Studiengang Mechatronik Bachelor
Aufgrund der fachübergreifenden Verbindung von Methoden und Werkzeugen des Maschinenbaus, der Elektronik und der Informatik stellt die Mechatronik die Schlüsseldisziplin der klassischen Ingenieurwissenschaften zu Beginn des 21. Jahrhunderts dar. Bisher rein mechanisch gelöste Aufgaben und Funktionen werden schneller, genauer, zuverlässiger und billiger elektronisch bzw. elektrisch erfüllt und ermöglichen so umfangreichere und bessere Systemfunktionen. 
Mechatroniker arbeiten als Bindeglied an der Schnittstelle von Maschinenbau und der Elektronik zur Erarbeitung und Optimierung anwendungsbezogener, systemübergreifender Lösungen.
Die Mechatronik bietet nicht nur regional hervorragende Berufsaussichten. An der Fachhochschule in Friedberg haben wir dies frühzeitig erkannt und sind dieser Nachfrage aus der Industrie mit einem speziell abgestimmten Studiengang „Mechatronik“ begegnet.
Das Wissen wird in kleinen Gruppen durch seminaristische Vorlesungen, Übungen und Praktika sowie durch Werksbesichtigungen auf Exkursionen und in individuell betreuten Projekten und Abschlussarbeiten vermittelt.
Zudem werden mit den Vertiefungsrichtungen
- Allgemeine Mechatronik
- Leistungsmechatronik
zwei Spezialisierungsmöglichkeiten angeboten, die der Entwicklung dieser noch neuen Disziplin Rechnung trägt und unseren Studenten eine flexible Ausrichtung ihres Studiums nach individuellen Interessen erlauben.
Die erste Phase des Studiums (1. bis 3. Semester):
Zunächst steht ein solides Grundlagenwissen im Vordergrund, welches die Basis für eine den Neigungen entsprechende Vertiefung darstellt. Zu den Grundlagenfächern gehören ähnlich wie im Maschinenbau die Module Mathematik, Physik, Technische Mechanik, Material- und Fertigungstechnologie, Elektrotechnik und Informatik, sowie die Fächer Maschinenelemente und Konstruktionslehre/CAD. Diese technisch orientierten Grundlagen werden durch Vorlesungen zu Themen der Volkswirtschafts- und Rechtslehre ergänzt.
An der Fachhochschule in Friedberg legen wir auch viel Wert auf die Förderung sozialer Kompetenzen. Schon im ersten Semester wird die Gruppenarbeit als Methode eingeführt. Ziel studentischen Arbeitsgruppen ist unter anderem die Entwicklung der Kommunikations- und Teamfähigkeiten.
Die Vertiefungs-Phase (4. bis 6. Semester):
In den drei anschließenden Semestern werden die erlernten Grundkenntnisse anwendungs-bezogen erweitert und vertieft. Je nach gewählter Vertiefungsrichtung sind abgestimmte Fächerkombinationen vorgesehen, die durch Auswahl von so genannten Wahlmodulen nach individuellen Interessen ergänzt werden können. Typische Fächer aus den jeweiligen Schwerpunkten sind z.B.:
- Allgemeine Mechatronik: Steuerungs- und Regelungstechnik, Digitale Messtechnik, Softwareentwicklung, Mechatronische Systeme, Elektronik, Robotik
- Leistungsmechatronik: Elektrische Energietechnik, Leistungselektronik, Microcomputertechnik, Fotovoltaik, Energie- und Wärmetechnik
Zudem werden weiterführende Kenntnisse z.B. im Bereich der industriellen Kostenrechnung vermittelt sowie der Ausbau der im internationalen Umfeld immer wichtigeren Sprachkenntnisse gefördert, speziell im technischen Englisch.
Typische Wahlfächer sind z.B.: Industriemaschinentechnik, Verbrennungsmotoren, Signalverarbeitung aber auch Qualitätsmanagement, Präsentation und Kommunikation.
In beiden Vertiefungsrichtungen wird sehr viel Wert auf die Praxisorientierung der Ausbildung durch eine Vielzahl unterschiedlicher Laborübungen und –praktika, das Anfertigen einer Projektarbeit sowie Exkursionen zu namhaften Industrieunternehmen gelegt.
Das Abschluss-Semester (7. Semester):
Das siebte Semester dient ausschließlich der Umsetzung der bisherigen Fähigkeiten im Rahmen einer 14-wöchigen Praxisphase in der Industrie sowie der Anfertigung der abschließenden Bachelorarbeit.
Die Industriepraxis gibt den Studierenden die Möglichkeit einen späteren Einsatzbereich durch eigene Tätigkeiten kennen zu lernen und unter Betreuung durch die Hochschuldozenten die erlernten Fähigkeiten umzusetzen. In der Abschlussarbeit, die auch in der Industrie oder in unseren oft in Forschungs- und Entwicklungsprojekten eingebundenen Hochschullaboren absolviert werden kann, stellen sie dann ihre Kompetenzen nochmals ganzheitlich unter Beweis.
Der Abschlussgrad ist der „Bachelor of Engineering, Mechatronik“, der nochmals deutlich den anwendungsbezogenen Charakter unseres Studienganges unterstreicht.



Technische Hochschule Mittelhessen - University of Applied Sciences - Wiesenstraße 14 - 35390 Gießen - 0641 309-0 -