachen.

Die Geldzuwendungen werden als Zuschüsse oder verzinsliche bzw. unverzinsliche Darlehen gewährt.

Die Auschreibung für Förderung durch die Dieter Bopp-Stiftung können Sie sich als PDF herunterladen. Sie finden den Antrag in der nebenstehenden gelben Box.

Kontakt zur Prof. Dr. Bopp-Stiftung

Ansprechpartner: Prof. Dr. Wolfgang Arnold und Prof. Dr.-Ing. Klaus Schuchard

Adresse:
Wilhelm-Leuschner-Straße 13
61169 Friedberg / Hessen
Deutschland
Telefon: +49 6031 604 523
Fax:       +49 6031 604 191

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