Übersicht der Lern- und Arbeitsplätze für das Wintersemester 2021/22 

StandortBeschreibungZusatzinformationen
A10
(Wiesenstraße)
"FreiRäume" in der Pastaria (Mensa) keine Buchung erforderlich; ganztägige Nutzung möglich; Nachweis über die Einhaltung der 3G-Regel erforderlich
A10.4.04
(Wiesenstraße)
Lernplätze für BAU-Studierende keine Buchung erforderlich; ganztägige Nutzung möglich; Anzahl: 14
A20
(Wiesenstraße/Platz der Deutschen Einheit)
"FreiRäume" im Campustor (Mensa) keine Buchung erforderlich; ganztägige Nutzung möglich; Nachweis über die Einhaltung der 3G-Regel erforderlich
C10, Erdgeschoss
(Wiesenstraße/Ringallee)
Lernplätze der Bibliothek Buchung erforderlich unter [Link]
B13.0.01
(Ostanlage)
Lernplätze für BAU- und GES-Studierende keine Buchung erforderlich; Zeitraum 8:00 - 13:00 Uhr; Anzahl: 16
E10.0.02
(Südanlage)
Lernplätze für BAU-Studierende keine Buchung erforderlich; ganztägige Nutzung möglich; Anzahl: 13

Ab Montag, den 13.09.2021, öffnet die Hochschulbibliothek am Standort in Gießen von 08:00 - 18:00 Uhr. Gebucht werden können Einzelarbeitsplätze. Alle notwendigen Informationen finden Sie hier.


Von Prof. Dr.-Ing. Achim Vogelsberg
THM  I  Technische Hochschule Mittelhessen, Fachbereich Bauwesen, Fachgebiet Holzbau und Tragwerksentwurf

Holz. Einer der ältesten bekannten Baustoffe. Der einzig natürlich nachwachsende Rohstoff unter den gängigen Baumaterialien. Indem wir mit Holz bauen, bauen wir umweltfreundlich.

Warum ist das so?

Während des Wachstums wandeln Bäume Kohlendioxid in Sauerstoff und Kohlenstoff um. Damit entziehen sie unserer Umgebung CO2, geben dabei den Sauerstoff ab und speichern Kohlenstoff ein. Dieser Kohlenstoff bleibt im verbauten Holz enthalten. Und dort verbleibt er, solange wir das Holz nicht verbrennen oder verrotten lassen. Somit sind Holzgebäude ideale Kohlenstoffspeicher. Dies ist der erste positive Umwelteffekt des Bauens mit Holz.

Der zweite Effekt ist, dass bei der Verarbeitung von Holz weniger CO2 freigesetzt wird als bei der Produktion und Verarbeitung von Beton, Mauerwerk oder Stahl. Auch dieser Effekt, der als Substitution bezeichnet wird, trägt beim Bauen mit Holz erheblich zur CO2-Senkung bei. Bei der Herstellung eines Gebäudes aus Holz kann, im Vergleich zu einem technisch gleichwertigen Gebäude aus mineralischen Baustoffen, der CO2-Ausstoß für den Holzbau um bis zu 50 % geringer ausfallen [Hafner, et al.: Treibhausgasbilanzierung von Holzgebäuden, 2017].

Ein dritter Umwelteffekt ist die entstehende Knappheit unserer Rohstoffe, wie beispielsweise Sand für die Herstellung von Beton. Die Verfügbarkeit von Sand auf der Erde ist endlich. Der Sand, der für die Herstellung von Beton benötigt wird, muss den Meeren und Flüssen entnommen werden, da sich Wüstensand aufgrund der glatten und feinen Körner nicht für Bauwerke eignet. Durch den erforderlichen Abbau von Fluss- und Meersanden finden zudem Erosionen von Stränden und Ufern statt, ganze Archipele sind bereits verschwunden. Insbesondere in asiatischen Metropolen, in denen extrem viel mit Beton gebaut wird, ist diese Knappheit ein Problem. So kam es in einigen Regionen bereits zu „Raubbau“, um an Sand zu gelangen. Holz hingegen wächst nach und die Verfügbarkeit ist damit unendlich.

