Das BliZ in der Presse

Die Thematik „Ethik in der Pflege “ setzt sich mit der Sinn- und Erlebniswelt der Betroffenen auseinander. Der Eintritt eines 'Menschen in ein Pflegeheim wird im Folgenden aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet. Dabei wird auf die Sicht des Bewohners, die der Angehörigen sowie der Pflegekräfte eingegangen. Unsere drei Autorinnen studieren am „Wissenschaftlichen Zentrum Duales Hochschulstudium“ (Studium Plus) der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM).

Was bedeutet Ethik in der Pflege und worum geht es dabei?

Ethik in der Pflege beschäftigt sich mit verschiedenen Sichtweisen, die im Zusammenhang mit der Behandlung von pflegebedürftigen Menschen auftreten können. Dazu zählt beispielsweise der Umgang mit langer Pflegebedürftigkeit und Fragestellungen, die sich daraus ergeben. Bei einer plötzlichen Verschlechterung des Zustands eines Betroffenen stellt sich dann häufig die Frage, wie die Versorgung gewährleistet werden kann. In diese Entscheidung werden auch Angehörige mit eingebunden. Oft ist diese Entscheidung keine leichte und erfordert viel Fingerspitzengefühl. Die typische Fragestellung „Was soll ich tun? / Was kann ich tun?“ beschäftigt neben den Angehörigen auch die Betroffenen und die Pflegekräfte. Alle gemeinsam müssen Entscheidungen über die weitere Versorgung treffen.

Schwierigkeiten bei Bewohnern und Pflegenden

Der Schritt in ein Pflegeheim kann für den Betroffenen eine belastende Situation mit sich bringen. Dieser Weg wird oft als die „letzte Station“ im Leben angesehen und bedarf einiger Überwindung. Als Betroffener muss man nicht nur seine gewohnte Umgebung aufgeben, auch das persönliche Hab und Gut wird auf ein Minimum reduziert. So ist es nicht selten, dass das Einfamilienhaus gegen ein 15qm großes Zimmer eingetauscht werden muss. Neben den materiellen Verlusten kann die Eingliederung in einen fremden Tagesablauf Schwierigkeiten mit sich bringen. Der Alltag im Pflegeheim bietet weniger Intimsphäre und das Bedürfnis nach Selbstbestimmung beziehungsweise Selbstständigkeit wird in gewissem Maße eingeschränkt. Aber nicht nur der Bewohner kämpft mit Schwierigkeiten, auch die Pflegenden müssen sich auf jeden Bewohner neu einstellen. Wo kommt er her? Was sind seine individuellen Bedürfnisse? Welche Sorgen und Nöte hat er? Es gibt Hausbewohner, die sich rasch an die Gegebenheiten eines Pflegeheims gewöhnen und sich gut und schnell integrieren. Dem gegenüber stehen Bewohner, denen der Abschied von ihrem alten Zuhause sehr schwer fällt. Hier ist insbesondere das Personal gefragt. Es muss trotz des hohen Arbeitsaufkommens und dem Fachkräftemangel jeden Neuankömmling individuell an sein neues Zuhause gewöhnen.

Innere Konflikte bei Angehörigen

Auch für die Angehörigen ist der Umzug eines Elternteils oder des Lebenspartners oft mit inneren Konflikten verbunden. Der Einzug des Angehörigen in ein Pflegeheim bringt häufig ein subjektives Gefühl des „im Stich lassens“ mit sich. Man macht sich Gedanken, ob der Angehörige in der entsprechenden Institution gut aufgehoben ist und liebevoll versorgt wird. Durch den Wohnortwechsel des Angehörigen kann eine Veränderung des persönlichen Kontakts und/oder der Beziehung entstehen. Denn auch die Angehörigen müssen sich am Ablauf des Heims orientieren, weshalb sie ihre Beziehung zu ihren Familienangehörigen nicht mehr so flexibel gestalten können wie zuvor.

Tipps zur Erleichterung

Um den Eintritt in ein Pflegeheim für alle Betei­ligten zu erleichtern, gibt es verschiedene Tipps:

  • Die Möglichkeit der Kurzzeitpflege bietet einen ersten Einblick in das Leben im Pflege­heim.
  • Spezielle Angebote (wie beispielsweise das De­menzcafe) für besondere Erkrankungen bie­ten die Möglichkeit, schon vorher Kontakte zu knüpfen.
  • Die Tagespflege ermöglicht Betroffenen und Angehörigen bereits vor dem Einzug, sich an die entsprechende Einrichtung beziehungs­weise die Gegebenheiten zu gewöhnen.
  • Durch den Besuch von besonderen Ereignissen (Sommerfest,Tanz in den Mai,Tag der offe­nen Tür etc.) kann man das Pflegeheim ken­nenlernen.

