Förderbescheide für JLU- und THM-Forschungsprojekte im Gesamtvolumen von 23,5 Millionen Euro überreicht

GIESSEN (fod). Wieder sehr erfolgreich waren Wissenschaftler von Justus-Liebig-Universität (JLU) und Technischer Hochschule Mittelhessen (THM) mit ihren Bewerbungen beim hessischen Forschungsförderprogramm "Loewe". Durch die Landes-Offensive zur Entwicklung Wissenschaftlich-ökonomischer Exzellenz fließen in diesem Jahr insgesamt 23,5 Millionen Euro an beide Hochschulen und ihre Kooperationspartner. Die Förderdauer der einzelnen Projekte reicht dabei meist bis 2015. Wie schon im vergangenen Jahr wurden die Bewilligungsbescheide jetzt im Volksbank-Forum im Schiffenberger Tal von Wissenschaftsministerin Eva Kühne-Hörmann an alle Beteiligten überreicht.

Die JLU kann drei Loewe-Projekte vorweisen, darunter die fortgesetzte Finanzierung des "Universities of Gießen and Marburg Lung Center (UGMLC)", das mit 16,2 Millionen den größten Batzen erhält. Auf die THM entfallen sechs Verbundprojekte mit kleinen und mittleren Unternehmen.

Der durch die Präsentation der einzelnen Projekte führende Fernsehmoderator Thomas Ranft sorgte dafür, dass neben Wissenswertem auch für Unterhaltung gesorgt war. So sprach Kühne-Hörmann von "gut angelegtem Geld", das Loewe-Programm - für das die Landesregierung in dieser Legislaturperiode 410 Millionen Euro bereitstellt - sei sogar "erfolgreicher als ursprünglich gedacht". Bringe es doch auch Menschen zusammen, "die vorher noch nicht zusammengearbeitet haben. Und daraus entstehen dann Innovationen". Wie JLU-Präsident Prof. Joybrato Mukherjee betonte, habe es eine Anschubfinanzierung so wie jetzt bei Loewe "vorher noch nicht gegeben". Zudem werde sowohl die Vernetzung zwischen Hochschulen als auch mit außeruniversitären Partnern gefördert. Wie weit so etwas gedeihen könne, belegte Mukherjee am Beispiel des UGMLC, das bei der Gründung des heute von Gießen aus verwalteten Deutschen Zentrums für Lungenforschung eine wichtige Rolle spielte und hier nun eine der zentralen Einrichtungen ist. Prof. Günther Grabatin, Präsident der THM, sah Vorteile durch Loewe ebenso für die "Profilierung einer Hochschule", gerade im Bereich Forschung. Bei der Suche nach der Lösung zahlreicher wissenschaftlicher Fragestellungen würden sich JLU und THM "hervorragend ergänzen", stellte Grabatin fest. Für Kühne-Hörmann ist das Programm daher "auch für Teamarbeit förderlich".

Unternehmenspartner

Ganz neu eingerichtet wird an der Universität der Loewe-Schwerpunkt "STORE-E - Stoffspeicherung in Grenzschichten", der für drei Jahre mit vier Millionen Euro gefördert wird. Den beteiligten Chemikern und Physikern geht es vor allem darum, effizientere Speicherprozesse und -formen, etwa als Batterien, zu entwickeln. Der schon seit einigen Jahren bestehende Schwerpunkt "AmbiProbe - Massenspektrometrische in situ-Analytik für die Problembereiche Gesundheit, Umwelt, Klima und Sicherheit" erhält dagegen eine Auslauffinanzierung von 836 000 Euro. Ziel ist hier die Entwicklung eines mobilen und dennoch möglichst genauso leistungsfähigen Labors wie beim großen Vorbild. Die sechs Verbundprojekte der THM mit ihren Unternehmenspartnern und anderen Forschungseinrichtungen tragen die Bezeichnungen: Teletherapeut - Telemonitoring bei Patienten mit COPD (Chronisch Obstruktive Lungenerkrankung) (Loewe-Fördersumme 498 600 Euro), NEDOS - NotfallEinsatzDokumentations- und ControllingSystem Hessen (500000 Euro), PIMAR - Platform Independent Mobile Augmented Reality (Fachinformationen direkt aufs Smartphone) (440 000 Euro), Elektrodesinfektor - Verfahren zur Desinfektion trüber flüssiger Medien mit Hilfe elektrisch pulsierender Felder (444 000 Euro), HYWEA-Hybridturm für Windenergieanlagen aus Stahlbeton-Fertigteilen, Stahlfachwerk und aufgesetztem Stahlrohrturm (280 000 Euro) sowie Schnelle und einfache Vorauslegung von Pkw-Strukturen hinsichtlich ihrer Betriebsfestigkeit unter Einbindung neuer Werkstoffe und Fertigungsverfahren.

Gießener Anzeiger vom 16.02.2013, Quelle: http://www.giessener-anzeiger.de/lokales/hochschule/12839331.htm