Der Datenschutz-Dauerbrenner: Sie erhalten eine E-Mail und im "An:"-Feld befinden sich zig E-Mailadressen.

Ja, und? Man sieht, wer die E-Mail noch erhalten hat und kennt nebenbei nun auch die E-Mail-Adressen aller Empfänger.
Wenn aber jeder Adressat sehen kann, wer die Mail noch erhalten hat, liegt im Regelfall ein Verstoß gegen den Datenschutz vor. Denn von einer Zustimmung aller Empfänger zur „Verteilung" einer persönlichen E-Mail-Adresse (also schützenswerte personenbezogene Daten) auf diesem Weg kann nicht ausgegangen werden.
Update, 28.06.2013: Das BayLDA hat wegen eines solchen offenen E-Mail-Verteilers einen Bußgeldbescheid erlassen.

Die Devise bei mehreren Empfängern muss deshalb lauten: Versand per „bcc:" statt „cc:"!

Der Versand einer E-Mail an einen großen Empfängerkreis hat stets in der Weise zu erfolgen, dass die E-Mail-Adressen den jeweils anderen Empfängern der Massenmail unbekannt bleiben.
Hierzu muss der Versender die Adressaten in das "bcc:"-Feld eintragen, die E-Mail-Adressen bleiben für den Empfänger unsichtbar. In das "An:"- Feld wird die eigene E-Mail-Adresse eingetragen.

Und ein weiteres Ärgernis wird dadurch auch beseitigt:
Da nach dem Aktenführungserlass für hessische Dienststellen (Hess. Staatsanzeiger vom 04.06.2007, Nr. 23, S. 1123ff, Abs. II, Ziff. 4.3.) aktenrelevante E-Mails auszudrucken sind, finden sich auf der/den ersten Seite(n) nicht nur die E-Mail-Adressen, sondern gleich der Inhalt der E-Mail.

Die Umwelt dankt es Ihnen:
Pro nicht ausgedruckter Seite Papier sparen Sie 400 ml Wasser, 2 g CO2 und 21 g Holz.

Weitere Informationen zum Datenschutzgerechten Umgang mit E-Mails finden Sie in der gleichnamigen Arbeitshilfe Datenschutz Nr. 1.

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