Studentischer Motorsport
„Sponsoren können wir noch brauchen!“, sagt Manuel Roth, einer der beiden Teamchefs von „Giessen Motorsport“.
Personell sei das Konstruktionsteam an der Fachhochschule Gießen-Friedberg dagegen gut besetzt. 25 Studentinnen und Studenten, vorwiegend aus dem Maschinenbau, haben sich zusammengefunden, um einen Rennwagen der „Formula Student“ zu bauen und damit im Sommer gegen andere studentische Teams anzutreten.
Der Formula-Student-Wettbewerb entstand Anfang der achtziger Jahre in den USA und hat mittlerweile in verschiedenen Ländern Nachahmer gefunden. Die Formula Student Germany organisiert der Verein Deutscher Ingenieure
Die Teams bauen einen einsitzigen Formelrennwagen. Im Wettbewerb gewinnt nicht einfach das schnellste Auto, sondern die Gruppe mit dem besten Gesamtpaket aus Konstruktion, Fahrleistung, Finanzierungskonzept, Organisation und Verkaufspräsentation. Ziel der Initiatoren ist die Ergänzung des Studiums um ein realistisches Entwicklungsprojekt. Die Aufgabe besteht darin, für eine imaginäre Produktionsfirma einen Prototypen für nicht-professionelle Wochenendrennfahrer zu liefern. Das Auto soll kostengünstig und zuverlässig sein. Beschleunigungs- und Bremskraftwerte werden ebenso bewertet wie Design, Komfort und die Möglichkeit, übliche Serienteile einzusetzen. Eine Jury, die Fachleute aus Motorsport-, Automobil- und Zulieferindustrie vereint, begutachtet die Fahrzeuge. Zum Wettbewerb gehört natürlich auch der Praxistest auf der Rennstrecke. Die im November 2008 gegründete Gießener Hochschulgruppe, die als Verein organisiert ist, wird vom Fachbereich Maschinenbau, Mechatronik, Energie- und Wärmetechnik unterstützt. Dr. Klaus Herzog, Professor für Fahrzeugsystemtechnik berät das Team in technischen Fragen. Bis Ende März soll das erste Auto fertig sein. Angetrieben wird es durch einen modifizierten Hondamotor des Typs CBR 600 RR. „Giessen Motorsport“ hat bisher viel Unterstützung aus der Industrie erhalten. So kamen Teammitglieder zum Beispiel zu einer kostenlosen CAD-Schulung bei der Firma Autodesk, Kennametall stellte Spezialwerkzeuge zur Verfügung, und Continental stiftete Reifen für den Prototypen.
Im Juni will die Gruppe ihr Fahrzeug der Öffentlichkeit vorstellen. Der Start beim Wettbewerb der italienischen Formula Student Anfang September in Varano de' Melegari ist bereits fest eingeplant. Und auch auf dem Hockenheimring im August möchte das Gießener Team dabei sein.
Danach wird die Arbeit am Fahrzeug weitergehen. Für die Vorbereitung der nächsten Saison sucht „Giessen Motorsport“ weitere Partner aus der Industrie. Und Studenten bietet das Projekt die Möglichkeit praxisnaher Studien- und Abschlussarbeiten.

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