Herr Sebastian Macho, Jahrgang 1986: Auf den ersten Blick die „klassische“ Fachhochschul-Laufbahn mit Ausbildung (zum Technischen Zeichner), praktischer beruflicher Tätigkeit, Studium Wirtschaftsingenieurwesen (B.Sc.) und Facility Management (M.Sc.).
Auf den zweiten Blick geht es dann erst richtig los. Stellvertretende und anschließend Leitung Facility Management im Kloster Eberbach, nebenberuflich Lehrauftrag an der THM.
Fragenkatalog:
1. Mein Studium an der THM habe ich begonnen weil ...
Nach der Ausbildung als Technischer Zeichner wollte ich nach der Ausbildung noch etwas obendrauf setzen. Habe mir in Gießen den Studiengang Technische Gebäude-Ausrichtung angeschaut und habe dann aber spontan Infotage in Friedberg zum Studiengang Facility Management angehört. Der FM Studiengang war offensichtlich deutlich breiter, dafür weniger in die Tiefe gehend, aufgestellt. Diese generalistische Übersicht hat mich dann sehr gereizt.2. Können Sie sich daran erinnern, als Sie das erste Mal an die TH Mittelhessen kamen?
2. Als ich das erste Mal an die Hochschule kam …
Es gab ja nur das Hauptgebäude und es ist eine neue Welt, die man betritt und wenn man zu Beginn im großen Hörsaal sitzt, ist man zunächst total beeindruckt. In der Einführungswoche hatte man innerhalb kürzester Zeit das abgewickelt, was man bereits drauf hat und es wurden mir direkt die Augen geöffnet: hier muss man Gas geben und dranbleiben. Man kann es mit einer aufgeregten Spannung beschreiben.
3. Denke ich an Friedberg, denke ich sofort an...
da ich aus der Gegend komme, denke ich an ganz viel. Angefangen von Menschen – meinen Trauzeugen und den Patenonkel meines Kindes habe ich dort kennengelernt – Enge Verbindung mit Professor Ehrenheim und anderen Lehrenden. Prof. Ehrenheim hat mich z.B. zum Kloster Eberbach gebracht und die THM hat einen großen Einfluss auf mein Leben und ich an ganz viele schöne Dinge zurückdenken kann – bis hin zu den salopp gesagt günstigen Bier-Preisen in der Mensa, die wir sehr wohlwollend quittiert haben.
4. Gab es ein Lieblingslokal / Lieblingsort in Friedberg oder sind Sie nach der Vorlesung immer direkt nach Hause gefahren?
Leider bin ich zu oft in Friedberg geblieben. Es gab das Pastis (gibt es das noch?) – ein legendärer Laden mit legendären Partys.
Vom Fußball ist das Sportfeld einer der Orte an die ich denke – wenn es aber den besonderen Ort in Friedberg zu nennen gäbe dann würde ich doch die Mensa nennen.
5. Besonders geprägt hat/haben mich Dozent/Professor/Mitarbeiter
Da muss ich zuerst mal Heike Franz erwähnen – die gute Seele – sie war bei allen Fragen ansprechbar und hat immer Auskunft gegeben.
Prof. Dr. Ehrenheim, mit einer Präsenz, bei der man das Gefühl hatte, was er lehrt und berichtet kommt aus einem großen praktischen Fundus.
Unikate, über die wir uns heute noch unterhalten: Prof. Dr. Feyerabend,
Prof. Dr. Knut Thielen --> Thermodynamik … da wurde gesiebt und man musste lernen, er war hart aber immer fair und absolut liebenswert.
Professor Heinert und so einige andere – ein bunter Blumenstrauß von Persönlichkeiten.
Einige Kontakte sind bis heute geblieben.
6. Vom Lernen konnte man mich sehr gut abhalten mit …
… Freizeitprogramm oder Fußball. Aber relativ schnell war klar: es gibt die Zeit für Party und es gibt die Zeit zum Lernen. Da sind wir dann aber auch in der Hochschule lange geblieben zum Lernen und ich vergesse nie, wie wir um 23:00 Uhr aus der Hochschule geworfen/gebeten wurden. Wir hatten die Zeit beim Lernen vergessen und lieber an der Hochschule gelernt, da man zuhause nicht so intensiv gelernt hätte.
