Wer kennt das nicht? Eine E-Mail soll an mehrere Empfänger geschickt werden. Also werden schnell mal alle E-Mail-Adressen in das „An":-Feld des E-Mail Programms eingegeben. Praktisch, aber auch verboten - und neuerdings teuer.

Das fand jetzt das Bayerische Landesamt für Datenschutzaufsicht (BayLDA) und hat gegen eine Mitarbeiterin eines Unternehmens wegen einer solchen Verfahrensweise ein Bußgeld verhängt.
Die Mitarbeiterin eines Handelsunternehmens hatte an die Kunden des Unternehmens eine E-Mail versandt, die ausgedruckt zehn Seiten umfasste. Allerdings bestanden die ersten neuneinhalb Seiten aus den E-Mail-Adressen aller Empfänger.

Da E-Mail-Adressen, die sich aus Vor- und Zunamen zusammensetzen, handelt es sich um personenbezogene Daten i.S.d. Datenschutzrechts und dürfen an Dritte und mit vorheriger Einwilligung übermittelt werden. Die Verwendung eines solchen offenen E-Mail-Verteilers (Eintragung der E-Mail-Adressen in das für alle Empfänger lesbare „An:"-Feld) stellt daher einen Datenschutzverstoß dar, der mit einem Bußgeld geahndet werden kann.

Wegen der großen Anzahl der E-Mail-Adressen erließ das BayLDA einen Bußgeldbescheid, der nach Ablauf der Einspruchsfrist auch unanfechtbar geworden ist. Die Höhe des Bußgeldes ist derzeit nicht bekannt, der gesetzliche Rahmen in Bayern liegt bei 30.000 EUR.

Die Pressemitteilung des BayLDA enthält den Zusatz:
„Da in manchen Unternehmen dieser Fragestellung offensichtlich nicht die entsprechende Bedeutung beigemessen wird, d.h. von Seiten der Unternehmensleitung die Mitarbeiter entweder nicht entsprechend angewiesen oder überwacht werden, wird das BayLDA in einem vergleichbaren Fall in Kürze einen Bußgeldbescheid nicht gegen den konkreten Mitarbeiter, der die Mail mit offenem E-Mail-Verteiler versandt hat, erlassen, sondern gegen die Unternehmensleitung."

Dabei wäre der Datenschutzverstoß so einfach zu vermeiden gewesen.
Wenn eine E-Mail an mehrere Empfänger geschickt werden soll, die keine Einwilligung in die Weitergabe ihrer E-Mail-Adresse an Dritte gegeben haben, setzt man die eigene Adresse in das „An:"-Feld und alle weiteren Empfänger in das Feld „BCC:".
So bleiben diese Adressen vor den Empfängern verborgen.

Weitere Informationen zum sicheren und datenschutzgerechten Umgang mit E-Mails finden Sie in der Arbeitshilfe Datenschutz Nr. 1 - Datenschutzgerechter Umgang mit E-Mails.