PRESSEMELDUNG DER UNIVERSITÄTSSTADT MARBURG

Vor gut einem Jahr hatte Musikschulleiter Eugen Anderer die Idee, die altersbedingten Schwächen des Musikschulgebäudes Am Schwanhof 68 und die durch zunehmende Schülerzahlen immer schwierigere Raumsituation in eine positive Zukunftsvision umzuwandeln: „Wie wäre es, wenn wir einfach Ideen entwickeln, wie eine zukünftige Musikschule aussehen muss, die alle Anforderungen an einen modernen Unterrichtsbetrieb erfüllt und darüber hinaus auch als Treffpunkt für musikinteressierte Menschen dienen kann,“ hat es Anderer damals formuliert. Gemeinsam mit einer aus dem Kollegium der Musikschule Marburg zusammengesetzten Planungsgruppe wurde ein Katalog entwickelt, der die Vorstellungen der Schule in konkrete Raum- und Flächenzahlen zusammenfasste.

Dass es aber nicht nur bei theoretischen Gedankenspielen bleiben sollte, stand für Anderer fest: „Es könnte doch eine reizvolle Aufgabe für Architekturstudenten sein, sich bei der Planung der Musikschule von einer nicht ganz alltäglichen Aufgabenstellung herausfordern zu lassen.“ Kurzerhand nahm er Kontakt zur Technischen Hochschule Mittelhessen auf, die an ihrem Standort in Gießen einen Studiengang für Architektur anbietet. Besonders wichtig für die Planungsgruppe: „Es darf nicht nur die Konzeption eines Neubaus sein, die Studierenden sollen sich auch mit der Sanierung und Modernisierung des vorhandenen Gebäudes beschäftigen, denn wir wollen unseren Standort am Schwanhof nicht verlassen.“

Da passte es gut, dass am Fachbereich Bauwesen der THM mit den Professoren Bartosz Czempiel (Fachgebiet Entwerfen und Visualisieren) und Nikolaus Zieske (Fachgebiet Entwerfen und Bauen im Bestand) Experten für beide Aufgabenstellungen tätig sind. Die Professoren ließen sich für die Idee begeistern und legten die Planung eines Musikschulgebäudes auf dem vorhandenen Areal in Marburg für ihre Studentinnen und Studenten als Masterthesis Aufgabenstellung fest. Einblick in die Situation und den Arbeitsalltag am Schwanhof erhielten sie bei einer Besichtigung der Musikschule, einige Studierende schauten auch noch bei verschiedenen Unterrichtsstunden zu. Danach ging es an die Arbeit.

Am Mittwoch, dem 25. September 2024, stellten die Studierenden in Gießen ihre Ergebnisse vor. Und die sind schlicht überwältigend, sehr viele haben sichtlich Freude an der komplexen Aufgabe gezeigt. Entstanden sind 25 Entwürfe mit einer Vielzahl von Lösungen für Raumkonzepte, Gebäude- und Fassadengestaltung. Realisiert wurden sie in Form von größeren und kleineren Modellen sowie je fünf Plänen im Großformat, auf denen die Raumsituation durch Grundrisse und Schnitte sowie durch fotorealistische 3D-Grafiken präsentiert werden. Eine Besonderheit ist das große Umgebungsmodell, in dem alle Nachbargebäude am Schwanhof dargestellt sind und in welches man die neuen Entwürfe wechselweise einsetzen kann.

Auch die Professoren sind mit den Entwürfen sehr zufrieden: „Wir haben mit diesem Absolventenjahrgang eine außergewöhnlich engagierte und kreative Gruppe erlebt,“ sagen Czempiel und Zieske. Eugen Anderer freut sich, dass Überlegungen um die zukünftige Gestaltung des Geländes am Schwanhof durch die Präsentation der Studierenden einen schönen visuellen Impuls bekommen haben.

Damit die gelungenen Arbeiten nicht nur im Archiv der THM oder in den Kellern der Absolventinnen und Absolventen verschwinden, wird ein Teil der Projektdarstellungen für die Marburger Bevölkerung vom 18. bis 22. November in einer Ausstellung im Bauamt in der Barfüßerstraße 11 zu sehen sein.

 

Termine

  • Vernissage am 18. November 2024 um 17:00 Uhr im großen Saal des Bauamtes in der Barfüßlerstraße 11 in Marburg. Die Vernissage wird von Stadtrat Dr. Michael Kopatz eröffnet.
  • Ausstellung vom 18. bis 22. November täglich von 9:00 bis 16:00 Uhr

 

Beispielentwürfe

2024 Masterthesis Visualisierung Estelle Mueller

2024 Masterthesis Visualisierung Nina Kryvenko2024 Masterthesis Visualisierung Stine Daude