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Startschuss für Anwenderzentrum Medizintechnik

Startschuss für Anwenderzentrum MedizintechnikFür 8,5 Millionen Euro erhält die Fachhochschule Gießen-Friedberg ein Anwenderzentrum Medizintechnik. Der Neubau wird aus Mitteln des hessischen Hochschulbauprogramms Heureka sowie aus Fördermitteln des Hessischen Wirtschaftsministeriums und der Europäischen Union finanziert. In der Gießener Gutfleischstraße entstehen auf einer Fläche von 1350 Quadratmetern Labore und Büroflächen, die je zur Hälfte von jungen Unternehmen der Medizintechnik und für Kooperationsprojekte zwischen Fachhochschule und Wirtschaft genutzt werden sollen.

„Der Bau des Anwenderzentrums Medizintechnik bietet die Chance, den Austausch von der Forschung und Wissenschaft hin zu den Unternehmen und der Wirtschaft in der Region weiter voranzutreiben und damit den gesamten Standort Mittelhessen zu stärken“, sagte die Hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst, Eva Kühne-Hörmann, anlässlich des ersten Spatenstichs. „Bereits heute ist Mittelhessen ein bundesweit bedeutender Standort der Medizin und Medizintechnik. Der Bau des Anwenderzentrums wird neue Impulse setzen und dem Technologietransfer zusätzlichen Schub verleihen.“

Für FH-Präsident Prof. Dr. Günther Grabatin gewinnt die Kooperation zwischen Hochschule und regionaler Wirtschaft in der Medizintechnik eine neue Qualität. „Ansiedlungswillige Firmen werden in unmittelbarer Nachbarschaft zu den FH-Instituten für Biopharmazeutische Technologie und für Medizinische Physik und Strahlenschutz Impulse und Unterstützung für ihre Forschungs- und Entwicklungsarbeit bekommen.“ Die neue Forschungsstätte sei nach der Etablierung des Cluster-Managements TIMM (Technologie & Innovation Medizinregion Mittelhessen) durch die Landesregierung ein weiterer Baustein in der Förderung der mittelständischen Medizinwirtschaft in Mittelhessen, so der Präsident. Für die FH sei das Anwenderzentrum ein konsequenter Schritt zur Stärkung ihrer Forschungsaktivitäten. Die Hochschule müsse sich in Forschung und Entwicklung weiter profilieren. „Denn als einzige akademische Ausbildungsstätte für Ingenieurwissenschaften und Technik in Mittelhessen verstehen wir es als unsere Aufgabe, der Technologiemotor für die Region und der Innovationspool für Unternehmen und Kommunen zu sein“, sagte Grabatin.

Oberbürgermeister Heinz-Peter Haumann hob die Bedeutung der Medizintechnik für die heimische Wirtschaft hervor. Gießen werde als Wissenschaftsstandort gestärkt. Das wirtschaftliche Gewicht der Branche betonte auch Dr. Thomas Becks, Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Technik. Mit 20.000 Mitarbeitern setzten die deutschen Unternehmen jährlich 20 Milliarden Euro um. Etwa 13 Prozent des Umsatzes fließe in Forschung und Entwicklung.

Als eine Schnittstelle zwischen Hochschule und regionaler Wirtschaft sieht Prof. Dr. Martin Fiebich vom Institut für Medizinische Physik und Strahlenschutz das neue Zentrum. Ansiedlungswillige Unternehmen gebe es genug. Drei oder vier Firmen, die nicht älter als fünf Jahre alt sein sollten, bekämen schließlich die Chance, sich zu günstigen Konditionen einzumieten.

Für das Hessische Baumanagement nannte Bernhard Mayer Eckdaten des Neubaus. Volumen und Form sollen dem vor zwei Jahren fertiggestellten Bau für die Biowissenschaften angepasst sein. Das viergeschossige Anwenderzentrum Medizintechnik werde im März 2011 bezugsfertig sein.

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