Darstellungs- und Präsentationstechnik

 

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Im Spannungsfeld zwischen realen Anforderungen unseres Alltags und utopischen Zielen werden Aufgaben gestellt, die analytische Prozesse in Gang setzen und die intensive Auseinandersetzung mit Programmen einfordern, um räumliche Strukturen zu entwickeln, die von Bewohntem bis Ungewohntem, alles zulassen was sich konzeptionell im hinterfragten Kontext rechtfertigen lässt. 

Dazu sind Vermittlungsstrategien gefragt, die in den Modulen der Darstellung und Gestaltung in vier Dimensionen erprobt werden

  • in Skizzen
  • in analogen und digitalen Zeichnungen 
  • in Film, Fotografie oder Modell
  • in 1:1  Versuchen

Das Medium ist vorerst ein Werkzeug, das durch die bewusste Wahl und individuelle Anwendung Teil einer Aussage zur Gestaltung unserer Umwelt wird. Bei der Darstellungslehre in der Architektur steht zweifelsohne die Darstellung von Gebäuden und noch-nicht-Gebautem im Mittelpunkt. Dennoch ist diese Festlegung weniger als unvollständig. Sie deckt lediglich den visuellen Aspekt von Architekur ab, ist also genaugenommen reine Abbildung. Genauso wichtig ist die Darstellung von nichtvisuellen Inhalten, solchen also, die zunächst nicht sichtbar sind, aber dennoch sichtbar gemacht weden sollen. Der Vorgang, nicht sichtbare (invisible) Inhalte sichtbar (visible) zu machen, könnte wörtlich als Sichtbarmachung (Visualisierung) bezeichnet werden, wäre der Begriff nicht bereits belegt durch genau die Darstellung derjenigen Aspekte der Architektur, die ohnehin sichtbar sind. Nicht sichtbare Inhalte sind jedoch alle anderen, und genau hier beginnt die Darstellungslehre, über die reine Abbildung hinaus gehen. Der Prozess des Architekurschaffens beginnt immer bei der begrifflichen Definition einer Entwurfsabsicht, egal, ob es sich dabei um einen räumlichen, einen materiallen oder einen ökonomischen Gedanken handelt. Diese Absicht ist in den wenigsten Fällen direkt abbildbar, sondern muss zuerst in den Bereich des Visuellen übertragen werden.

Entwerfen III

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Entwerfen ist eine zielgerichtete geistige und schöpferische Leistung, als Vorbereitung eines später daraus zu entwickelnden Gegenstandes. Entwerfen gilt als Schlüsseltätigkeit in einigen Bereichen der Bildenden Künste, spielt aber in vielen Aspekten des menschlichen Denkens und Handels eine Rolle, bei denen Kreativität und Planung eng miteinander verknüpft sind. Der Entwurf, als das Ergebnis eines Entwurfsprozesses, kann eine rein gedankliche Idee bleiben. In der Regel wird unter dem Begriff Entwurf jedoch eine Darstellung und Präsentation in Form von Texten, Zeichnungen, Grafiken und Modellen verstanden. Diese Darstellungen sind Mittel der Veranschaulichung und Kommunikation mit anderen Menschen. Anhand ihrer können Qualität, Funktionsweise und Funktionstüchtigkeit aber auch eventuelle Fehler eines Entwurfs überprüft, diskutiert und gegebenenfalls verbessert werden.

»Bauen ist künstlich Geschaffenes, ebenso wie Musik oder Literatur von Menschen gemacht sind. Und dennoch unterscheidet sich Bauen von diesen und vielen anderen künstlichen Werken von Menschen dadurch, dass Bauen stofflich ist: Material wird geformt und bedarf der Konstruktion, wenn es halten soll. Konstruktion und Material sind also beim Bauen die zwei unabdingbaren Faktoren, die die Gestalt beeinflussen.«  Entwerfen und Konstruieren ist ein umfassender Prozess, dem eine ganzheitliche Vorstellung zugrunde liegt.

Entwurf und Konstruktion sind daher untrennbar. Faktoren, die Architektur grundsätzlich und allgemein bestimmen, sind zahlreich und vielfältig, daher ist es notwendig, diese Einflussgrößen thematisch zu einem starken Architekturkonzept zu verbinden, dass die Umsetzung einer “Idee” in dieser Komplexität überhaupt ermöglicht.

