Herr Schäfer ist Absolvent der THM im Studiengang Biotechnologie und hat viel gesehen von der Welt. Einem inneren Antrieb folgend hat er sich auch international immer weitergebildet und vielleicht auch deshalb ist das Thema Technologie-Transfer und Vernetzung für ihn wichtig. Mario Schäfer unterstützt Unternehmen im internationalen Umfeld neue Kunden und Partner zu gewinnen.
Lebenslauf

Der Lebenslauf ist umfangreich, so dass wir uns hier auf das Wesentliche beschränken:
Geburtsjahr: 1983
Aktuelle Position: Managing Director, 1IB International Business GmbH, Berlin
Studiengang/-ort:
- Master of Science, Economics / Barcelona Graduate School of Economics
- Dipl.-Ing. Biotechnologie / THM Gießen (2009)
und den detaillierten Lebenslauf finden Sie hier
Interview-Fragen
Was würden Sie studieren, wenn Sie heute noch einmal entscheiden könnten?
Zum Ingenieurstudium der Biotechnologie entschied ich mich, da ich versuchte meine verschiedenen Interessen in einem Studium widerzufinden. Etwas das mit Technik, sowie Biologie zu tun hat, da ich die Nutzbarmachung natürlicher Prozesse schon immer sehr spannend fand. In den letzten Jahren arbeite ich im Feld des Technologietransfers aus der Wissenschaft in die Industrie. Spin-Offs und Startups spielen eine wichtige Rolle. Die pharmazeutische Industrie ist sehr reguliert, so dass ich zur Nutzung aller Möglichkeiten - um alle legal-notwendigen Positionen in einem Unternehmen ausführen zu können - nun wohl eher Pharmazie studieren würde, in Kombination mit einem wirtschaftlichen Studiengang, wie zum Beispiel einem MBA.
Welches Studienangebot hat Sie besonders geprägt:?
Besonders interessant fand ich die Ergänzung des theoretischen Wissens durch all die Laborpraktika. Da die Experimente oftmals Stunden dauerten, konnte man sich die Zeit nehmen Abläufe im Detail zu verstehen, während man diese Momente auch mit den Kommilitonen für ernste oder weniger ernste Gespräche nutzen konnte. Durch Tutoren und die Professoren wurden wir stets sehr gut unterstützt, so dass man außerhalb des Hörsaals eine ganz andere Verbindung zum fachlichen Thema aufbauen konnte.
Was denken Sie, wenn Sie sich vorstellen in Ihrer Zeit hätten Sie die Erfahrungen heutiger Studierenden (Online-Vorlesungen usw.) erlebt?
Auch im Berufsleben sieht man, dass die Änderungen, die wir in den letzten Jahren erlebten, Vor- und Nachteile mit sich bringen. Meiner Meinung nach, können manche Themen sehr gut in Online-Formaten vermittelt werden, oftmals sogar zeitlich asynchron um sich an die verfügbaren Zeiten der Studierenden anzupassen. Ein Studium lebt definitiv von den persönlichen Kontakten zu Kommilitonen, zu den Lehrkräften. Inner- und außerhalb der Hochschule. Das würde mir definitiv sehr fehlen, wenn ich zurückblicke. Das Netzwerk, welches aus verbindenden Momenten entstand, erachte ich als sehr wichtig.
Haben Sie noch Kontakt mit Ihren Mitstudierenden aus Ihrer Zeit, und wenn ja, wie oft?
Die Frequenz ist von Person zu Person sehr unterschiedlich. Da wir ein kleiner Studiengang / Jahrgang waren, hatten wir während des Studiums sehr viel Kontakt. Daraus sind Freundschaften entstanden, die auch nach dem Studium weiterleben. Natürlich ist es nicht möglich mit allen Kommilitonen Kontakt zu halten. Ich freue mich immer, wenn ein Kontakt aus dem Studium wieder auflebt.
Gibt es ein Hobby, das Sie im Studium weitergebracht hat oder das sich aufgrund des Studiums entwickelte?
Während des Studiums kam ich, über Kontakte an der THM, zu wochenlangen Fahrradtouren durch Island und zum Nordkap in den Semesterferien. Die dort gemachten Erfahrungen haben mich sehr geprägt. Auf diesen langen Fahrten - teilweise außerhalb der Zivilisation - lernte ich die einfachen Dinge im Leben zu schätzen. Wie zum Beispiel ein Bett und einen Schrank zu haben. Sich nicht durch die kleinen Probleme des Lebens ablenken zu lassen. Dafür bin ich sehr dankbar. Im Arbeitsleben hätte ich für solche Touren und Erfahrungen wohl keine Zeit mehr gefunden.
Haben Sie ein Lebensmotto und wenn ja verraten Sie uns dieses?
Im Nachhinein betrachtet, habe ich ausserhalb meiner Komfortzone stets am meisten gelernt und bin daran gewachsen. Daher sollten große Aufgaben stets mit dem nötigen Respekt angegangen werden, aber uns keine Angst machen: "Es scheint immer unmöglich zu sein, bis es geschafft ist." - Nelson Mandela
Welchen Tipp haben Sie für Studierende um die Studienzeit optimal zu erleben?
Eine Studienzeit prägt die spätere, berufliche Laufbahn. Durch fachliche und auch persönliche Entwicklung. Meiner Meinung nach sollten Studierende das breite Lehrangebot nutzen, um sich fachlich möglichst breit für das Berufsleben aufzustellen. Man weiss nie, welche Wendungen die Laufbahn nehmen wird. Persönliche Kontakte und soziale Kompetenzen empfand ich immer als sehr wichtig. Eine Verbindung zu Personen aufzubauen, wie es außerhalb des Studiums nur schwer möglich wäre.
Was machen Sie aktuell beruflich?
Mit meiner kurzen Zeit in einem Forschungslabor lernte ich, dass es mich mehr interessierte was aus den wissenschaftlichen Erkenntnissen im späteren Verlauf wird. Wie man diese für die Gesellschaft nutzbar machen kann. So studierte ich einen Master in Wirtschaftswissenschaften um dann im Technologietransfer und der Geschäftsentwicklung zu arbeiten. Von der Beratung, über multinationale Firmen, hin zu meiner eigenen Firma, die ich in 2019 gründete. Wir unterstützen Kunden aus der Life-Science-Industrie ihre Geschäftsmodelle zu validieren, um (international) über Geschäftspartnerschaften wachsen zu können. Hier muss ich naturwissenschaftliche Konzepte verstehen und diskutieren, um diese wirtschaftlich nutzbar machen zu können.
Was wünschen Sie sich von Ihrer Hochschule bzw. dem Alumni-Management?
Eine Hochschule lebt von Ihrem Netzwerk. Ich denke, dass es hauptsächlich wichtig ist den Austausch zwischen Alumni zu fördern. Damit kommt es automatisch zu fachlichem Austausch, Kollaborationen und neuen Erfolgsgeschichten.