THM

Ein Schub für die Forschung

Hessens erfolgreichste Hochschule in der Kooperation mit kleinen und mittleren Unternehmen: Wissenschaftsministerin Eva Kühne-Hörmann übergab die Förderbescheide an Prof. Peter Czermak, Prof. Frank Runkel, Prof. Martin Fiebich und Horst Bartz (von links)Die TH Mittelhessen erhält mehr als fünf Millionen Euro im Rahmen der „Landes-Offensive zur Entwicklung Wissenschaftlich-ökonomischer Exzellenz“ (LOEWE). Hessens Wissenschaftsministerin Eva Kühne-Höhrmann übergab in Gießen die Förderbescheide an Forscher der TH Mittelhessen und der Justus-Liebig-Universität. Dabei erläuterte sie die Ziele des Programms. „LOEWE stärkt die Wettbewerbsfähigkeit der Hochschulen und Forschungseinrichtungen in Hessen und bewirkt weitere Verbesserungen der strukturellen Bedingungen für ausgezeichnete Forschung“.

Von der Gesamtsumme gehen 1,7 Millionen Euro als Anschlussfinanzierung an den Schwerpunkt „Biomedizinische Technik – Bioengineering & Imaging“ (Sprecher: Prof. Dr. Peter Czermak). Seit 2008 hat das Land das Projekt bisher mit 4,2 Millionen Euro gefördert. Die Wissenschaftler der TH entwickeln zulassungsgerechte Plattformtechnologien und Verfahren für die zellbasierte und partikelbasierte Therapie. Dabei konzentrieren sie sich auf die Standardisierung der Herstellung, die Prozesskontrolle, eine Optimierung von Zellkultivierungssystemen und die Entwicklung von zulassungsgerechten nano- und mikropartikulären Transportsystemen.

Neu aufgenommen in das LOEWE-Programm wurde mit 3,8 Millionen Euro der Schwerpunkt RITSAT. Unter Federführung der Gießener Justus-Liebig-Universität sollen Kleinsttriebwerke für die Raumfahrt entwickelt werden. An dem Projekt arbeiten die TH-Professoren Dr. Ubbo Ricklefs, Dr. Rainer Thüringer und Dr. Uwe Probst vom Kompetenzzentrum Nanotechnik und Photonik mit. Die Fördermittel für die Technische Hochschule liegen bei 350.000 Euro. Am Schwerpunkt „Kulturtechniken und ihre Medialisierung“ der JLU ist die TH ebenfalls beteiligt.

Eine neue LOEWE-Variante bietet den Fachhochschulen die Möglichkeit, Mittel für Forschungsprojekte gemeinsam mit kleinen und mittleren Unternehmen Hessens zu beantragen. In dieser ersten Förderrunde, so Ministerin Kühne-Hörmann, war die TH Mittelhessen die mit Abstand erfolgreichste Hochschule. Sieben von elf bewilligten Projekten sind in Gießen angesiedelt. Bei drei Vorhaben ist die Universität Gießen Kooperationspartner. Die Fördersumme liegt bei über drei Millionen Euro.

Für die „Optimierung des Energie- und Ressourceneinsatzes in der Zentralsterilisation“ erhält Prof. Dr. Hans-Martin Seipp 436.000 Euro. Die „Entwicklung eines biokohlehaltigen Regelbrennstoffs für Kleinfeuerungsanlagen“ (Prof. Dr. Olaf Strelow) fördert das Land mit 428.000 Euro. Prof. Dr. Martin Fiebich bekommt für die Arbeit an einem „Verfahren zur dynamischen Visualisierung der regionalen Ventilation in der Tierlunge“ 489.000 Euro. Für Prof. Dr. Frank Runkels „Entwicklung einer mobilen Diagnoseeinheit für den Nachweis von Pilzinfektionen“ sind 451.000 Euro bewilligt.

Drei Projekte mit einem Fördervolumen von 1,24 Millionen Euro bearbeitet Prof. Dr. Peter Czermak. Dabei geht es um einen Test zur Überprüfung der Integrität von Sterilfiltern, um die Entwicklung eines neuartigen alkoholfreien Getränks unter Verwendung eines Speisepilzes und um die effiziente Wasseraufbereitung bei der Erdölförderung. Die Laufzeit der sieben Projekte liegt zwischen eineinhalb und drei Jahren.

Gesprächsrunde: TH-Präsident Günther Grabatin, JLU-Vizepräsidentin Katja Becker, Ministerin Eva Kühne-Hörmann und Moderator Thomas Ranft (von links)TH-Präsident Prof. Dr. Günther Grabatin lobte das Förderprogramm der Landesregierung. „Das LOEWE-Programm hat der Forschung an unserer Hochschule einen Schub gegeben. Unsere erfolgreichen Anträge zeigen: Qualität wird belohnt. Neben der Arbeit in den Schwerpunkten haben wir die Möglichkeit, im Programm LOEWE 3 gemeinsam mit kleinen und mittleren Unternehmen anwendungsoriertiert zu forschen und so unsere Aufgabe als Technologiemotor der Region zu erfüllen.“

Gießen, 16. Februar 2012

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