FH-Senat gegen Mittelkürzungen
Der Senat der Fachhochschule Gießen-Friedberg hat sich in seiner letzten Sitzung mit einer Resolution einstimmig gegen die von der hessischen Landesregierung geplanten Kürzungen im Etat der Hochschulen gewandt. Der Beschluss hat folgenden Wortlaut:
„Der Senat der FH Gießen-Friedberg missbilligt die geplanten Kürzungen des hessischen Hoch-schuletats in Höhe von 30 Mio. € jährlich, wie sie die Eckdaten des Hochschulpaktes 2011 - 2015 vorsehen. Dies konterkariert den Anspruch des Landes wie auch der Bundesrepublik Deutschland, Bildung als Kernkompetenz zu begreifen und zu fördern. (Stichwort „Bildungsrepublik“)
Die Zukunftsfähigkeit unseres Landes erfordert eine hochwertige Bildung und Ausbildung der nachwachsenden Generation, die im Kleinkindalter beginnen muss und in den Hochschulen zu einem international konkurrenzfähigen berufsqualifizierenden Hochschulabschluss führen soll. Der Senat der FH Gießen-Friedberg sieht in der Kürzung eine Gefahr für die qualifizierte Ausbildung und Förderung der Studierenden und damit langfristig für den Standort Deutschland.
In den vergangenen fünf Jahren stiegen infolge des attraktiven Studienangebotes die Studierendenzahlen an der FH Gießen-Friedberg von 9.000 auf 12.000, von denen aufgrund aktueller Bemessungsgrundlagen des Landes Hessen über 30% nicht finanziert wurden. Ein Doppeleffekt würde eintreten wenn, wie geplant, auch noch Landesmittel zu Lasten hochwertiger Lehre und Anwendungsforschung in andere Regionen umverteilt werden. Hierdurch wird die Bildungs- und Forschungsregion Mittelhessen zusätzlich geschwächt.
Vor diesem Hintergrund ist eine weitere Entwicklung der FHGF auf hohem Niveau nur möglich, wenn dieser enorme finanzielle Nachholbedarf im Hochschulpakt 2011-2015 angemessen Berücksichtigung findet. Der Senat fordert die Landesregierung auf, die Bemessungsgrundlagen, Leistungszahlen und Parameter des Erfolgsbudgets neu zu überdenken und geplante, unverhältnismäßige Kürzungen zurück zu nehmen.
Dies erst ermöglicht, die im Sinne des Bolognaprozesses begonnenen, fruchtbaren Kooperationen mit den Universitäten Gießen und Marburg sowie den Unternehmen der Region fortzusetzen und durch Nutzung der Synergieeffekte die internationale Konkurrenzfähigkeit und Attraktivität der Region Mittelhessen sicher zu stellen.“


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