7. Wenn ich heute noch einmal entscheiden könnte würde ich …
alles genauso wieder machen.
- Ausbildung vorneweg mit etwas praktischer Arbeit vor dem Studium – zum Einordnen der fachlichen Themen
- Wieder FM studieren. Man hat einen so großen Werkzeugkoffer bekommen ohne Experte zu sein. Viele Türen sind offen, durch die man gehen kann (Gewerbe-, Wohn-, denkmalgeschützte Immobilien) und die Spezialisierung folgt dann im jeweiligen Job. Ich bin selbst ein gutes Beispiel, denn nach dem Studium hatte ich von Denkmalpflege noch keine Ahnung und so kam noch eine dreijährige Fortbildung „Architekt in der Denkmalpflege“ dazu.
8. Als Tipp für Studierende um die Studienzeit optimal zu erleben …
„Du musst wissen, wann du feiern darfst und wann du lernen musst.“
9. Ein Hobby, das mich im Studium weitergebracht hat / sich dort entwickelte ist …
Fußball. Da ich relativ früh in einer Position war – z.B. Kapitän – wo man gelernt hat im Team zu arbeiten und zu agieren, Verantwortung zu übernehmen, lernt wie funktioniert eine Gruppe, wie lässt sich das steuern oder wann kann man deutlich werden und man lebt in einem Gefüge. Dort habe ich viel gelernt, was mir heute noch einiges bringt.
10. Haben Sie noch Kontakt mit Ihren Mitstudierenden oder wen würden Sie gerne mal wieder treffen?
Neben zwei ganz engen Freundschaften, wäre es sicher interessant was aus den anderen geworden ist. Mit einigen gibt es schon noch regen Kontakt. Aber mit allen kann man nicht Kontakt halten.
Wenn es sich mal ergeben würde sich im Pastis zu treffen, wäre das sicher eine lustige Runde.
11. Wenn Sie sich vorstellen Sie hätten in der Corona-Zeit studiert …
das wäre sicher viel schwieriger gewesen. Man muss den Hut ziehen vor denen, die in der Zeit das Studium durchgezogen haben – ich weiß nicht ob ich das so geschafft hätte und es blutet einem schon das Herz wenn man mitbekommt, dass Studierende teilweise 3 – 4 Semester studieren ohne überhaupt einen Hörsaal gesehen zu haben. Ich hoffe, dass alle die das so erlebt haben und jetzt vielleicht an einem „normalen“ Studierendenleben teilnehmen können.
12. Von meiner Hochschule bzw. dem Alumni-Management wünsche ich mir …
mit dem Engagement so weiter machen. Es ist eine tolle Einrichtung mit großem Angebot. Es lebt aber am Ende des Tages vom Mitmachen. Vom Alumni-Management wird ein Rahmen angeboten und es liegt an jedem selbst diesen zu füllen.
13. Was für eine Veranstaltung sollte organisiert werden?
Das Oktoberfest – vom Fachbereich WI.
Anmerkung der Redaktion
Den Lebenslauf dürfen wir noch um einen weiteren Punkt ergänzen: Sebastian Macho ist neues Vorstandsmitglied im Kuratorium des Kloster Eberbach – Herzlichen Glückwunsch hierzu.
Zu ein paar Punkten im Interview:
1. Das Pastis gibt es noch.
2. Das Oktoberfest wurde immer vom Fachbereich organisiert. Früher konnten die „älteren“ Absolventen ebenfalls teilnehmen, was durch Corona eingeschränkt war. Ich werde beim Fachbereich nachfragen und anregen die früheren Alumni im nächsten Jahr wieder mit einzuladen.
3. Wir freuen uns auf die Exkursion am 24. Mai 2024 zum Kloster und laden alle interessierten Alumni ein, sich anzumelden. Hierzu einfach eine Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!