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AmRe-LoCO – Digital unterstützte ambulant-medizinische Rehabilitation bei
Long-COVID-Syndrom
Fragestellung
Die Studie untersucht die Effekte eines hybriden Versorgungkonzeptes basierend auf einem Case Managementansatz (Kombination: Präsenzeinheiten und Telemedizinplattform) auf den Gesundheitszustand von Long-COVID-Patient*innen gegenüber den Leistungen der ambulanten Regelversorgung. Betrachtet werden neben der gesundheitsbezogenen Lebensqualität u.a. Auswirkungen auf die psychische Gesundheit, die Kognition und Erschöpfung teilnehmender Patient*innen. Weiterhin soll eine gesundheitsökonomische Gegenüberstellung beider Versorgungsstrukturen erfolgen.
Hintergrund
Unter der Erkrankung des Long-COVID-Syndroms werden gesundheitliche Langzeitfolgen verstanden, die nach einer Infektion mit dem SARS-Coronavirus Typ 2 (severe acute respiratory syndrome coronavirus type 2, SARS-CoV-2) auftreten können. Hierbei definiert der Begriff „Long-COVID“ Symptome, die nach der Akutinfektion mit dem COVID-19-Erreger über eine Dauer von mindestens vier Wochen hinweg fortbestehen und/oder neu auftreten können.1 Die Beschwerden können eine Zeitspanne von zwölf Wochen deutlich übersteigen und lassen keine Differentialdiagnose zu2. Gesicherte wissenschaftliche Erkenntnisse über die Prävalenz und Pathogenese der multisystemischen Erkrankung sowie über mögliche therapeutische oder medikamentöse Behandlungsansätze fehlen bislang1. Studienergebnisse gehen davon aus, dass etwa zehn bis 13,3 Prozent der mit SARS-CoV-2 infizierten Personen an dem Long-COVID-Syndrom erkranken1,3,4. Diesen Ergebnissen zufolge sind mit ca. 38,8 Millionen gemeldeten COVID-19-Fällen deutschlandweit (Stand Mai 2024)5 ca. fünf Millionen Menschen von Langzeitfolgen einer COVID-19-Erkrankung betroffen. Die Höhe der realen Erkrankungszahlen lässt sich aufgrund nicht vollständig gemeldeter Fälle weit darüber hinaus vermuten4. Ein steigender Rehabilitationsbedarf6, Einschränkungen in der Leistungsfähigkeit und Lebensqualität sowie berufliche1 und gesellschaftliche Restriktionen7 im Leben der betroffenen Personen erfordern neue innovative, ambulante Versorgungsansätze.1,8
Aufbau
Das Versorgungsforschungsprojekt AmRe-LoCO richtet sich an Menschen, die an dem Long -COVID-Syndrom erkrankt sind und wird im mittelhessischen Lahn-Dill-Kreis durchgeführt. Ziel des Projektes ist es, eine ambulante, digital unterstützte Versorgungsstruktur aufzubauen und diese langfristig zu etablieren, damit betroffene Personen eine zeitnahe und bedarfsorientierte Unterstützung erhalten. Darüber hinaus sollen Versorgungslücken abgebaut und Hausarztpraxen sowie stationäre Rehabilitationseinrichtungen entlastet werden. Das Konzept der hybriden Versorgung sieht ein ausführliches ärztliches Basisassessment vor, auf dem beruhend patientenindividualisierte Therapiepläne erstellt werden. Teilnehmende Patient*innen erhalten eine Kombination aus ambulanten Leistungen in Präsenz und digitalen Angeboten der projektintegrierten Telemedizinplattform für Zuhause z.B. Entspannung- und Trainingseinheiten, die Teilnahme an einer Selbsthilfegruppe oder dem Reha-Sport. Die Begleitung der Patient*innen und Koordination der Versorgung erfolgt durch ärztliche und wissenschaftliche Case Manager*innen (Lots*innen). Weiterführende Informationen können über die Projekthomepage aufgerufen werden.
