Das BliZ in der Presse

Das Zentrum für blinde und sehbehinderte Studierende der Technischen Hochschule Mittelhessen, BliZ, hat eine neue Leitung: Prof. Dr. Monika Maria Möhring ist zur geschäftsführenden Direktorin gewählt worden. Sie übernimmt das Amt von ihrer Vorgängerin, BliZ-Gründerin Prof. Dr. Erdmuthe Meyer zu Bexten, die sich unter anderem als Landesbeauftragte für barrierefreie IT fortan in zentraler Position mit der digitalen Barrierefreiheit in Hessen befasst. Stellvertreter bleibt, wie schon die vergangenen Jahre, Andreas Deitmer, der als blinder Master-Absolvent der THM mögliche Barrieren für Studierende mit einer Seheinschränkung kennt und gemeinsam mit dem Team des BliZ die Hochschule bei deren Beseitigung berät und unterstützt.

Möhring ist seit 2013 Professorin für Logistik, Supply Chain Management und Innovationen an der THM. Sie hatte zuvor IT- und Managementpositionen in der Industrie bekleidet und sich besonders mit Innovationen im Umfeld von Industrie 4.0 befasst. Ihr Fachgebiet vertritt sie in internationalen Forschungspublikationen sowie in enger Zusammenarbeit mit der Industrie. Zudem engagiert sich Möhring seit 2014 in der Schwerbehindertenvertretung der THM.

Monika Maria Möhring leitet künftig das Zentrum für blinde und sehbehinderte Studierende der Technischen Hochschule Mittelhessen (BliZ). Foto: THM

Der Fokus von Prof. Monika Maria Möhring liegt auf der weiterhin engen Beziehungspflege mit hessischen Oberstufen, in denen blinde und sehbehinderte Schülerinnen und Schüler unterrichtet werden. Die derzeit elf Mitarbeitenden des BliZ verfügen über langjährige Erfahrung darin, Studieninteressierte mit Sehbehinderung zu beraten, welche Studienrichtung an der THM für sie geeignet wäre und welche beruflichen Perspektiven sich damit bieten. Während des Studiums werden von der THM für blinde und seheingeschränkte Studierende eine Vielzahl von technischen und organisatorischen Hilfsmitteln zur Verfügung gestellt. Das BliZ-Team bereitet unter anderem Materialien barrierefrei auf und gestaltet die Prüfungssituation behindertengerecht und individuell. Dabei arbeitet das BliZ eng mit den Dozenten zusammen, damit sich das Studium bezüglich Inhalten und Lernerfahrung nicht von dem der übrigen Studierenden unterscheidet. Nicht zuletzt gehört auch die Vermittlung von Praktikumsplätzen und die Hilfe bei der Arbeitssuche nach erfolgreichem Abschluss zu den Dienstleistungen des BliZ-Teams. Eine Vielzahl von sehbehinderten Alumni der THM, die heute anspruchsvolle Positionen bekleiden, zeugt von der Erfolgsbilanz des Zentrums und dem Engagement seiner Mitarbeiter.

Aufgrund ihrer Forschungs- und Industrieerfahrung im Umfeld von Industrie 4.0 liegt der neuen geschäftsführenden Direktorin sehr an der Weiterentwicklung moderner Hilfsmittel für blinde und sehbehinderte Menschen. PDF-Dokumente aber auch Webinhalte sind, entgegen der landläufigen Meinung, derzeit noch zu selten wirklich barrierefrei. „Hier muss viel Entwicklungs- und Überzeugungsarbeit geleistet werden, damit wenigstens die wichtigsten Lehrmaterialien für blinde und sehbehinderte Studierende zugänglich gestaltet werden“, so Monika Maria Möhring. Neue Technologien böten zudem die Möglichkeit für Hilfsmittel, die seheingeschränkten Menschen ein selbstständigeres Leben ermöglichen. Die Fortführung der Zusammenarbeit an technologischen Forschungsprojekten mit weiteren Instituten und der Industrie ist für Möhring daher eine wichtige Säule ihres künftigen Wirkens im BliZ.

Quelle: https://www.thm.de/site/hochschule/campus/aktuelles/personalien/monika-maria-moehring-leitet-das-bliz.html


"Es braucht noch ein gutes Stück": Das "Innovationsforum Barrierefreiheit" möchte die barrierefreie Zugänglichkeit zu digitalen Lerninhalten erhöhen.

