Werkzeuge zur Durchführung des Bestandsaudits und
einer erweiterten Streckenkontrolle

FE 01.0178/2011/LRB

Die Richtlinie 2008/96/EG der EU zum Straßenverkehrsinfrastruktur-Sicherheitsmanagement wurde im Dezember 2010 in nationales Recht überführt. Sie sieht Sicherheitsaudits für Infrastrukturprojekte, Sicherheitseinstufung und Sicherheitsmanagement des in Betrieb befindlichen Straßennetzes sowie regelmäßige Sicherheitsinspektionen vor.

Während mit den Empfehlungen für das Sicherheitsaudit von Straßen seit 2002 ein bewährtes formalisiertes Verfahren zur Beurteilung der Sicherheitsbelange geplanter Straßen zur Verfügung steht, besteht insbesondere Bedarf an einem geeigneten Verfahren zur Detektion von Sicherheitsdefiziten im Bestand. Dies verdeutlichte die Grundlagenanalyse.

Durch Befragungen, Erfahrungsaustausche und erste Pre-Tests mit Straßenmeistereien und Verkehrsbehörden zeigten sich in der Verfahrensanalyse Stärken und Schwächen der bestehenden Verfahren. Die Streckenkontrolle baut dabei auf wesentlich zuverlässigeren und stabileren Strukturen auf als die Verkehrsschau. Abgeleitet wurden hieraus Verbesserungsbedarf für die bestehenden Verfahren sowie Grundlagen und Ansätze für ergänzende Sicherheitsüberprüfungen.

Mit der erweiterten Streckenkontrolle als flächendeckende Inspektion für ausgewählte Themenschwerpunkte und dem anlassbezogen Bestands­audit als ganzheitliches Verfahren wurden zwei unterschiedliche Ansätze entwickelt. Geeignete Werk­zeuge wie Defizitlisten, Schulungsprogramme und Anweisungen für die Anwender wurden aufgebaut und anhand von Pilotanwendung und Expertengesprächen abgestimmt.  

In der erweiterten Streckenkontrolle wurden etwa 1.840 km Straßennetz durch die Streckenwarte inspiziert. Es zeigte sich, dass der Straßenbetriebsdienst über einen großen Erfahrungsschatz hinsichtlich der Straßeninfrastruktur und Straßenausstattung verfügt und grundsätzlich in der Lage war, sicherheitsrelevante Defizite aus dem planerischen Bereich zu benennen. Die meisten Defizite wurden allerdings bei Hindernissen im Seitenraum und Fahrzeug-Rückhaltesystemen festgestellt.

Die Durchführung von exemplarischen Bestands-audits auf sechs Strecken brachten wichtige Erkenntnisse im Hinblick auf die Ausgestaltung des Verfahrens. Wie bei der erweiterten Streckenkontrolle zeigte sich, dass die methodische Vorgehensweise und die entwickelten Werkzeuge von Grund auf funktionieren und lediglich kleinerer Anpassungen bedürfen. 

Technische Hochschule Mittelhessen:
Prof. Dr.-Ing. Andreas Bark
Dipl.-Ing. René Kutschera M.Sc.
Katerina Resnikow M.Eng

Wissenschaftliche Partner:
Hochschule Darmstadt
Fachgebiet Verkehrswesen

Prof. Dr.-Ing. Jürgen Follmann
Marcell Biederbick M.Eng.

Projektlaufzeit: Jan 2012 - Mai 2015
Finanzierung: Forschungsprojekt des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) [link] vertreten durch die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt)  [link]

Evaluation der Anwendung und der Ergebnisse der Sicherheitsaudits
von Straßen in Deutschland