Mit Hilfe dieser Tipps kann dem Betroffenen eine langsame Eingewöhnung in das Pflegeheim er­möglicht und erleichtert werden, da ihm die (Mit-) Bewohner und das Personal sowie die Einrich­tung bereits vertraut sind. Das Pflegepersonal kennt den Bewohner vor dem Einzug und kann sich somit schneller auf seine individuellen Bedürf­nisse einstellen. Auch der Angehörige wird durch die Kurzzeitpflege und die Betreuungsangebote entlastet und gewinnt so schon vor dem Einzug das Vertrauen in die Einrichtung.

Viele Dimensionen zu berücksichtigen

Ethik in der Pflege ist also ein großer Bereich, der viele Dimensionen umfasst und nicht ganz einfach zu beantworten ist. Die Frage nach dem „Was soll ich tun? Was kann ich tun?“ muss individuell beantwortet werden. Die verschiedenen Sichtweisen zu betrachten kann dabei helfen, sich ein-ander besser zu verstehen und einzuschätzen.

Quelle:

Katrin Metke, Aneken Lass, Christine Blassl (Studierende | StudiumPlus), Prof. Dr. Erdmuthe Meyer zu Bexten (Leiterin des BliZ, Dozentin von Medizinethik | StudiumPlus): Ethik in der Pflege. Aktives Leben im Alter gGmbH - miteinander Herbst, 08-10.2018, S.12-13.


Rotary-Präsident Hermann Heil (rechts) und Prof. Tilo Keil (links) übergeben den Spendenscheck an Prof. Erdmuthe Meyer zu Bexten und David Smida

Der Rotary Club „Gießen – Altes Schloss“ hat dem Zentrum für blinde und sehbehinderte Studierende (BliZ) der TH Mittelhessen 1.000 Euro gespendet. Einen Scheck überreichten Club-Präsident Hermann Heil und sein Vorgänger Prof. Dr. Tilo Keil an die Leiterin des BliZ, Prof. Dr. Erdmuthe Meyer zu Bexten.

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Mohammed Malekzadeh und Frau Prof. Dr. Meyer zu Bexten

Mohammed Malekzadeh ist im Alter von 18 Jahren erblindet. Mehr als die Hälfte seines Lebens hatte der 30-Jährige zuvor als Sehender verbracht. Ich vermisse nichts, sagt der Gießener im Interview der Woche zum heutigen Tag des weißen Stocks.

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Förderbescheide für JLU- und THM-Forschungsprojekte im Gesamtvolumen von 23,5 Millionen Euro überreicht

GIESSEN (fod). Wieder sehr erfolgreich waren Wissenschaftler von Justus-Liebig-Universität (JLU) und Technischer Hochschule Mittelhessen (THM) mit ihren Bewerbungen beim hessischen Forschungsförderprogramm "Loewe". Durch die Landes-Offensive zur Entwicklung Wissenschaftlich-ökonomischer Exzellenz fließen in diesem Jahr insgesamt 23,5 Millionen Euro an beide Hochschulen und ihre Kooperationspartner. Die Förderdauer der einzelnen Projekte reicht dabei meist bis 2015. Wie schon im vergangenen Jahr wurden die Bewilligungsbescheide jetzt im Volksbank-Forum im Schiffenberger Tal von Wissenschaftsministerin Eva Kühne-Hörmann an alle Beteiligten überreicht.

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Wissenschaftsministerin Eva Kühne-Hörmann informiert sich über elektronisches Lernportal an der THM

GIESSEN (fod). Jahrzehntelang war körperlich behinderten Menschen ein Hochschulstudium so gut wie unmöglich. Und wenn, dann angesichts des weitgehenden Fehlens von Barrierefreiheit nur unter sehr erschwerten Bedingungen. Doch das hat sich mittlerweile grundlegend geändert. Auch dank des Engagements von Mitarbeitern solcher Einrichtungen wie dem Zentrum für blinde und sehbehinderte Studierende (Bliz) an der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM). Vor zwei Jahren bekam man dort 1,4 Millionen Euro für vier Jahre für den Aufbau des Hessischen Elektronischen Lernportals für chronisch Kranke und Behinderte (H-eLB). Wissenschaftsministerin Eva Kühne-Hörmann stattete gestern dem Bliz einen Besuch ab, um sich über den aktuellen Stand des Projekts bei Halbzeit zu informieren.

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