
Marcus Köhler hat 1983 sein Elektrotechnik-Studium
in Friedberg beendet. Nach 40 Jahren kam er, zunächst
nur zu einem Jahrgangstreffen, zurück nach Friedberg.
In 2024 berichtete Herr Köhler erstmals in Gießen
zum Thema "How to keep the Cloud clean - Die neue
Bedeutung von Rechenzentren als Energielieferant"
Lebenslauf
- Realschule, Fachoberschule, Fachhochschule Friedberg „Studiengang Elektrotechnik“
- Hewlett-Packard, Produktionsingenieur, Projektleiter, Vertriebsleiter
- Rittal, Bereichsleiter Vertrieb
- e-shelter/NTT, Direktor Sales & Bus.Dev.
- Selbstständiger Berater
Fragenkatalog
Mein Studium an der FH Gießen-Friedberg in Friedberg habe ich begonnen weil …
Ich komme von hier. Mein Vater hatte einen Betrieb für Schalttafelbau, so kam ich schon früh mit Elektrotechnik in Berührung und es war mehr oder weniger vorgegeben. Ich war allerdings bis zu 9.Klasse ein eher schlechter Schüler, bis meine Klassenlehrerin Frau Neumann mein Interesse an der Physik und Mathematik weckte. Danach war schnell klar was ich wollte: Fachoberschule und dann ans „Polytechnikum“ nach Friedberg.
Mein Lieblingslokal / Lieblingsort in Friedberg war …
In der Altstadt von Friedberg am Fünf-Finger-Platz gab es eine sehr gute Pizzeria und nur 15 Minuten zu Fuß von der Hochschule entfernt. Wir hatten oft nachmittags Vorlesungen und mittags in der Freistunde sind wir öfters zum Fünf-Finger-Platz gelaufen. Oft auch Abends mit den Kommilitonen auf ein Bier.
Unvergessen bleibt für mich Prof. …, weil …
- Prof. Dr. Ludwig Fehr!
Sein Name schreibt sich zwar anders aber er hat mich mit seiner souveränen und fairen Art sehr beeindruckt.
(Beispiel: Er kommt in den Vorlesungsraum noch mit Jacke an. Auf dem Weg zur Garderobe nimmt er die Kreide und zieht von rechts nach links eine X-Achse an die Tafel, hängt seine Jacke auf, zeichnet die Y-Achse schreibt eine komplexe Kurvenberechnung an der Tafel an, mit der Aufforderung sie mal zu lösen.
Ich hatte im Grundstudium meinen Mathe 3 Schein nur sehr knapp verfehlt. Darauf angesprochen, gab mir Prof. Fehr eine zweite Chance: eine sehr komplexe mathematische Aufgabe zu lösen und dann in einer Vorlesung den Kommilitonen zu präsentieren. Das hatte geklappt und ich bekam den Schein mit der Note 3, geschafft!)
Oder: Frage eines Studenten: „Dürfen wir zur Klausur Bücher und Taschenrechner nutzen?“ Prof. Dr. Fehr: „Ja, aber Sie werden keine Zeit dafür haben“
Zu Beginn des 1. Semesters waren wir 30 und zum 2. Semester 15 Studierende. - Prof. Kief:
Er hat damals die neue Mikroprozessor-Technik gelehrt (8-bit Prozessoren, wie den Motorola 6800). An den logischen Strukturen hat ich viel Spaß, das war „mein Fach“, hier habe ich viel gelernt und dann auch über dieses Thema meine Abschlussarbeit geschrieben. Das hat mir wiederum meinen ersten Job bei Hewlett-Packard eingebracht, damals „the most admired company to work for“, wo ich fast 20 Jahre gearbeitet habe.
Wenn ich heute noch einmal entscheiden könnte würde ich … studieren/oder … werden.
Ich würde es genau so nochmal machen!
Als Tipp für Studierende um die Studienzeit optimal zu erleben …
Das Wichtigste, auch wenn es manchmal schwer ist: zieht es durch. Nicht aufgeben!
Mein Diplom hat mir viele Türen geöffnet. Und ich konnte viele sehr interessante Aufgaben übernehmen und mein Geld verdienen.
Von meiner Hochschule bzw. dem Alumni-Management wünsche ich mir ...
Was könnte man tun um junge Menschen zu erreichen auch ein technisches Studium in Betracht zu ziehen.
Was können „ältere Semester“ tun, um Werte wie Zielstrebigkeit, Eigenverantwortlichkeit und Spaß an der Arbeit als wichtige Grundlage im Leben zu vermitteln?
Haben Sie ein Lebensmotto und wenn ja verraten Sie uns dieses?
Galt damals schon und gilt heute immer noch: „What you give is what you get“
Was machen Sie aktuell beruflich?
2019 bin ich nach 35 Jahren im Angestelltenverhältnis ausgeschieden und seitdem selbständig tätig als Berater für internationale Investoren.
Als Mentor an der Goethe Universität in Frankfurt möchte ich etwas zurückgeben und junge Menschen bei ihrem Weg in den Beruf begleiten.
Gibt es ein besonderes Buch, das Sie empfehlen können?
„Chip War“ von Chris Miller. Ein sehr spannendes Buch über die Historie der Integrierten Schaltungen, ihren wachsenden Einfluss auf unser Leben und die letztendlich entscheidende Technologie: die Fähigkeit die Chips mit ihren atomaren Strukturen überhaupt herstellen zu können.
Anmerkung des Alumni-Managements
Im Gespräch mit Herrn Köhler stellte sich schnell heraus, dass es noch eine Reihe von Themen gibt, die es lohnen, miteinander - Studierende, Absolventen, Hochschul-Mitglieder, einfach alle, die interessiert sind - in den Austausch und DIskussion zu kommen. Wir sind gespannt, was wir noch gemeinsam umsetzen.