FE 82.535/2011

Das Sicherheitsaudit stellt einen wesentlichen Bestandteil des Sicherheitsmanagements von Straßen in der Planungsphase dar. Ein aktueller systematischer Überblick über die Auditpraxis in den Ländern sowie über die Verbreitung in Kommunen lag jedoch bisher nicht vor. Ziel war es daher, zunächst Wissenslücken bezüglich der tatsächlichen Anwendung und der organisatorischen Verankerung des Sicherheitsaudits zu schließen. Hierfür erfolgten zunächst eine Recherche zur Anwendung von Sicherheitsaudits auf Länder- und kommunaler Ebene sowie eine Erhebung zu durchgeführten Audits. In diesem Zusammenhang erfolgte auch ein Erfahrungsaustausch mit Auditoren von Straßenbauverwaltungen der Länder sowie mit Auditoren von Stadtverwaltungen. Darüber hinaus wurden jeweils 200 Auditberichte zu außer- und innerörtlichen Maßnahmen einschließlich der zugehörigen Stellungnahmen ausgewertet. Darauf aufbauend erfolgte die detaillierte Untersuchung ausgewählter auditierter Maßnahmen, die bereits realisiert und unter Verkehr waren und für die ein Unfallgeschehen von mindestens drei Jahren nach Verkehrsfreigabe vorlag.

Während die Gespräche zum Erfahrungsaustausch weitestgehend übereinstimmende Aussagen im Hinblick auf die Auditierung von außer- und innerörtlichen Maßnahmen erbracht haben, haben die Auswertungen der jeweils 200 Audits wie auch die Detailauswertung der Audits von Außerorts- und Innerortsstraßen zu unterschiedlichen Erkenntnissen geführt.

Abschließend wurden Empfehlungen zur Weiterentwicklung der Auditpraxis in Deutschland sowie zur Übernahme in die Fortschreibung der ESAS abgeleitet. Der wesentliche Baustein im Zusammenhang mit der Fortschreibung der ESAS war die Erarbeitung von Defizitlisten, die zukünftig in elektronischer Form zur Verfügung stehen sollen und anhand derer ein Audit auf Vollständigkeit überprüft werden kann. Ferner sollen sie für eine Dokumentation und Auswertung der Auditergebnisse genutzt werden können.

Technische Hochschule Mittelhessen:
Prof. Dr.-Ing. Andreas Bark
Dipl.-Ing. Caroline Chales de Beaulieu M.Eng.
Carolin Theis B.Eng.

Wissenschaftliche Partner:
Dr.-Ing. Reinhold Baier
Dr.-Ing. Michael M. Baier
Dipl.-Ing. Alexandra Klemps-Kohnen

BSV Büro für Stadt- und Verkehrsplanung
Dr.-Ing. Reinhold Baier GmbH

Projektlaufzeit: Jan 2012 - Apr 2015
Finanzierung: Forschungsprojekt des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) [link] vertreten durch die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt)  [link]

Bewertung der Sicherheitsbelange der Straßeninfrastruktur

FE 16.0012/2009

Eine Zielsetzung dieses Forschungsprojekts war es, die bisher im Entwurf des „Handbuchs für die Bewertung der Verkehrssicherheit“ (HVS) aus dem Jahr 2008 für Strecken und Knotenpunkte von Landstraßen und Autobahnen gesetzten Werte für Grundunfallkostenraten (gUKR) und Zuschläge zu diesen Unfallkostenraten (zUKR) bei Abweichungen vom richtliniengerechten Ausbau durch praktische Anwendung zu überprüfen und gegebenenfalls Vorschläge für erforderliche Modifikationen zu unterbreiten.

Dazu erfolgte eine beispielhafte Anwendung des standardisierten Verfahrens nach dem HVS-Ent­wurf 2008 zur Ermittlung von standardisierten Unfallkostenraten bei einer größeren Zahl von konkreten Planungsmaßnahmen, wobei auch die Praxistauglichkeit dieses Verfahrens beurteilt werden sollte. Darüber hinaus wurde im Rahmen des Forschungsprojekts ein zwischenzeitlich vorliegendes, auf der Basis von so genannten „Verallgemeinerten Linearen Modellen“ (GLM) entwickelter Ansatz zur Abschätzung von standardisierten Unfallkostenraten von Landstraßen auf das Kollektiv der Autobahnen erweitert.

Es zeigte sich, dass das standardisierte Verfahren des HVS-Entwurfs 2008 auf der Grundlage von strecken- und knotenpunktspezifischen Grundunfallkostenraten und Zuschlägen auf Grund nicht regelgerechter Planung nach einer gewissen Einarbeitungszeit für einen Planer, der Sicherheitsbewertungen durchführen soll, einfach anwendbar ist.

