Absolvent Kotaiba Kurbaj erhält Lob beim Förderpreis des Deutschen Stahlbaues 2026
Beim Förderpreis des Deutschen Stahlbaues 2026 wurde die Masterarbeit von Kotaiba Kurbaj mit einem Lob (Anerkennung) ausgezeichnet. Die Preisverleihung fand am 9. April 2026 im Rahmen des DASt-Kolloquiums an der Technischen Universität Berlin statt. Der von bauforumstahl ausgelobte Wettbewerb richtet sich an Nachwuchskräfte im Stahlbau und zählt zu den renommiertesten Auszeichnungen auf diesem Gebiet.
In seiner Masterarbeit mit dem Titel „Durchführung eines messwertgestützten Ermüdungsnachweises an der Brücke Ruppertsmühle“ untersuchte Kurbaj die Machbarkeit einer Umbau- und Wiederverwendungsvariante der historischen Stahlbrücke „Ruppertsmühle“ aus dem Jahr 1892. Die Brücke stellt eine zentrale Verbindung für den Fuß- und Radverkehr der Gemeinde Sinn dar und besitzt zugleich einen hohen denkmalpflegerischen Wert.
Ein entscheidender Aspekt der Untersuchung war die Ermüdungssicherheit der bestehenden Stahlkonstruktion. Grundlage bildete ein umfangreiches Messkonzept mit 11 Messstellen, an denen mithilfe von Dehnungsmessstreifen (DMS) das Last-Dehnungs-Verhalten der Brücke erfasst wurde. Zur Belastung wurde ein bis zu 10 Tonnen schwerer Wasserbehälter schrittweise mittig auf der Brücke gefüllt. Die Messdaten ermöglichten eine präzise Kalibrierung des Berechnungsmodells sowie eine realitätsnahe Ermüdungsbetrachtung unter Ansatz eines Ermüdungslastmodells.
Auf dieser Basis konnte die Ermüdungssicherheit sowohl für die Hauptträger als auch die Querträger der bestehenden Konstruktion nachgewiesen werden. Das Ergebnis: Rund 89 % des vorhandenen Stahlbestands können weiterverwendet werden. Für die als „Klimakommune“ engagierte Gemeinde ergibt sich daraus eine CO₂-Einsparung von etwa 67 Tonnen gegenüber einem Neubau. Zusätzlich wurde ein aktueller Standsicherheitsnachweis erbracht, der eine erneute Freigabe der Brücke für den Fuß- und Radverkehr für die kommenden zehn Jahre ermöglicht.
Die Jury des Förderpreises vergab im Jahr 2026 insgesamt einen 1. Preis, einen 2. Preis sowie drei Lobe. Auch wenn kein Geldpreis zuerkannt wurde, zeigt sich Kotaiba Kurbaj sehr erfreut über die Anerkennung seiner Arbeit durch das hochrangig besetzte Fachgremium.
Der Förderpreis des Deutschen Stahlbaues wird seit 1974 im zweijährlichen Turnus verliehen und ist insgesamt mit 8.000 Euro dotiert. Er würdigt zukunftsweisende Ideen und wissenschaftliche Arbeiten von Studierenden im Stahlbau. Die Preisverleihung fand in diesem Jahr erneut im Rahmen des DASt-Kolloquiums statt, das als zentrale Fachveranstaltung für Forschung und Praxis im Stahlbau gilt.
Betreut wurde die ausgezeichnete Arbeit von Prof. Dr.-Ing. Bertram Kühn, der gemeinsam mit seiner Promovendin Natalie Hoyer an der Veranstaltung in Berlin teilnahm. Natalie Hoyer stellte dort ihre aktuelle Forschung zum Thema „Werkstoffwahl für Brückenlager unter Ermüdungsbeanspruchung: Erweiterung der bestehenden Normen durch Großbauteilversuche“ vor.