GIESSEN. Etwa elf Prozent der Studierenden an deutschen Hochschulen sind laut einer Studie des Deutschen Studentenwerks körperlich oder gesundheitlich beeinträchtigt. Diesen einen gleichberechtigten Zugang zur akademischen Bildung zu ermöglichen, ist das Ziel des "Innovationsforums Barrierefreiheit". Als Teil des vom Land Hessen geförderten Projekts "Digital gestütztes Lehren und Lernen in Hessen" (digLL), arbeiten das Zentrum für blinde und sehbehinderte Studierende (BliZ) an der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM) sowie "studiumdigitale" an der Goethe-Universität Frankfurt daran, die barrierefreie Zugänglichkeit von digitalen Lerninhalten zu erhöhen. In diesem Rahmen fand nun an der THM das bereits zweite Vernetzungstreffen des Innovationsforums statt, an dem Vertreter von elf hessischen Hochschulen teilnahmen.

"Barrierefreie IT ist in aller Munde", erklärte Prof. Erdmuthe Meyer zu Bexten (BliZ), gleichzeitig Landesbeauftragte für diesen Bereich, dass man das Thema in die Hochschulen tragen müsse, da es dort im Gegensatz zu Kommunen oder Ministerien noch nicht ausreichend präsent sei. Barrierefreiheit dürfe nicht nur ein Lippenbekenntnis sein, ergänzte THM-Vizepräsidentin Katja Specht. Sie sei stolz, dass die THM bei dem Thema führend sei in Hessen.

"Eines eint uns: Wir sind am Thema Barrierefreiheit interessiert", sagte Prof. Detlef Krömker (studiumdigitale). Das reiche jedoch nicht aus. Man müsse auch Verantwortung übernehmen. Er wünschte sich, dass die Teilnehmenden die Impulse in ihre Hochschulen mitnehmen. "Bis wir barrierefrei sind, braucht es noch ein gutes Stück."

Andreas Deitmer vom BliZ und Dr. Sarah Voß-Nakkour (studiumdigitale) stellten den Stand des "Innovationsforums Barrierefreiheit" vor und gaben einen Rückblick auf das erste Vernetzungstreffen ein halbes Jahr zuvor. Seitdem wurde beispielsweise eine barrierearme Version des Autorensystems "LernBar" veröffentlicht, im ersten Schritt mit Fokus auf den Benutzer. Es werde zudem weiter daran gearbeitet, Barrieren für die Autoren abzubauen. Ziel ist freilich die komplette Barrierefreiheit. Sanja Grimminger (studiumdigitale) sprach über den geplanten Workshop zur Erstellung digitaler barrierefreier Inhalte vor. Man wolle zudem unter anderem Leitfäden veröffentlichen sowie eine hochschulübergreifende Arbeitsgruppe "Barrierefreie IT-Systeme" gründen.

Drei Workshops standen im Rahmen des Vernetzungstreffens zur Auswahl, die so konzipiert waren, dass die Teilnehmer zwei davon im Laufe des Nachmittags besuchen konnten. Um Gesetzgebung bezüglich "Leichter Sprache" und eigene Versuche, Texte zu verfassen, drehte es sich im Workshop von Hendrik Nolte, Lebenshilfe Hessen. Dabei handele es sich um eine leicht verständliche, vornehmlich Schriftsprache, die von Menschen mit Lernschwierigkeiten erfunden wurde, von der jedoch auch Gruppen profitierten, die beispielsweise wenig Schulbildung oder geringe Deutschkenntnisse hätten. Insgesamt hätten gut 40 Prozent der 16- bis 66-Jährigen in Deutschland Probleme mit Standardsprache und würden bei Barrierefreiheit "bisher nicht so mitgedacht".

Bei "Umsetzung der EU-Richtlinie 2016/2102", geleitet von Meyer zu Bexten, Deitmer und Voß-Nakkour, handelte es sich um eine Diskussionsrunde, bei der man über den Tellerrand des E-Learning hinausschauen und sich auch damit beschäftigen wolle, warum manche Hochschulen Barrierefreiheit besser als andere durchsetzen würden. Der Workshop sollte zu Erfahrungsaustausch und Vernetzung dienen.

