Visionen guter Hochschulausbildung
In einer „Zukunftswerkstatt“ hat die „Arbeitsgemeinschaft Qualität in Lehre und Studium“ (AG QLS) an der FH Gießen-Friedberg Ideen für künftige Projekte gesammelt. Zugleich hat die AG, die sich seit fünf Jahren an der Hochschule engagiert, damit erneut den Austausch über Fragen der Lehrqualität intensiviert.
Bei der Begrüßung hob FH-Präsident Prof. Günther Grabatin vor einem großen Auditorium die Bedeutung der Koordinierungsgruppe als „Qualitätsmotor“ hervor. Er bezeichnete die Gründung des „Zentrums für Qualitätsentwicklung“ im Jahr 2007 als wichtigen Effekt dieser Initiative und bilanzierte: „Die AG QLS steht für den Start eines systematischen Qualitätsmanagements an unserer Hochschule.“
Für die Arbeitsgemeinschaft skizzierte Prof. Andreas Slemeyer die bisher gesetzten „Meilensteine“. Er nannte unter anderem die Bildung von Themengruppen im Gründungsjahr, die sich auf Aspekte wie Hochschuldidaktik, E-Learning, Mentor- und Tutorsysteme, Alumni, Qualität und Evaluation sowie Internationalisierung konzentrierten, und bewertete die Vorlage der „Grundsätze für gute Lehre“ als großen Etappenerfolg. Der Senat der Fachhochschule hatte diese Leitlinien 2008 einstimmig verabschiedet und ihnen damit Verbindlichkeit für die gesamte Lehre an der FH gegeben. Die Einladung zur Zukunftswerkstatt begründete Slemeyer damit, dass aus aktuellen Entwicklungen neuer Handlungsbedarf resultiere: „Die Umstellung des Studiensystems im Rahmen der Bolognareform hat Probleme geschaffen, die wir lösen müssen.“ Er appellierte an alle Gruppen der Hochschulgemeinschaft, die Einladung der AG zur Mitarbeit anzunehmen.
Über den „Runden Tisch Bologna“ an der FH Gießen-Friedberg informierten die beiden Vizepräsidenten Prof. Harald Danne und Prof. Axel Schumann-Luck. Nach Auffassung Dannes hat der Bolognaprozess mit der Einführung von Bachelor- und Masterprogrammen hierzulande die Lehre als Leistungsfeld der Hochschulen verstärkt in den Blickpunkt gerückt. Wer wie die FH Gießen-Friedberg sehr daran interessiert sei, die Absolventen mit guten Startvoraussetzungen in die Berufswelt zu entlassen, stelle sich bereitwillig der Aufgabe, die neuen Studienprogramme weiterzuentwickeln und damit „Bologna nachzujustieren“. Schumann-Luck brachte den Auftrag, an allen Standorten eine umfassend lernfördernde Infrastruktur zu schaffen, auf die kurze Formel: „Wir wollen ein Konzept neue Räume für neue Lehre!“ Es gelte jetzt tätig zu werden. Dabei setze er auf die Unterstützung der AG QLS.
Als Vertreter der Studierenden sagte der AStA-Vorsitzende Ralf Leichner, die AG und den „Runden Tisch“ zeichne aus, dass dort Lehrende und Studierende gemeinsam an Lösungen arbeiteten. „Wir merken, dass unsere Probleme gehört werden“, lobte er. Er kündigte aber auch an, von studentischer Seite werde man darauf achten, dass beschlossene Schritte in die Praxis umgesetzt würden.
Unter der Leitung der Moderatorin Eva-Maria Schumacher verlief das Arbeitsprogramm der Zukunftswerkstatt in drei Phasen. Zum Thema Lehrangebot und Lehrqualität der FH Gießen-Friedberg wurde vom Plenum zunächst eine kritische Bestandsaufnahme erstellt. Es folgten eine Sammlung von Wünschen und Visionen und schließlich die Formulierung konkreter Vorhaben. Fast alle Gruppen kamen zu der Einschätzung, dass das Studieren, besonders in der Phase des Studienbeginns, neu gestaltet werden muss. Dazu sind neue Lehr- und Lernformen zu entwickeln, welche die Studierenden dazu anregen, sich intensiv mit den Studieninhalten auseinanderzusetzen. Damit soll die Abbrecherquote gesenkt werden. Abschließend wurde vereinbart, in der nächsten Sitzung des Plenums der AG QLS die Vorschläge erneut aufzugreifen und darauf aufbauend neue Themengruppen zu bilden. Studierende und Lehrende sind willkommen, sich an diesen Gestaltungsprozessen zu beteiligen.


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