Die Anwendung des Verfahrens bei den ausgewählten Planungsmaßnahmen zeigte, dass sehr niedrige Unfallkostenraten von sicheren Land­straßen und Autobahnen mit dem Modellansatz ebenso wenig abgebildet werden können wie sehr hohe Unfallkostenraten, wie sie bei Unfallhäufungsstellen beobachtet werden können. Die mit den entwickelten Modellansätzen ermittelten standardisierten Unfallkostenraten haben eine relativ schmale Bandbreite. Das standardisierte Verfahrensmodell des HVS-Entwurfs 2008 ist deshalb nicht geeignet, für einzelne Netzelemente das Unfallgeschehen zu prognostizieren, es dient vielmehr dazu, die Sicherheitswirkungen bestimmter Entwurfselemente, besser als bisher, quantitativ abzuschätzen.

Die aus den Untersuchungen resultierenden konkreten Vorschläge für die Weiterentwicklung des Verfahrens sollen dem Arbeitsausschuss 2.13 „Verkehrssicherheitsbewertung von Straßen“ der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrs­wesen (FGSV) als Grundlage für die weiterführenden Beratungen dienen.

Fachhochschule Gießen-Friedberg:
Prof. Dr.-Ing. Andreas Bark, Dipl.-Ing. René Kutschera M.Sc.

Wissenschaftliche Partner:
Technische Universität Dresden, Professur für Straßenverkehrstechnik [link
BSV Büro für Stadt- und Verkehrsplanung Dr.-Ing. Reinhold Baier GmbH [link]

Projektlaufzeit: Nov 2009 bis Apr 2012
Finanzierung: Forschungsprojekt des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) [link] vertreten durch die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt)  [link]

Empfehlungen zur Vermeidung von Zusammenstößen mit dem Gegenverkehr
auf Landstraßen

FE 03.475/2011/ARB

Ziel der Forschungsarbeit war die Erstellung eines Modells zur Ermittlung der Wahrscheinlichkeit des Eintritts von Unfällen auf Landstraßen, die zum Zusammenstoß mit dem Gegenverkehr führen. Auf der Grundlage der Einflussgrößen, die deratige Unfälle begünstigen, sollten Empfehlungen zur Vermeidung solcher Unfälle abgeleitet werden.

Auf Grundlage des Unfallgeschehens der Jahre 2008 – 2010 (Unfalltypen 1 und 6 in Verbindung mit der Unfallart 4) wurde ein Streckenkollektiv differenziert nach den Unfalltypen 1 und 6 mit einer Länge von jeweils ca. 100 km ausgewählt und mit dem Messfahrzeug „UNO“ der TU Dresden befahren. Basierend auf den dabei erhobenen Streckenmerkmalen wurden mehrere Modellreihen auf ihre Aussagekraft hin untersucht. Im Ergebnis wurden zwei getrennte Modelle zur Abschätzung der Wahrscheinlichkeit von Fahrunfällen bzw. Unfällen im Längsverkehr, die zu einem Zusammenstoß mit dem Gegenverkehr führen, erstellt, da über diese zwei separaten Unfallhäufigkeitsmodelle jeweils eine bessere Anpassungsgüte erreicht werden konnte. Das Unfallhäufigkeitsmodell für die Fahrunfälle beschreibt das Unfallgeschehen aller Unfälle des Unfalltyps 1 mit der Unfallart 4, während das Unfallhäufigkeitsmodell für Unfälle im Längsverkehr lediglich auf dem Unfallgeschehen des Unfalltyps 6 mit der Unfallart 4 ohne die Ursache „Überholen“ basiert.

Es konnte festgestellt werden, dass das Unfallgeschehen von Fahrunfällen mit der Unfallart 4 neben den voraussetzenden Einflussvariablen (Streckenlänge und durchschnittlicher täglicher Verkehr) durch die Dichte an Elementen mit mittlerer und hoher Abweichung von einer guten Relationstrassierung nach den RAL (FGSV, 2012) und dem Längenanteil von Gefällestrecken mit s < -4% bestimmt wird. Das Unfallgeschehen im Längsverkehr mit der Unfallart 4, allerdings ohne die Ursache „Überholen“, wird neben den voraussetzenden Einflussvariablen von Elementen mit geringer, mittlerer oder hoher Abweichung von einer guten Relationstrassierung nach den RAL beeinflusst.