"Bunt gemischt"

"Serious Games", erklärte Linda Rustemeier (studiumdigitale), seien Spiele mit gleichzeitigem Lerneffekt, die in unterschiedlichsten Bereichen - etwa Gesundheit, Ausbildung, Sprache - eingesetzt werden könnten. Sie stellte einige Spiele vor, was man bei der Barrierefreiheit beachten müsse, und präsentierte ein "Serious Game"-Konzept zum Thema Sehbeeinträchtigung zur Weiterentwicklung.

Mit 70 Anmeldungen war die Teilnehmerzahl unerwartet hoch sowie "bunt gemischt", zieht Andreas Deitmer ein Fazit des Nachmittags. Das Feedback sei ausschließlich positiv gewesen. Er hält jedoch fest, dass "digitale Barrierefreiheit eine Daueraufgabe darstellt, die nur dann bewältigt werden kann, wenn sie als hochschulweiter Prozess über alle Abteilungen hinweg etabliert wird". Das nächste Vernetzungstreffen ist für den 19. Oktober angesetzt.

Quelle: https://www.giessener-anzeiger.de/lokales/stadt-giessen/nachrichten-giessen/vernetzungstreffen-des-innovationsforums-barrierefreiheit-an-thm-in-giessen_21261782


Die Thematik „Ethik in der Pflege “ setzt sich mit der Sinn- und Erlebniswelt der Betroffenen auseinander. Der Eintritt eines 'Menschen in ein Pflegeheim wird im Folgenden aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet. Dabei wird auf die Sicht des Bewohners, die der Angehörigen sowie der Pflegekräfte eingegangen. Unsere drei Autorinnen studieren am „Wissenschaftlichen Zentrum Duales Hochschulstudium“ (Studium Plus) der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM).

Was bedeutet Ethik in der Pflege und worum geht es dabei?

Ethik in der Pflege beschäftigt sich mit verschiedenen Sichtweisen, die im Zusammenhang mit der Behandlung von pflegebedürftigen Menschen auftreten können. Dazu zählt beispielsweise der Umgang mit langer Pflegebedürftigkeit und Fragestellungen, die sich daraus ergeben. Bei einer plötzlichen Verschlechterung des Zustands eines Betroffenen stellt sich dann häufig die Frage, wie die Versorgung gewährleistet werden kann. In diese Entscheidung werden auch Angehörige mit eingebunden. Oft ist diese Entscheidung keine leichte und erfordert viel Fingerspitzengefühl. Die typische Fragestellung „Was soll ich tun? / Was kann ich tun?“ beschäftigt neben den Angehörigen auch die Betroffenen und die Pflegekräfte. Alle gemeinsam müssen Entscheidungen über die weitere Versorgung treffen.

Schwierigkeiten bei Bewohnern und Pflegenden

Der Schritt in ein Pflegeheim kann für den Betroffenen eine belastende Situation mit sich bringen. Dieser Weg wird oft als die „letzte Station“ im Leben angesehen und bedarf einiger Überwindung. Als Betroffener muss man nicht nur seine gewohnte Umgebung aufgeben, auch das persönliche Hab und Gut wird auf ein Minimum reduziert. So ist es nicht selten, dass das Einfamilienhaus gegen ein 15qm großes Zimmer eingetauscht werden muss. Neben den materiellen Verlusten kann die Eingliederung in einen fremden Tagesablauf Schwierigkeiten mit sich bringen. Der Alltag im Pflegeheim bietet weniger Intimsphäre und das Bedürfnis nach Selbstbestimmung beziehungsweise Selbstständigkeit wird in gewissem Maße eingeschränkt. Aber nicht nur der Bewohner kämpft mit Schwierigkeiten, auch die Pflegenden müssen sich auf jeden Bewohner neu einstellen. Wo kommt er her? Was sind seine individuellen Bedürfnisse? Welche Sorgen und Nöte hat er? Es gibt Hausbewohner, die sich rasch an die Gegebenheiten eines Pflegeheims gewöhnen und sich gut und schnell integrieren. Dem gegenüber stehen Bewohner, denen der Abschied von ihrem alten Zuhause sehr schwer fällt. Hier ist insbesondere das Personal gefragt. Es muss trotz des hohen Arbeitsaufkommens und dem Fachkräftemangel jeden Neuankömmling individuell an sein neues Zuhause gewöhnen.

