2024 07 VisualisierungEinst voll mit Waren, stehen große Kaufhäuser heute in vielen deutschen Innenstädten leer. Da sie zentral gelegen sind und nicht selten das Stadtbild prägen, stellt sich vor Ort die Frage, wie die großen Gebäude neu genutzt werden können. Eine Gruppe Studierende der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM) aus dem Fachbereich Bauwesen hat mit Umnutzungs-Ideen für ein solches Gebäude nun einen Wettbewerb gewonnen.

Für die Stadt Celle war genau das ein Thema geworden, als Karstadt die dortige Filiale schloss. Die Idee der Studierenden aus Gießen: das Projekt „Raumwerk“. Sie kombinierten Wohnungen, Hostel, Büroflächen, Verkaufsräume und Flächen für gemeinnützige und öffentliche Nutzung sowie einen begrünten Innenhof, um das Kaufhaus neu in das Stadtleben zu integrieren und die historische Altstadt aufzuwerten.

Die Studierenden Moritz Hoffart, Sebastian Uellner und Leonie Wolf sehen für das Erdgeschoss eine gewerbliche Nutzung vor, die drei oberen Geschosse können variabel gestaltet werden. Durch eine Art Baukastenprinzip können dort Büro-, Wohn- und Hostelräume unterschiedlicher Größe entstehen.

Die Fassade bleibt erhalten, wird allerdings durch Holzlamellen, die als Sonnen- und Blickschutz dienen, aufgewertet und passt sich damit an das historische Ambiente der Celler Innenstadt an, so das Urteil der Jury. Insgesamt nahmen über 90 internationale Teams teil, zwei weitere von der THM.

Da es sich bei dem Wettbewerb um einen sogenannten „offenen interdisziplinären Wettbewerb zur Ideenfindung“ handelte, werden die Ideen nicht direkt für das Karstadt-Gebäude in Celle umgesetzt. Allerdings sollen weitere Ausstellungen und Workshops folgen, in denen die Siegerentwürfe präsentiert werden.

Die Studierenden der THM nahmen im Rahmen des Studien-Moduls Entwerfen M3 im Master Architektur an dem offenen interdisziplinären Wettbewerb „Karstadt Celle“ teil, der gemeinsam vom Deutschen Werkbund Nord, dem Bund Deutscher Baumeister und dem Bund Deutscher Innenarchitektinnen und Innenarchitekten ausgelobt wurde.

Der Wettbewerb des Verbandszusammenschlusses unter dem Namen „Werkgemeinschaft – Gemeinschaftswerk“ soll künftig im zweijährigen Turnus stattfinden und richtet sich an interdisziplinäre Teams aus gestalterischen Berufen und Studiengängen. Insgesamt 6.000 Euro Preisgeld teilen sich die ersten drei Plätze, jeweils 500 Euro gab es als Anerkennung für zwei Projektgruppen.

Quelle: THM Pressestelle, Gießen, 15. Juli 2024