Lucas Mayer ist Jahrgang 1999 und hat an der THM Krankenhaus Management studiert. Aktuell ist er aber als Profi-Sportler am Start und studiert nebenberuflich noch in Wien und macht seinen MBA.
Interview
Mein Studium an der THM habe ich begonnen, weil …
ich aus Gießen komme und nach der Schule war es noch nicht klar ob der Profibereich realisiert wird und mir war wichtig ein 2. Standbein aufzubauen.
Bei der Recherche nach möglichen Studiengängen erschien „Medizinisches Management“ total spannend und die späteren Arbeitsgebiete waren das, in dem ich mich sah bzw. sehe. Gesundheit und Medizin interessieren mich sehr und die Kombi mit BWL war sehr spannend. Da dies auch noch in der Heimat angeboten wird habe ich mich eingeschrieben.
Einen Sport auf diesem Level zu betreiben erfordert viel Trainingseinsatz. Wie leicht war Studium und Sport kombinierbar?
- Am Anfang (1,2, 3. Semester) ging das noch im Amateurbereich ganz gut. Corona kam mir gelegen, da die Vorlesungen online durchgeführt wurden. In der Zeit kam der erste Profivertrag in Koblenz und ein Werkstudenten-Job
Da ich im Sport groß geworden bin gehört Struktur und Disziplin dazu.
Das hat die Kombination mit dem Studium vielleicht etwas leichter gemacht. - 2 Jahre in Koblenz gespielt, dann nach Augsburg gewechselt und dort die Bachelorarbeit geschrieben.
Was aus Deinem Studium hat Dir im Sport genutzt und dich weitergebracht?
- Nutzen? Ja tatsächlich, allerdings eher vom Sport ins Studium:
Disziplin, Fristen einhalten usw. - Im ersten Semester viel medizinische Kenntnisse die mir das Verständnis vom Körper helfen.
- Selbst- und Teamkompetenz, Team- und Führungskompetenz: Team und Führungstechnik kann ich auch jetzt als Kapitän nutzen.
Kapitän in einem Basketball-Team ist schon etwas Besonderes, oder?
Kapitän sehe ich als Ehre - Schnittstelle zwischen Trainer und Spielern.
"Bin ja noch ziemlich jung. Und das ist schon eine besondere Wertschätzung für mich.
Mein Ziel ist der Sprung in die 1. Liga" *
Denke ich an Gießen denke ich sofort an...
Heimat. Wenn man dort aufwächst ist es nichts besonderes, aber wenn man mal weg ist … merkt man wie verwurzelt man eigentlich ist. Durch den Sport bin ich aktuell eher selten zuhause aber z.B. Weihnachten ist es schön heimzukommen.
Ein unvergessliches Erlebnis während der Studienzeit war …
der Anfang der Corona-Zeit. Für alle war es neu und wir wussten nicht wie es weiter geht. Die Umstellung auf Online-Veranstaltungen usw.
Mein Lieblingslokal in Gießen war …
Café Wolkenlos oder auch Ihrings
Unvergessen bleibt für mich Prof./Dozent …, weil ….
Prof. Henning Schneider. Die Präsenz mit der er den Raum betritt und füllt. Die Art und Weise wie er Vorlesung hält und stets freundliche Art.
Wir haben in den ersten Semestern z.B. „Medizinische Grundlagen“ gehört.
Vom Lernen konnte man mich sehr gut abhalten mit …
[naja das ist ja offensichtlich] – alle Arten von Sport. Wenn wir frei hatten sind wir ins Fitness-Studio gegangen.
Wenn ich heute noch einmal entscheiden könnte …
würde ich den selben Weg einschlagen: Basketball-Profi ist mein Traumberuf (Hobby zum Beruf gemacht) und ein zweites Standbein aufbauen in einem Bereich, der mich auch schon immer interessiert hat
Gerne wiedersehen würde ich …
Familie ist klar.
Meine Kommilitonen – Wir hatten eine coole Truppe aufgebaut – Nach dem Studium sind wir zwar zerstreut aber haben noch Kontakt, wenn auch nur schriftlich.
Als Tipp für Studierende um die Studienzeit optimal zu erleben …
sich viel vernetzen. Es kommen Menschen aus unterschiedlichen Regionen nach Gießen. Auch nach dem Studium hilfreich. Leute suchen, mit denen man lernen kann und Zeit.
Gibt es ein Buch, einen Film oder ein Lied, das dich an die Studienzeit erinnert oder das ich empfehlen kann … ?
- "Witzig – am Sonntag war ich als Fan von Film-Musik auf einem Konzert von Hans Zimmer. Ein Lied das ich besonders mag: „Time“ von Inception – Das fokussiert mich vor dem Spiel und wenn ich mal nicht so gut drauf bin höre ich das ebenfalls gerne. Löst etwas bei mir aus ohne genau sagen zu können was."