Innere Konflikte bei Angehörigen

Auch für die Angehörigen ist der Umzug eines Elternteils oder des Lebenspartners oft mit inneren Konflikten verbunden. Der Einzug des Angehörigen in ein Pflegeheim bringt häufig ein subjektives Gefühl des „im Stich lassens“ mit sich. Man macht sich Gedanken, ob der Angehörige in der entsprechenden Institution gut aufgehoben ist und liebevoll versorgt wird. Durch den Wohnortwechsel des Angehörigen kann eine Veränderung des persönlichen Kontakts und/oder der Beziehung entstehen. Denn auch die Angehörigen müssen sich am Ablauf des Heims orientieren, weshalb sie ihre Beziehung zu ihren Familienangehörigen nicht mehr so flexibel gestalten können wie zuvor.

Tipps zur Erleichterung

Um den Eintritt in ein Pflegeheim für alle Betei­ligten zu erleichtern, gibt es verschiedene Tipps:

  • Die Möglichkeit der Kurzzeitpflege bietet einen ersten Einblick in das Leben im Pflege­heim.
  • Spezielle Angebote (wie beispielsweise das De­menzcafe) für besondere Erkrankungen bie­ten die Möglichkeit, schon vorher Kontakte zu knüpfen.
  • Die Tagespflege ermöglicht Betroffenen und Angehörigen bereits vor dem Einzug, sich an die entsprechende Einrichtung beziehungs­weise die Gegebenheiten zu gewöhnen.
  • Durch den Besuch von besonderen Ereignissen (Sommerfest,Tanz in den Mai,Tag der offe­nen Tür etc.) kann man das Pflegeheim ken­nenlernen.

Mit Hilfe dieser Tipps kann dem Betroffenen eine langsame Eingewöhnung in das Pflegeheim er­möglicht und erleichtert werden, da ihm die (Mit-) Bewohner und das Personal sowie die Einrich­tung bereits vertraut sind. Das Pflegepersonal kennt den Bewohner vor dem Einzug und kann sich somit schneller auf seine individuellen Bedürf­nisse einstellen. Auch der Angehörige wird durch die Kurzzeitpflege und die Betreuungsangebote entlastet und gewinnt so schon vor dem Einzug das Vertrauen in die Einrichtung.

Viele Dimensionen zu berücksichtigen

Ethik in der Pflege ist also ein großer Bereich, der viele Dimensionen umfasst und nicht ganz einfach zu beantworten ist. Die Frage nach dem „Was soll ich tun? Was kann ich tun?“ muss individuell beantwortet werden. Die verschiedenen Sichtweisen zu betrachten kann dabei helfen, sich ein-ander besser zu verstehen und einzuschätzen.

Quelle:

Katrin Metke, Aneken Lass, Christine Blassl (Studierende | StudiumPlus), Prof. Dr. Erdmuthe Meyer zu Bexten (Leiterin des BliZ, Dozentin von Medizinethik | StudiumPlus): Ethik in der Pflege. Aktives Leben im Alter gGmbH - miteinander Herbst, 08-10.2018, S.12-13.


Rotary-Präsident Hermann Heil (rechts) und Prof. Tilo Keil (links) übergeben den Spendenscheck an Prof. Erdmuthe Meyer zu Bexten und David Smida

Der Rotary Club „Gießen – Altes Schloss“ hat dem Zentrum für blinde und sehbehinderte Studierende (BliZ) der TH Mittelhessen 1.000 Euro gespendet. Einen Scheck überreichten Club-Präsident Hermann Heil und sein Vorgänger Prof. Dr. Tilo Keil an die Leiterin des BliZ, Prof. Dr. Erdmuthe Meyer zu Bexten.

Weiterlesen: Rotarier spenden für Blindenzentrum


Mohammed Malekzadeh und Frau Prof. Dr. Meyer zu Bexten

Mohammed Malekzadeh ist im Alter von 18 Jahren erblindet. Mehr als die Hälfte seines Lebens hatte der 30-Jährige zuvor als Sehender verbracht. Ich vermisse nichts, sagt der Gießener im Interview der Woche zum heutigen Tag des weißen Stocks.

Weiterlesen: Interview mit Mohammed Malekzadeh "Die Bilder sind noch in meinem Kopf"