Städtebau und Architektur südhessischer Gründerzeitquartiere – Frankfurt am Main, Wiesbaden und Darmstadt

Die Dissertation, die als Kooperation zwischen der Justus-Liebig-Universität Gießen und der Technischen Hochschule Mittelhessen entsteht, widmet sich der Thematik „Städtebau und Architektur südhessischer Gründerzeitquartiere" und ist Bestandteil des Forschungsprojekts „Städtebau-Atlas Hessen". Das Forschungsprojekt ist dem Fachgebiet Städtebau und Stadttheorie sowie dem Institut für Städtebau und Architektur des Fachbereichs Bauwesen an der Technischen Hochschule Mittelhessen zugeordnet und wird unter der Leitung von Prof. Dr.-Ing. Alexander Pellnitz geleitet. Die Dissertation ist als hybride Forschungsarbeit konzipiert. Dementsprechend wurden sowohl theoretische als auch empirische Elemente integriert.
Gegenstand der Forschungsarbeit ist die Untersuchung historischer Quartiersentwicklungen, des Städtebaus sowie der Architektur von Gründerzeitquartieren in südhessischen Großstädten. Untersucht werden das Nordend in Frankfurt am Main, die zusammenhängenden Quartiere Westend, Rheingauviertel und Dichterviertel in Wiesbaden sowie das Johannesviertel in Darmstadt. Während die drei Wiesbadener Quartiere als ein zusammenhängendes Quartier betrachtet werden, beschränkt sich die Untersuchung in Frankfurt am Main auf den östlichen Teil des Nordends. Eine wesentliche Aufgabe besteht in einer verbesserten Erfassung und einem besseren Verständnis der bestehenden Baukultur. Zu diesem Zweck werden zunächst die genannten Quartiere einer detaillierten Analyse unterzogen und anschließend in einem darauffolgenden Vergleich auf Gemeinsamkeiten und Affinitäten miteinander verglichen. Im Vergleich werden auch die Untersuchungsergebnisse der Quartiere mit den Theorien von den Städtebautheoretikern Camillo Sitte, Reinhard Baumeister und Josef Stübben abgeglichen.
Verfasser: M. Eng. Yannick Langer
Betreuer:
Prof. Dr.-Ing. Alexander Pellnitz, THM
in Bearbeitung
Nachverdichtung von Zeilenbausiedlungen der Nachkriegsmoderne

Nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden in fast allen deutschen Städten sogenannte Zeilenbausiedlungen. Aufgrund der massiven Kriegszerstörungen musste innerhalb kürzester Zeit, mit wenig Geld und Baumaterial, Wohnraum geschaffen werden. Nicht nur die ehemaligen Bewohner*innen der zerstörten Häuser waren darauf angewiesen, sondern auch Kriegsgeflüchtete und Vertriebene sowie Soldaten der alliierten Streitkräfte und ihre Familien.
Heute werden diese Siedlungen aufgrund ihrer Häufigkeit, der Serialität der einzelnen Baukörper und der homogenen Eigentumsstrukturen als ideale Nachverdichtungsgebiete angesehen. Der Gedanke dabei ist, mit einmaligem Planungsaufwand gleich ganze Nachbarschaften verdichten zu können und so schnell dem stetig wachsenden Bedarf an Wohnraum gerecht zu werden.
Die Dissertation, die als Kooperation zwischen der Technischen Hochschule Mittelhessen, der Justus-Liebig-Universität Gießen und der Frankfurt University of Applied Sciences entsteht, soll quantitatives und qualitatives Wissen als Entscheidungs- und Planungsgrundlagen für zukünftige Nachverdichtungen von Zeilenbausiedlungen zur Verfügung zu stellen. Aus dem Vergleich von Bestand und Nachverdichtung und dem Herausarbeiten typologischer Spezifika werden Rückschlüsse über Verdichtungsmaß, Strategien und wiederkehrende Themen innerhalb des Prozesses abgeleitet. Neben architektonischen Aspekten beleuchtet die Arbeit auch ökonomische, ökologische, politische, funktional- und sozialräumliche sowie baukulturelle Faktoren.
Verfasser: M. Sc. Lisa Kaufmann
abgeschlossen