- Zwei Bücher würde ich empfehlen:
- Atomic Habbits – als Sportler hat mir das viel gebracht, kleine Dinge zu ändern und im Alltag zu etablieren, die auf lange Sicht große Unterschiede machen
- Let Them Theory – die Meinung von anderen nicht zu wichtig zu nehmen, nicht versuchen zu kontrollieren, was man sowieso nicht kontrollieren kann
Welche Dinge hättest Du gerne bereits zu Beginn Deines Studiums gewusst?
- dass Studium deutlich anspruchsvoller ist als Schule
- dass man sich aber dadurch auch nicht stressen muss und andere sitzen im selben Boot
Was würdest Du Deinem Vergangenheits-Ich sagen, das vielleicht auch mal gezweifelt hat?
Rückschläge sind wichtig – wichtigsten Augenblicke – weil man daraus sehr viel lernt und bringt einen weiter. Im Moment ist es wie ein Weltuntergang aber rückblickend geschieht daraus Gutes.
Wenn Du dir ein Fach fürs Studium ausdenken könntest, welches wäre es?
weil’s mich auch betrifft – Mental Health und Mentales Training - vor allem auch im Sport
„Entweder – Oder“- Fragen
- Kaffee oder Tee?
Kaffee (jetzt im Besitz einer Siebträgermaschine 😉 - WG oder allein wohnen?
Früher WG, heute lebe ich allein. Beides ist gut. - In der Mensa essen oder selbst kochen?
In der Mensa - Ersti-Party oder Absolventenfeier?
Absolventenfeier – weil’s die nicht gab bei uns - Frühe Vorlesung oder Abendveranstaltung?
Eher früh - Theorie oder Praxis?
Praxis
Ohne mein Studium an der THM…
… wäre ich jetzt B-Profi aber hätte keine / oder schwierigere Perspektive danach und weniger Sicherheit, was ich nach der Sportler- Karriere mal machen kann
Als Ersti würde ich auf jeden Fall….
…. viele Leute kennenlernen, rausgehen und das Netzwerken anfangen
Mein Motto während des Studiums…
es ist kein spezielles Motto aber was ich aufs Leben anwende: Disziplin haben, ehrgeizig sein und Durchhaltevermögen bei egal was man anfängt
Am meisten vermisse ich… einfach die Vorlesungen unter Leuten zu sein und zusammen zu lernen. Das gibt’s beim Online-Studium jetzt nicht
Gar nicht vermisse ich… Klausuren und Hausarbeit
Ein Highlight war… Student sein – denn durch Corona hatte ich das lange nicht
Erinnerst Du dich an einen „Aha-Moment“, in dem Du gemerkt hast, dass Du das richtige studierst?
Berufsfeldseminar: Vorstellung von möglichen Jobs im Gesundheitswesen, Vielseitigkeit der Branche. Das hat großes Interesse in mir geweckt.
Gab es ein bestimmtes Projekt oder eine Prüfung, die besonders in Erinnerung geblieben ist?
Projektphase im Unternehmen: Mitwirken und Mitgestalten eines Projekts, Projektverantwortlichkeit
Das Projekt war bei einem Logistikdienstleister, der Prozessoptimierungen in einem Krankenhaus durchgeführt hat. Hauptaugenmerk war das Outsourcing von Patienten- und Materialtransporten innerhalb eines Krankenhauses, um Entlastung für die Pflegekräfte zu schaffen. Sehr spannendes Projekt, welches ich auch teilweise konzeptioniert habe, wurde dann auch Thema meiner Bachelorarbeit
Zur Alumni-Arbeit
Was für eine Veranstaltung sollte vom Alumni-Management organisiert werden? Welche Features möchtest Du im Alumni-Portal sehen?
ich fand es cool, dass ich angeschrieben wurde und es die Möglichkeit hier gibt an der THM. Ich kannte gar nicht das Alumni-Management und finde es gut, dass wir im Kontakt bleiben können. Das Alumni-Portal schaue ich mir bei Gelegenheit etwas näher an und dann schauen wir, ob und was ich mir da noch vorstellen könnte.
Anmerkung der Redaktion
Auf die Frage ob nach der Profi-Karriere die Trainer-Laufbahn eine Option wäre meinte Lucas, dass er aktuell einmal pro Woche Kinder trainiert aber nach der aktiven Spieler-Karriere sieht er sich im Bereich Gesundheitsmanagement.
* Am 14. März 2026 spielt Lucas mit seinem Team in Gießen gegen die 46er
Vielleicht sehen wir uns da?