ORT· RAUM· ZEIT· FUNKTION· KONSTRUKTION· GESTALT· MATERIAL· AUSDRUCK

Ziel ist dabei auch die Suche nach einer räumlichen, sinnlichen Erfahrung, die uns genauso berührt beim Betreten eines Raumes, wie beim Hören eines Musikstückes. Die Qualität des Raumes besteht dabei im feinen Gespür für Licht, Maßstab und Proportion ebenso, wie für die Schönheit und Ausdruck des Materials.

Baukonstruktion II

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Baukonstruktion beinhaltet das „Detail“ - das angemessene Fügen, das Verbinden von Bauteilen abhängig von Baustoffen und substantiellen Anforderungen. Baukonstruktion beinhaltet übergeordnete Prinzipien - Architektur entsteht aus und durch Konstruktion. Die Wechselwirkung zwischen Konstruktion und Gestalt, die immananten Abhängigkeiten und Widersprüche von Bauteil und Fügung, von Baustoff und Textur, von Bauweise und Haptik werden dabei deutlich.

Baukonstruktion beinhaltet Freiheit - eine Vielzahl an technischen und gestalterischen Lösungen steht uns heute zur Verfügung. Die daraus erwachsende  Vielschichtigkeit macht Architektur spezifisch, und abwechslungsreich.

Baukonstruktion beinhaltet Regeln -Gesetzmäßigkeiten hinsichtich materialspezifischen Kennwerte, montagerelevanter Daten, statischer Grundlagen, bauphysikalischer Sichtweisen, sinnlichen Fähigkeiten, die erst im Zusammenhang eine Lösung ergeben.

Es gilt daher, durch eine zeitgemäße Lehre die Konstruktion bereits in den Entwurfprozess einzubinden.

Technischer Ausbau I

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Die Bauhütten kannten keine Trennung von Architekt und Ingenieur. Die Trennung erfolgte erst im 19. Jahrhundert mit der industrialisierten Herstellung neuer Baustoffe und deren Verwendung. Neue Konstruktionen wurden entwickelt und zur Jahrhundertwende im 19. / 20. Jahrhundert begann die Gebäudetechnik, ein eigenständiges Gebiet beim Bauen zu werden. Vorher gab es kaum Haustechnik - Klima und Licht wurden durch die Baukonstruktion des Gebäudes selbst gelöst.

Heute besteht ein modernes Gebäude bereits mehr als zur Hälfte aus Ausbau und technischem Ausbau.

Die wirksamste Art umweltverträglicher zu bauen entsteht durch das intelligente Zusammenspiel von Entwurf, Baukonstruktion / Bauphysik, Ausbau und Technischer Gebäudeaustattung.

Aufgrund des Namens „Ausbau / Ausrüstung“ geht es nach traditionellem Verständnis im Fach Gebäudetechnik darum, eine durch den Entwurf des Architekten vorgegebene Hülle mit der notwendigen Gebäudetechnik aufzufüllen, auszubauen, oder schlimmstenfalls auszustopfen. Diesem (Miß-) Verständnis immanent ist die Trennung zwischen Entwurf und den immer komplexer werdenden Ansprüchen der technischen Gebäudeausstattung, welche als entwurfhinderlich und lästig angesehen wird. 

Diese tradierte Sichtweise führt in der Praxis zu Dissonanzen zwischen Architekt und Fachingenieuren und in der Konsequenz, bezogen auf ein Projekt, meist zu schlechten, teuren und ineffizienten Gebäuden. Das Problem mangelnder Integration technischer Notwendigkeiten in den Entwurfsprozess, hat sich mit der zunehmenden Komplexität der Anforderungen in den vergangenen Jahrzehnten verschärft, und unter den Aspekten der ökologisch-energetischen, sowie raumklimatischen Anforderungen noch zugespitzt.

Es gilt daher, durch eine zeitgemäße Lehre die Gebäudetechnik in den Entwurfprozess, aber auch in die Konstruktion einzubinden.

Stegreifentwerfen II

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