Methoden
Die randomisierte kontrollierte Interventionsstudie erfolgt in Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten des Lahn-Dill-Kreises, welche eine Screening-Funktion übernehmen. Eingeschlossen werden volljährige Patient*innen, die an Long-COVID erkrankt sind und über die Fähigkeit der Nutzung eines vorhandenen mobilen Endgerätes verfügen (Smartphone, Tablet, PC). Die Möglichkeit der Studienteilnahme wird patientenindividuell durch die ärztlichen Case Manager*innen überprüft. Vorgesehen ist die Rekrutierung von 208 Patient*innen, welche nach Durchlaufen des persönlichen Aufklärungsgespräches zufällig der Interventions- oder Kontrollgruppe zugeteilt werden. Kontrollgruppenpatient*innen erhalten die standardmäßigen Leistungen der ambulanten Regelversorgung und werden weiterhin durch ihre behandelnde Hausarztpraxis im Lahn-Dill-Kreis versorgt. Die Randomisierung erfolgt stratifiziert anhand des Kriteriums der Beeinträchtigung, gemessen über die Post-COVID-19-Functional-Status-Skala (PCFS). Die Ermittlung des primären Zielkriteriums, der gesundheitsbezogenen Lebensqualität, erfolgt über den körperlichen Summenscore des Fragebogens zum Gesundheitszustand (SF-12).
Die Evaluation des Projektes sieht außerdem die Durchführung einer Vorstudie zur Ermittlung von Nutzerszenarien und der Nutzerakzeptanz hinsichtlich der Anwendung der Telemedizinplattform bei Patient*innen sowie ärztlichen und nichtärztlichen Leistungserbringer*innen vor. Darüber hinaus soll eine durchgeführte Schulungsmaßnahme der niedergelassenen Allgemeinmediziner*innen hinsichtlich des Therapiemanagements erfolgen. Im Rahmen der monetären Bewertung des neuen Versorgungsansatzes und der damit verbundenen Gegenüberstellung mit Leistungen der ambulanten Regelversorgung wird eine gesundheitsökonomische Evaluation angeschlossen.
Laufzeit
09/2023 - 12/2026
Förderung
Hessisches Ministerium für Familie, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege (HMFG)
Kooperation
(1) Technische Hochschule Mittelhessen, Fachbereich (05) Gesundheit, Willy Robert Pitzer-Institut für
Versorgungsforschung und Rehabilitation
(2) Arztnetz für die Region Lahn-Dill e.V. (A.N.R. e.V.)
(3) Zentrum für Telemedizin (ZTM)
(4) Philipps-Universität Marburg, Klinik für Innere Medizin, Schwerpunkt: Pneumologie und
Schlafmedizin
Ansprechpartnerinnen

Jasmin Hüttl
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Technische Hochschule Mittelhessen
Fachbereich Gesundheit
Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Willy Robert Pitzer-Institut
für Versorgungsforschung und Rehabilitation

Ann-Sophie Jacobs
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Technische Hochschule Mittelhessen
Fachbereich Gesundheit
Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Willy Robert Pitzer-Institut
für Versorgungsforschung und Rehabilitation

Sabrina Hanika
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Technische Hochschule Mittelhessen
Fachbereich Gesundheit
Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Willy Robert Pitzer-Institut
für Versorgungsforschung und Rehabilitation

Esther Langsdorf
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Gebäude G11
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Technische Hochschule Mittelhessen
Fachbereich Gesundheit
Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Willy Robert Pitzer-Institut
für Versorgungsforschung und Rehabilitation
Literatur
1 Koczulla AR, Ankermann T, Behrends U, Berlit P, Berner R, Böing S et al. S1-Leitlinie Long-/Post-COVID. Pneumologie 2022;
76(12)855–907.
2 Shah W, Hillman T, Playford ED, Hishmeh L. Managing the long term effects of covid-19: summary of NICE, SIGN, and RCGP rapid
guideline. BMJ 2021; 372n136.
