Kick-Off des Modellprojektes "Hessisches elektronisches Lernportal für Behinderte" an der Fachhochschule Gießen gestartet

Meyer zu Bexten, Kühne-Hörmann und Grabatin (v.l.)Gießen | Hessens Ministerin für Wissenschaft und Kunst, Eva Kühne-Hörmann, hat am Montag in der Fachhochschule (FH) Gießen den Bewilligungsbescheid zur Förderung des Projektes mit 1,4 Millionen Euro übergeben.


Das Vorhaben „Hessisches elektronisches Lernportal für Behinderte“ (H-eLb) ist ein Forschungsprojekt des „Zentrums für blinde und sehbehinderte Studierende“ (BliZ) der FH Gießen-Friedberg und soll über vier Jahre gefördert werden. Geldgeber sind unter anderem das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst sowie das Bundesgesundheitsministerium. Kooperationspartner sind die Universität Gießen, das Paul Ehrlich-Institut, das Robert-Koch-Institut, der Landeswohlfahrtsverband Hessen und die Zentrale Arbeitsvermittlung für schwerbehinderte Akademiker.
Zur feierlichen Kick-Off-Veranstaltung waren zahlreiche Besucher aus Politik und Wissenschaft erschienen. Der Präsident Professor Günther Grabatin eröffnete die Veranstaltung und begrüßte die Ministerin sowie die „hochrangigen“ Anwesenden und Gäste. Er zeigte sich hoch erfreut, dass das Ministerium gewillt ist diesen konsequenten Vorstoß in der Entwicklung zu fördern.

Er übergab das Wort direkt an die Leiterin des BliZ, Professorin Erdmuthe Meyer zu Bexten die schon vor über zwölf Jahren den Grundstein mit dem Blindenzentrum legte. Was sie alleine begann wurde kontinuierlich weiterentwickelt und beschäftigt heute 20 Mitarbeiter. Weiter wird heute nicht nur Blinden sondern auch anderen Behinderten und chronisch Kranken geholfen.
„H-elb“ soll Menschen mit eingeschränkten Körperfunktionen den Studienalltag erleichtern und ein hohes Maß an Barrierefreiheit gewährleisten. Das Portal wird behindertengerechte Lehrmaterialien und Übungsaufgaben zur Verfügung stellen und den Online-Zugriff auf Datenbanken mit Fachliteratur erlauben. Jeder Nutzer wird nach der Anmeldung über eine individuelle Benutzeroberfläche, die an seine persönlichen Bedürfnisse angepasst ist, Zugang finden. Datenschutz und Sicherheit sind zu jeder Zeit gegeben, so Meyer zu Bexten.
Ministerin Kühne-Hörmann würdigte im Anschluss noch einmal die Anstrengungen und Bemühungen von Meyer zu Bexten und ihrem gesamten Team über die vergangenen 12 Jahre hinweg. „Sie haben bewiesen welche Innovationen hier möglich sind und das Ministerium überzeugt. Die FH Gießen-Friedberg setzt hier ein internationales Zeichen", lobte Kühne-Hörmann.
Auch Gießens Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz ließ sich die Gelegenheit nicht entgehen einige anerkennende Worte zu überbringen. „Menschen sind oft nicht Behinderte sondern werden behindert. Allen Menschen muss Wissen und Bildung barrierefrei zugänglich gemacht werden. Zu viel würde uns sonst verloren gehen“, mahnte Grabe-Bolz.

© Gießener Zeitung www.giessener-zeitung.de 12.05.2010