Als Ergebnis der beiden Unfallhäufigkeitsmodelle wird empfohlen, bei Planungsmaßnahmen stets den guten Bereich der Relationstrassierung nach den RAL einzuhalten und bei bestehenden Strecken insbesondere Bereiche mit mittlerer oder hoher Abweichung von den Vorgaben der RAL so weit wie möglich anzupassen. Darüberhinaus sollten insbesondere Abweichungen von einer guten Relationstrassierung in Kombination mit hohen Längsneigungen (s > 4%) vermieden werden.

Technische Hochschule Mittelhessen:
Prof. Dr.-Ing. Andreas Bark
Dipl.-Ing. Caroline Chales de Beaulieu M.Eng.

Wissenschaftliche Partner:
Univ.-Prof. Dr.-Ing. Christian Lippold
Dipl.-Ing. Andreas Heine
Dipl.-Ing. Anne Vetters
Dipl.-Ing. Janette Zösch
Technische Universität Dresden

Projektlaufzeit: Mär 2011 - Okt 2014
Finanzierung: Forschungsprojekt des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) [link] vertreten durch die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt)  [link]

Entwurfstechnische Empfehlungen für Autobahntunnelstrecken

FE 02.0333/2011/EGB

Der Entwurf und der Betrieb von Tunneln im Zuge von Bundesautobahnen sind in den Richtlinien für die Anlage von Autobahnen (RAA 2008) und in den Richtlinien für die Ausstattung und den Betrieb von Straßentunneln (RABT 2006) geregelt. Hier sind die Hinweise zu der Wahl des Tunnelquerschnittes und zu den anzusetzenden Trassierungsgrenzwerten sowie die Anforderungen hinsichtlich Sicherheit und Betriebsabläufen enthalten. Zielsetzung des Forschungsvorhabens war es daher, die Tunnelbauwerke bezüglich ihrer Verkehrssicherheit zu untersuchen.

Auf Grundlage der vorhandenen Informationen zur Trassierung wurden die Tunnelbauwerke gemäß ihrer Besonderheiten typisiert. Die Typisierung der 41 untersuchten Tunnel wurde anhand der Merkmale Fahrstreifenanzahl, dem Vorhandensein von Seitenstreifen und Ein- und Ausfahrten in Tunneln sowie der Höhe der zulässigen Höchstgeschwindigkeit vorgenommen.

Im nächsten Arbeitsschritt wurde eine makroskopische Unfallanalyse durchgeführt. Für die Analyse wurden die Verkehrsunfallanzeigen bzw. vergleichbare Unfalldaten aus Lieferungen der Polizeidienststellen herangezogen. Darauf aufbauend wurden Unfallkenngrößen der einzelnen Tunnelröhren ermittelt. Das Tunnelkollektiv umfasste Tunnelstrecken sowohl mit als auch ohne Anschlussstellen. In der makroskopischen Unfallanalyse wurden die ermittelten Unfallkenngrößen der Tunnelteilkollektive gegenübergestellt sowie mit denen der Außenstrecken verglichen. Die Bewertung des Unfallgeschehens in Tunneln führte zu der Erkenntnis, dass eine Anordnung von Seitenstreifen zur Senkung der Unfallrate und der mittleren Unfallkostenrate bei 2-streifigen Tunnelquerschnitten beitragen kann.

In der anschließenden mikroskopischen Unfallanalyse wurden die Anschlussstellen innerhalb der Tunnelbauwerke untersucht. Hierbei wurden vor allem die Unfallmerkmale wie Unfallursachen und Unfallumstände näher betrachtet. Die Betrachtung der Lage von Ein- und Ausfahrten in Tunneln hat ergeben, dass diese keine eindeutige Auswirkung auf das Unfallgeschehen hat. Infolge der Ein‑ und Ausfahrvorgänge treten jedoch vermehrt Unfälle in diesen Bereichen auf. Somit sind die Ein- und Ausfahrten in Tunneln nach Möglichkeit zu vermeiden.

