Der VDI Bezirksverein Mittelhessen hat fünf junge Ingenieure für ihre herausragenden Masterarbeiten und Dissertationen an der THM ausgezeichnet.
Die Förderung junger Ingenieurinnen und Ingenieure ist ein Hauptanliegen des VDI (Verein Deutscher Ingenieure). Denn zahlreicher sowie guter technisch-wissenschaftlicher Nachwuchs ist unabdingbar für die Bewältigung der Herausforderungen unserer Zeit und der Zukunft. Der VDI Bezirksverein Mittelhessen engagiert sich daher durch Förderung – etwa durch den seit 1991 vergebenen Robert-Paul-Kling-Preis – und Vernetzung der Studierenden in den Ingenieurwissenschaften sowie von Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteigern im Netzwerk Young Engineers.
In seinem Grußwort zu Preisverleihung betonte THM-Präsident Prof. Dr. Matthias Willems die bedeutende Rolle der Netzwerkarbeit von VDI und Hochschule bei der Gewinnung des so dringend benötigen Ingenieurnachwuchses. Dr.-Ing. Felix Brück, Vorstandsmitglied für Hochschulkontakte fasste die Stellungnahmen der Jury zusammen und stellte die Preisträger vor. Diese erläuterten den Anwesenden die Kernpunkte ihrer Arbeiten in Kurzvorträgen:
Masterarbeiten
Florian Schmutzler – „Nachhaltige Biogas-Entschwefelung an konditionierten Holzaschen“; sowie Tobias Kraft – „An Investigation into the Conditioning and H2S Uptake Capabilities of Biomass Ashes“: Die Arbeiten von Schmutzler und Kraft ergänzen sich, indem sie die Verwertung von Biomasse-Aschen als nachhaltige Alternative zu Aktivkohle in der Biogasreinigung untersuchen. Beide haben durch experimentelle Untersuchungen, verfahrenstechnische Optimierungen und Skalierungsversuche maßgeblich zur praktischen Anwendbarkeit dieses Ansatzes beigetragen. Aufgrund der engen inhaltlichen Verzahnung wurden beide Arbeiten gemeinsam prämiert, um den besonderen Teamgeist und die enge Kooperation zwischen beiden Preisträgern hervorzuheben.
Ivan Sirbu – „Klassifizierung von Schallemissionsdaten mittels neuronaler Netze zur Bestimmung der Quellenkoordinaten“: Sirbu hat durch die Anwendung künstlicher Intelligenz (CNNs) und Wavelet-Analyse zur Analyse von Schallemissionsdaten eine innovative Methode zur Bestimmung von Risskoordinaten entwickelt. Besonders hervorzuheben ist die Nutzung einer brandaktuellen Technologie aus dem Bereich der KI, mit der er am Puls der technischen Entwicklung gearbeitet hat. Zudem hat er in beeindruckend kurzer Zeit eine herausragende wissenschaftliche Leistung erbracht, die bereits mit einer internationalen Auszeichnung gewürdigt wurde.
Dissertationen
Dr.-Ing. Manuel Koob – „Beitrag zur Verankerung von Stahlbauteilen mittels Betondübeln in wandartigen Bauteilen“: Dr. Koob hat eine innovative Verankerungsmethode für Stahlbauteile in Beton entwickelt und dabei ein neues Bemessungsmodell erarbeitet. Seine Arbeit bietet direkte ingenieurwissenschaftliche Relevanz und industrielle Anwendbarkeit, insbesondere im Bauwesen und für Hybridtürme von Windkraftanlagen. Die Kombination aus experimenteller Validierung und numerischen Simulationen stellt einen wichtigen Fortschritt in der Tragwerksplanung dar.
Dr.-Ing. Gregor Dekevic – „Prozessentwicklung und -kontrolle für eine Produktionsplattform für Gelbfieber Virus-Like-Particles – VLPs“: Dr. Dekevic hat eine hocheffiziente biotechnologische Produktionsplattform für Virus-ähnliche Partikel (VLPs) entwickelt, die für die passive Immunisierung gegen das Gelbfiebervirus eingesetzt werden kann. Besonders gewürdigt wird die hohe gesellschaftliche Relevanz seiner Arbeit, die dazu beitragen kann, schnellere und kostengünstigere Lösungen für vernachlässigte Tropenkrankheiten bereitzustellen. Seine Dissertation verbindet bioverfahrenstechnische Optimierung, innovative Prozesskontrolle und modernste Analysemethoden und leistet damit einen bedeutenden Beitrag für die biopharmazeutische Forschung und die öffentliche Gesundheit.
Der Robert-Paul-Kling-Preis wurde 1991 vom VDI Bezirksverein Mittelhessen ins Leben gerufen und wird durch die Familie Kling, Gesellschafter von IBC Wälzlager in Solms-Oberbiel maßgeblich unterstützt. Er ist mit 3000 Euro dotiert und prämiert herausragende Masterarbeiten, die in Zusammenarbeit mit kleinen und mittelständischen Unternehmen entstanden sind, sowie Doktorarbeiten, die an der THM durchgeführt und betreut wurden. Das Augenmerk liegt hierbei auf den klassischen Ingenieurwissenschaften. Eine unabhängige Fach-Jury bewertet die eingereichten Arbeiten.
Quelle: THM Pressestelle, Gießen, 22. Juli 2025