Deshalb muss es gesellschaftlich und politisch unterstützt werden, Holz im Bauwesen bevorzugt da einzusetzen, wo es sinnvoll ist. Dabei ist es wichtig, dass das Holz aus nachhaltiger, zertifizierter Forstwirtschaft stammt. Nur so kann das Ökosystem geschützt werden und die Bewirtschaftung der Wälder stabil bleiben. So kann der Bausektor erheblich zur Senkung der Treibhausgasemissionen beitragen.

Weiterlesen: Warum wir mit Holz bauen?


2021 08 hochwasser

„Absoluten Schutz gibt es nicht“, sagt Steffen Heusch. Der Professor für Hydrologie und Wasserwirtschaft an der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM) hat die Ereignisse im Ahrtal und den anderen Überflutungs-Regionen Mitte Juli genau verfolgt und gibt eine ernüchternde Prognose: Derartiges wird künftig häufiger geschehen. Der Mensch, die Gesellschaft könne sich vorbereiten, aber nicht komplett absichern. Insbesondere müsse Hochwasserschutz neu und umfassender gedacht werden, sagt er.

Dabei sieht Heusch Mittelhessen für Hochwasser an den großen Flüssen grundsätzlich gut gerüstet. „Die Deiche an der Lahn sind in der Regel ausgelegt für ein hundertjährliches Hochwasser-Ereignis“, erklärt er. Ein Hochwasser, wie es statistisch nur alle 100 Jahre auftritt, müsste also in der Region gut überstanden werden. Zumal Hochwasser, wie sie an Elbe und Oder in Erinnerung geblieben sind, sich über Tage hinweg aufbauen, die Scheitelwelle berechenbar ist, Menschen und kritische Infrastruktur gut geschützt werden können. „Das Ahr-Ereignis war vergleichbar mit einem Starkregen-Ereignis“, sagt Heusch: Viel Regen fiel in einem engen Flusstal mit hoher Vorfeuchte in einem verhältnismäßig kurzen Zeitraum, sodass die Hochwasser-Rückhaltebecken und Talsperren schnell gefüllt waren.

Weiterlesen: Das wahre Problem ist zu wenig Wasser


2021 08 15 Fussgaengerperspektive peters mueller 1

Mit zwei innerstädtischen Quartieren in Gießen befassten sich Entwürfe von Masterstudenten der Architektur am Fachbereich Bauwesen. Prof. Nikolaus Zieske, der das Fachgebiet Bauen im Bestand vertritt, hatte gemeinsam mit der Wissenschaftlichen Mitarbeiterin Ulrike Wassermann zwei Aufgaben herausgegeben, die zur Auseinandersetzung mit dem Cluster-Wohnen aufforderten. Mit dieser neuartigen Form des gemeinschaftlichen Wohnens sollen attraktive Wohnmöglichkeiten geschaffen und gleichzeitig der Flächenbedarf für das Wohnen in Grenzen gehalten werden.

Die Wohnfläche pro Person steigt in Deutschland kontinuierlich. Waren es 1990 noch 35 Quadratmeter pro Einwohner, so sind es heute bereits 47. Prognosen erwarten für 2030 einen Flächenbedarf von 55 Quadratmetern. Besonders hoch sind die Zahlen bei Einpersonenhaushalten, die aktuell etwa 68 Quadratmeter beanspruchen.

Schrumpfende Flächen- und Baustoffressourcen machten es nötig, die vorhandenen Wohnformen zu überdenken, so Zieske. „Dabei darf auch die notwendige Bewirtschaftung und Beheizung der geschaffenen Flächen während des gesamten Lebenszyklus nicht aus der Betrachtung gelassen werden. Auch, wenn ein neu errichteter Quadratmeter Wohnfläche im Vergleich zu 1990 28 Prozent weniger Endenergie verbraucht, stellt der stetig wachsende Flächenbedarf pro Einwohner ein großes klimatisches Problem da. Die Einwohner Deutschlands bewohnten im Jahr 2020 26 % mehr Fläche im Vergleich zu 1990. Damit werden die Einsparungen, die durch einen verbesserten Wärmedämmstandard und bessere Heizungstechnik erreicht wurden, nahezu ausgeglichen.“

Weiterlesen: Clusterwohnen als Zukunftsmodell