Clarissakork – Eine Manufaktor mit einer Hanf-Kork-Holzhülle in Krumbach, Foto: Philipp HeinzBeton, Asphalt und Zement gehören in ihrer Herstellung zu den großen Treibern des Klimawandels. Wie Holz im Hochbau eine Alternative sein kann, haben THM-Studierende in Vorarlberg erkundet.

Die Exkursion in den Studiengängen Architektur und Bauingenieurwesen wurde durch Prof. Cilia Tovar, Prof. Dr. Achim Vogelsberg und Prof. Dr. Markus Blatt begleitet. Im Fokus stand der Holzbau in seiner gesamten Bandbreite – von der industriellen Fertigung und Verarbeitung des Werkstoffs Holz über Planung und Konstruktion bis hin zur Realisierung anspruchsvoller Bauprojekte. Während der Reise durch das österreichische Bundesland erhielten die Studierenden vielfältige Einblicke in die traditionell durch Holz geprägte Architektur- und Baukultur der Region. Führungen, Besichtigungen und Fachgespräche vermittelten Wissen über Produktionsprozesse, aktuelle Entwicklungen in der Holzverarbeitung sowie innovative architektonische und konstruktive Lösungen im Ingenieurholzbau.

Bereits auf der Hinreise wurde in Schweinfurt das innovative Holzbauprojekt „Paul & Rosa“ der Riedel Bau AG besichtigt. Die zwei Gebäude mit sechs Mietwohnungen dienen als Reallabor für emissionsarmes, kreislaufgerechtes Bauen mit natürlichen Materialien wie Holz, Stroh und Lehm – mit rund 50 Prozent weniger CO₂-Emissionen als ein konventioneller Massivbau. Begleitendes technisches Monitoring soll die gewonnenen Betriebsdaten für künftige Projekte nutzbar machen.

Ein weiterer Höhepunkt der Reise war der Besuch des Werkraums Bregenzerwald in Andelsbuch, der vom renommierten Schweizer Architekten Peter Zumthor entworfen und von den rund 1010 Mitgliedsbetrieben selbst errichtet wurde. Diese präsentieren dort auf 700 Quadratmetern ihre Erzeugnisse – von Möbeln bis zu innovativen Lösungen des Bauhandwerks – und verwandeln das Haus so in ein Schaufenster der regionalen Handwerkskultur. Dort lernten die Teilnehmenden das enge Zusammenspiel von Handwerk, Architektur und Innovation kennen.

Gruppenfoto, Foto: Prof. Markus BlattPraxisnahe Eindrücke vermittelte zudem der Besuch bei Geiger Holzsystembau. Die Studierenden erhielten einen direkten Einblick in die industrielle Vorfertigung moderner Holzbauelemente und die damit verbundenen Produktionsabläufe. Ergänzt wurde das Programm durch Museums- und Ausstellungsbesuche sowie die Besichtigung ausgewählter Holzbauprojekte, die historische Entwicklungen und Traditionen in der Region mit zukunftsweisenden Ansätzen des Bauens mit Holz in den Dialog setzten.

Die Exkursion bot den Studierenden einen unmittelbaren Zugang zum Holzbau mit seinen Potenzialen wie auch Beschränkungen. Theoretische Studieninhalte wurden so anhand konkreter Projekte vertieft und die Vielfalt des Holzbaus aus erster Hand vermittelt.

Quelle: THM Pressestelle, Gießen, 09. Juli 2026