Darüber hinaus wurde eine Analyse zum Verkehrsablauf in Tunneln durchgeführt. Im Rahmen dieser Analyse erfolgten für ausgewählte Tunnel die Modellierung von q-V-Beziehungen und die Ermittlung von Kapazitätswerten

Technische Hochschule Mittelhessen:
Prof. Dr.-Ing. Andreas Bark
Dipl.-Ing. René Kutschera M.Sc.
M.Eng. Katerina Resnikow

Wissenschaftliche Partner:
BSV Büro für Stadt- und Verkehrsplanung
Dr.-Ing. Reinhold Baier GmbH [link]

Dr.-Ing. Michael M. Baier
Dipl.-Ing. Wolfgang Schuckließ

Projektlaufzeit: Dez 2011 - Sep 2013
Finanzierung: Forschungsprojekt des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) [link] vertreten durch die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) [link]

Wirkung, Akzeptanz und Dauerhaftigkeit von Elementen der Fahrtrichtungstrennung
auf Landstraßen

 FE 02.281/2007/AGB 

Die Neufassung des deutschen Regelwerkes für den Entwurf von Landstraßen (RAL) verfolgt das Ziel wieder erkennbare Straßentypen zu schaffen. Damit sollen begreifbare Fahrräume gestaltet werden, die den Kraftfahrer veranlassen in Abhängigkeit vom Entwurfsstandard sein Fahrverhalten anzupassen.

Dafür sehen die RAL künftig vier Entwurfsklassen vor. Straßen verschiedener Entwurfsklassen sollen sich deutlich vonein­ander unterscheiden. Das Konzept wieder erkenn-barer Straßen kann nur erreicht werden, wenn die geometrische Gestaltung mit einer eindeutigen Markierung und Beschilderung einher geht.

Auf Straßen mit einer großräumigen Verbindungsfunktion ist ein Regelquerschnitt RQ 15,5 mit alternierenden Überholfahrstreifen vorgesehen. Die Fahrtrichtungen werden mit einem ein Meter breiten verkehrstechnischen Mittelstreifen voneinander getrennt.

Ziel des Projektes ist es, auf der Grundlage von Kenntnissen über die Wirkung, Akzeptanz und Kosten von Elementen zur Fahrtrichtungstrennung eine geeignete und dauerhafte Form zur Kennzeichnung durchgängiger Überholverbote zu ermitteln und zu empfehlen.

Auf Grundlage nationaler und internationaler Erfahrungen werden eigene Trennstreifen­typen erarbeitet und auf vier Untersuchungs­strecken angeordnet. Die Breite des verkehrs­technischen Mittelstreifens variiert dabei zwischen 0,75 und 1,00 m.

Für jede Variante wird das Spur- und Geschwindigkeitsverhalten analysiert, regel-widrige Überholungen ermittelt und in einem Vorher-/Nachher- Vergleich gegenübergestellt. Darüber hinaus werden die Vor- und Nachteile der verschiedenen Varianten verglichen und die Akzeptanz der Kraftfahrer sowie der Straßenbauverwaltung ermittelt.

Im Ergebnis zeigte sich, dass die Gestaltung der Fahrtrichtungstrennung keinen Einfluss auf die Fahrgeschwindigkeiten hat. Auch das Spurverhalten bleibt größtenteils unverändert. Nur bei der Anordnung von der Fahrbahn aufragender Elemente stellt sich ein größerer Abstand zu Fahrtrichtungstrennung ein. Regelwidrige Überholungen wurden selten festgestellt. Die Befragung der Kraftfahrer ergab eine hohe Akzeptanz der Maßnahmen. Dabei werden farbige Richtungstrennungen bevorzugt. Die Bewertung der Kosten zeigte, dass die Variante „Schrägstrichgatter“ am wirtschaftlichsten ist. Von der Fahrbahn aufragende Elemente sind aufgrund der Probleme des Straßenbetriebsdienstes und wegen der Neubildung von Eisglätte im Winter nicht zu empfehlen.

Für die Fahrtrichtungstrennung des RQ 15,5 wird daher eine farbige Variante empfohlen. Diese fördern im Sinne des Prinzips der RAL die Wiedererkennbarkeit, stoßen auf großen Zuspruch seitens der Straßenbauverwaltung sowie der Kraftfahrer und haben eine lange Haltbarkeit. Als Vorzugsvariante wird die Farbe RAL 6024 „verkehrsgrün“ empfohlen.

