„Auf dem Gebiet der Digitalisierung des Bauwesens ist dieses Forum bundesweit eine Marke.“ So ordnete THM-Präsident Prof. Dr. Matthias Willems den Kongress „Infrastruktur digital planen und bauen 4.0“ bei seiner Eröffnungsansprache ein. Zum zehnten Mal führte die groß angelegten Fortbildungstagung Wissenschaft, Baubranche und Administration in Gießen zusammen.
Bei dem zweitägigen Programm kooperieren der Fachbereich Bauwesen der Technischen Hochschule Mittelhessen, das mit ihr verbundene 5D-Institut und die TransMit GmbH als gemeinsame Veranstalter mit der Deutschen Bahn. Frank Gülicher, Leiter Digitales Planen und Bauen von Infrastrukturprojekten bei der DB Netz AG, konstatierte zum Auftakt, dass die Bauindustrie hierzulande auf dem Feld der Digitalisierung erheblichen Nachholbedarf habe. In Zusammenarbeit mit der THM wolle man daran mitwirken, „die Methode BIM nach Deutschland zu tragen und zu installieren“.
Was in der Fachwelt mit dem Kürzel BIM bezeichnet wird, bildete erneut den thematischen Schwerpunkt der Veranstaltung: Building Information Modeling. Darunter versteht man die systematische Planung, Ausführung und Bewirtschaftung von Bauwerken mit Software; also Verfahren der Datenmodellierung, die eine zentrale Funktion bei der digitalen Transformation im Bauwesen haben.
Vorträge wie der über die „Internationale Kooperation zur Einführung der BIM-Methode bei der Deutschen Bahn“, Praxisberichte unter anderem eines „BIM-Managers im kommunalen Verkehrswege- und Leitungstiefbau“ und Workshops zum Beispiel über „Die Zukunft des Infrastrukturbaus“ fanden ein großes Auditorium in der Kongresshalle Gießen. Zudem nutzten viele Interessierte das Angebot, online per Livestream dabei zu sein. Insgesamt waren 535 Anmeldungen zum Jubiläumskongress eingegangen – aus dem gesamten Bundesgebiet, Österreich, Spanien und der Schweiz.
Das Programm bot eine Reihe von Beiträgen zur Anwendung und den Perspektiven digitaler Werkzeuge bei Infrastrukturprojekten im Luft-, Schienen-, Straßen- und Wasserverkehr. Aktuelle Aspekte wie Nachhaltigkeit oder die Verwendung Künstlicher Intelligenz wurden ebenfalls aufgegriffen. Eine Podiumsdiskussion am zweiten Kongresstag widmete sich dem Thema „Bauen für Morgen: Die Ökobilanz im Infrastrukturbau“. Dabei kamen Experten aus der Baupraxis, dem Verbandswesen, von BIM Deutschland, dem nationalen Zentrum für die Digitalisierung des Bauwesens, und dem Bundesministerium für Digitales und Verkehr zu Wort.
Als wissenschaftlicher Leiter übernahm Prof. Dr. Joaquín Díaz vom Fachbereich Bauwesen der THM an beiden Tagen die Aufgabe, die wichtigsten Resultate der verschiedenen Programmschienen zusammenzufassen.
Quelle: THM Pressestelle, Gießen, 29. September 2023