Technische Universität Dresden, Lehrstuhl Gestaltung von Straßenverkehrsanlagen  [link
Univ. Prof. Dr.-Ing. Christian Lippold, Dipl.-Ing. Katrin Enzfelder

Fachhochschule Gießen-Friedberg:
Prof. Dr.-Ing. Andreas Bark
Dipl.-Ing. René Kutschera M.Sc.

Projektlaufzeit: Mär 2008  bis Dez 2010
Finanzierung: Forschungsprojekt des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) [link] vertreten durch die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt)  [link]

Ermittlung des Aquaplaningrisikos auf Bundesfernstraßen unter Berücksichtigung des Klimawandels und den damit verbundenen Niederschlagsereignissen

FE 89.240/2009/AP

Aquaplaning bezeichnet die Unterbrechung des Kontaktes zwischen Reifen und Fahrbahn bei hoher Geschwindigkeit aufgrund eines Wasserfilms. Insbesondere Verwindungsbereiche an Autobahnen weisen aufgrund der Fahrbahnbreite häufig ein vermindertes Entwässerungspotenzial auf. Daher besteht dort ein besonders hohes Risiko für das Auftreten von Aquaplaning. Zielsetzung des Forschungsvorhabens war es daher, das Aquaplaningrisiko an Bundesautobahnen vor dem Hintergrund zunehmender Starkregenereignisse infolge des globalen Klimawandels zu untersuchen.

Auf Grundlage prognostizierter Klimadaten wurden Regionen in Deutschland ermittelt, die infolge des Klimawandels zukünftig vermehrt mit Starkniederschlagsereignissen zu rechnen haben. Darauf aufbauend wurden anhand vorhandener Informationen zur Trassierung die Verwindungsbereiche der Autobahnen in den betroffenen Regionen lokalisiert und gemäß ihrer Längsneigung klassifiziert.

Mithilfe der Software PLANUS erfolgte für ein repräsentatives Kollektiv von Simulationsfällen eine Berechnung der Wasserfilmdicken sowie der hieraus resultierenden Aquaplaninggeschwindigkeiten. Die Ergebnisse wurden in Tabellenform zusammengefasst. Diese ermöglichen es, konkrete, im Bestand vorhandene Verwindungsbereiche mit bekannten Trassierungs- und Oberflächenparametern einem der Simulationsfälle zuzuordnen und so die Größenordnung der zu erwartenden Aquaplaninggeschwindigkeit zu bestimmen.

Eine Abschätzung der Zeitanteile, in denen der Verkehrsablauf an einem Autobahnabschnitt aufgrund von Aquaplaning beeinträchtigt wird, erfolgt durch Verknüpfung der berechneten Aquaplaninggeschwindigkeiten eines Netzabschnitts mit der Anzahl der Tage, an denen ein entsprechender Schwellwert der Niederschlagsintensität überschritten wird.

Weiterhin wurde am Beispiel von Querrinnen sowie der Ausbildung einer Schrägverwindung die Wirksamkeit von Maßnahmen zur Reduzierung kritischer Wasserfilmdicken untersucht. 

Fachhochschule Gießen-Friedberg:
Prof. Dr.-Ing. Andreas Bark
Dipl.-Ing. René Kutschera M.Sc.
Dipl.-Ing. Heinrich Schmidt

Wissenschaftliche Partner:
Technische Universität Darmstadt, Fachgebiet Ingenieurhydrologie und Wasserbewirtschaftung [link]

Projektlaufzeit: Jan 2010 bis Jan 2011
Finanzierung: Forschungsprojekt des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) [link] vertreten durch die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt)  [link]

Entwicklung eines 3D-Simulationstools zur Überprüfung von Straßenentwürfen

17 40 X 05

Ziel des Forschungsprojekts war die Entwicklung eines dreidimensionalen Simulationstools zur Überprüfung von Straßenentwürfen auf sicherheitsrelevante Entwurfsdefizite für Sicherheitsauditoren und Planer von Landstraßen im Rahmen des Programms zur Förderung angewandter Forschung an Fachhochschulen im Verbund mit der Wirtschaft FH3.

Erfahrungen aus durchgeführten Sicherheitsaudits von Landstraßen zeigen, dass vorhandene Entwürfe von Straßen immer wieder gravierende Defizite in der räumlichen Linienführung aufweisen. Auch die Einhaltung von Halte- bzw. Überholsichtweiten wird oftmals nicht beachtet. Ein Grund dafür, dass diese Defizite oftmals nur schwer zu erkennen bzw. zu vermeiden sind, liegt im Entwurfsprozess selbst begründet, denn der Entwurf einer Straße wird getrennt im Lageplan, im Höhenplan und mittels Querprofilen durchgeführt. Dabei handelt es sich jeweils um eine zweidimensionale Darstellung der Straße. In der Realität ist die Straßenverkehrsanlage jedoch ein dreidimensionales Gebilde, bei dem die räumliche Wirkung maßgeblichen Einfluss auf das Erscheinungsbild und somit auch auf das Fahrverhalten der Kraftfahrer und die Verkehrssicherheit hat.

Forschungsschwerpunkt war daher die Entwicklung eines Werkzeugs für den rechnergestützten Straßenentwurf, um Defizite der räumlichen Linienführung, wie z.B. Tauchen und Springen, bereits in frühen Planungsstadien zu erkennen. Insbesondere die Problematik von nicht ausreichenden Sichtweiten und Sichtschattenbereichen wurde hierbei berücksichtigt. Durch die Visualisierung kann die räumliche Wirkung eines Straßenentwurfs frühzeitig durch den Planer geprüft und gegebenenfalls korrigiert werden.

Fachhochschule Gießen-Friedberg:
Prof. Dr.-Ing. Andreas Bark
Dipl.-Ing. Heinrich Schmidt

Wissenschaftliche Partner:
AKG Software Consulting GmbH, Heitersheim [link]
Bauhaus-Universität Weimar, Professur Verkehrsplanung und Verkehrstechnik [link]
Technische Universität Dresden, Lehrstuhl Gestaltung von Straßenverkehrsanlagen [link]

Projektlaufzeit: Oktober 2006 bis Juni 2010
Finanzierung: Forschungsprojekt des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) [link] vertreten durch die Arbeits­ge­mein­schaft industrieller Forschungsvereinigungen „Otto von Guericke“ e.V. (AiF) [link]

Sicherheitsrelevante Aspekte der Straßenplanung, Material‑ und Beispielsammlung für Planer und Auditoren

FE 82.0336/2007

Immer wieder werden Straßenbaumaßnahmen geplant und realisiert, bei denen die Möglichkeiten der geltenden Technischen Regelwerke für eine verkehrssichere Gestaltung nicht ausgeschöpft werden.

Zielsetzung des Forschungsvorhabens war es, Schulungsunterlagen zu entwickeln, die sowohl zur Qualifizierung von Sicherheitsauditoren als auch zur Weiterbildung von Planern geeignet sind. Die zu erstellenden Materialien sollen Planern und Auditoren das Erkennen von Defiziten sowie das Vermeiden von Planungsfehlern erleichtern.

Neben verfügbaren Auditauswertungen Dritter und 315 von den Forschungsnehmern selbst erstellten Auditberichten wurden bestehende Schulungsunterlagen für Planer bzw. Sicherheitsauditoren auf ihren Umfang, ihre Inhalte und Konzepte hin ausgewertet.

Die Festlegung der Schulungsmodule orientierte sich sowohl an den bereits in der Praxis angewendeten Curricula für die Auditorenausbildung als auch an der durchgeführten Auswertung vorhandener Auditberichte sowie der Analyse vorliegender Schulungsunterlagen. Die Schulungsmodule und deren Inhalte wurden im Arbeitsausschuss Sicherheitsaudit von Straßen vorgestellt und diskutiert. Sie sind bereits im Anhang 1 des im Druck befindlichen Merkblatts für die Ausbildung und Zertifizierung der Sicherheitsauditoren von Straßen (MAZS 2008) aufgenommen.

Für die festgestellten Defizite der relevanten Entwurfselemente wurden auf Grundlage der Entwurfsregelwerke jeweils die sicherheitsrelevanten Aussagen und Entwurfslösungen herausgearbeitet und zugeordnet.

Im Ergebnis wurde eine Material- und Beispielsammlung erstellt, die in den Schulungsunterlagen zu jedem Grundlagen- und Thematischen Modul auch entsprechende Beispielsequenzen zu jedem Modul beinhaltet.

Die Bearbeitung des Projektes erfolgte federführend an der Technischen Hochschule Mittelhessen in Zusammenarbeit mit der BSV Büro für Stadt- und Verkehrsplanung Dr.-Ing. Reinhold Baier GmbH in Aachen.

Fachhochschule Gießen-Friedberg:
Prof. Dr.-Ing. Andreas Bark
Dipl.-Ing. René Kutschera M.Sc.

Wissenschaftliche Partner:
BSV Büro für Stadt- und Verkehrsplanung
Dr.-Ing. Reinhold Baier GmbH [link]

Projektlaufzeit: Mai 2007 bis Juni 2009
Finanzierung: Forschungsprojekt des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) [link] vertreten durch die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) [link]

Handbuch für die Verkehrssicherheit von Straßen

FE 03.389/2005/FGB

Die verkehrsicherheitsrelevanten Aspekte von Straßenverkehrsanlagen sind in vielen Technischen Regelwerken enthalten, ohne dass dabei einheitliche Definitionen und Maßzahlen zur Beschreibung des Sicherheitsniveaus vorliegen. Die zurzeit in den Regelwerken vorliegenden Verfahren für die Beschreibung der Verkehrssicherheit basieren auf unterschiedlichen methodischen Ansätzen, arbeiten auf unterschiedlichen Ebenen und verwenden unterschiedliche Sicherheitskriterien und Sicherheitskennwerte.

Ziel des Forschungsprojektes war die Erstellung eines Entwurfs für ein Handbuch für die Bewertung der Verkehrssicherheit von Straßen. Das Handbuch soll zum einen einen Überblick über die bereits vorhandenen methodischen Ansätze geben und damit Planern und Entscheidungsträgern Möglichkeiten zur Erhöhung der Verkehrssicherheit von Straßenverkehrsanlagen aufzeigen, zum anderen soll es einheitliche und harmonisierte Bewertungskriterien für die Verkehrssicherheit bereitstellen, die einen Vergleich mit den Ergebnissen aus anderen Zielfeldern der Straßenplanung ermöglichen. Die Zusammenstellung der methodischen Ansätze, Definitionen und Maßzahlen zur Beschreibung der Verkehrssicherheit sowie Erarbeitung der Verfahren zur Sicherheitsbewertung von Streckenabschnitten und Knotenpunkten an Autobahnen, Landstraßen und Stadtstraßen erfolgten in enger Abstimmung mit der Projektgruppe. Grundlage hierfür waren die zurzeit gültigen sowie im Entwurf befindlichen Technischen Regelwerke.

Das Handbuch für die Bewertung der Verkehrssicherheit von Straßen behandelt neben den Einflussfaktoren auf die Verkehrssicherheit und den Grundbegriffen der Unfallstatistik auch die Einsatzbereiche und die Vorgehensweise bei der Auswertung von Straßenverkehrsunfällen, die Sicherheitsanalyse von bestehenden Straßennetzen und die Sicherheitsbewertung geplanter und bestehender Straßen. Die Sicherheitsbewertungen können für die Kategoriengruppen AS, LS, VS und HS geführt werden. Die im Handbuch behandelten Methoden ordnen sich in die anderen bestehenden formalisierten Instrumente der Verkehrssicherheitsarbeit ein.

Das Forschungsprojekt wurde mit der Erstellung und Übergabe des Schlussberichts (Entwurf eines Handbuches für die Bewertung der Verkehrssicherheit von Straßen) an die Bundesanstalt für Straßenwesen BASt im Oktober 2008 erfolgreich abgeschlossen. Die Überprüfung der vorgeschlagenen Verfahren und die weitere Ausarbeitung des Handbuchs erfolgt derzeit durch die Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen FGSV, ad-hoc-Gruppe 3.0.1, Leitung Herr Dr.-Ing. Roland Weber.

Fachhochschule Gießen-Friedberg:
Prof. Dr.-Ing. Andreas Bark
Dipl.-Ing. René Kutschera M.Sc.

Wissenschaftliche Partner:
BSV Büro für Stadt- und Verkehrsplanung
Dr.-Ing. Reinhold Baier GmbH [link]

Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen FGSV, ad-hoc-Gruppe 3.0.1 [ link ]

Projektlaufzeit: März 2006 bis Oktober 2008
Finanzierung: Forschungsprojekt des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) [link] vertreten durch die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) [link]