3 Ballering AV, van Zon SKR, Olde Hartman TC, Rosmalen JGM. Persistence of somatic symptoms after COVID-19 in the Netherlands:
an observational cohort study. The Lancet 2022; 400(10350)452–61.Available from: URL: https://www.thelancet.com/journals/
lancet/article/PIIS0140-6736(22)01214-4/fulltext.
4 Davis HE, McCorkell L, Vogel JM, Topol EJ. Long COVID: major findings, mechanisms and recommendations. Nat Rev Microbiol 2023;
21(3)133–46. Available from: URL: https://www.nature.com/articles/s41579-022-00846-2
5 Kärsten S. SurvStat@RKI 2.0: Robert Koch-Institut; 2024 [cited 2024 Mai 29]. Available from: URL:https://survstat.rki.de/Content/
Query/Create.aspx
6 Deutsche Rentenversicherung Bund, Hrsg. Reha-Atlas 2023: Die Teilhabeleistungen der Deutschen Rentenversicherung in Zahlen,
Fakten und Trends. Frankfurt am Main: Deutscher Fachverlag GmbH;2023.
7 Lemhöfer C, Sturm C, Loudovici-Krug D, Best N, Gutenbrunner C. The impact of Post-COVID-Syndrome on functioning - results from
a community survey in patients after mild and moderate SARS-CoV-2-infections in Germany. Journal of occupational medicine and
toxicology (London, England) 2021;16(1)45. Available from: URL: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34620202/
8 Platz T, Berghem S, Berlit P, Dewey S, Dohle C, Fickenscher H et al. S2k-Leitlinie SARS-CoV-2, COVID-19 und (Früh-) Rehabilitation –
eine Kurzfassung mit allen Empfehlungen im Überblick. Rehabilitation(Stuttg) 2023; 62(2)76–85. Available from: URL: https://
pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/35913083/.
MData-H – Retrospektive Analyse steigender Patientenzahlen im hessischen Maßregelvollzug anhand von Routinedaten der Vitos Klinik für forensische Psychiatrie Gießen
Fragestellung
Bei dem Forschungsvorhaben stehen zwei zentrale Fragestellungen im Fokus. Zum einen sollen die Hintergründe für die Veränderung der Unterbringungszahlen im Maßregelvollzug gem. § 63 StGB in den vergangenen Jahren in Hessen erforscht werden. Auf Basis dieser Erkenntnisse soll zum anderen der Frage nachgegangen werden, welche Ansatzpunkte sich für mögliche Interventionen auf politischer oder auf Versorgungsebene ableiten lassen.
Hintergrund
Das Interesse der Öffentlichkeit und der Medien am Maßregelvollzug ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Insbesondere die Bedingungen des Maßregelvollzugs mit Überbelegung, Zwang, langen Unterbringungszeiten und nicht ausreichender Transparenz sorgen für zunehmende Kritik. Gleichzeitig beklagen Kliniken und Landesbehörden verlängerte Unterbringungszeiten bspw. durch das Fehlen von Nachsorgeeinrichtungen und mahnen aufgrund unzureichender Kapazitäten vor dadurch bedingten besorgniserregenden Zuständen.1
Da gleichzeitig „einfache Verläufe“ (Aufnahme, Behandlung, Entlassung) seltener werden und komplexe Verläufe mit abwechselnden ambulanten und stationären Behandlungsphasen mit kurzzeitigen Kriseninterventionen und der Einbeziehung forensischer Ambulanzen zunehmen, kommen hier neue Aspekte bei der Prognoseforschung zum Tragen. Die Sicht verschiebt sich von der reinen „Prognose“, d.h. der Frage nach dem Rückfallrisiko zum Entlassungszeitpunkt, hin zum Risikomanagement, d.h. zu welchem Zeitpunkt können mit welchen Maßnahmen welche Rückfallrisiken gesenkt werden. Bisher wurden die steigenden Unterbringungszahlen durch die Bereitstellung weiterer Kapazitäten kompensiert.1
Ziel muss es allerdings aufgrund zunehmend knapper finanzieller und personeller Ressourcen sowie der zunehmend begrenzten Behandlungsmöglichkeiten sein1, die Maßregelvollzugspopulation so gering wie möglich zu halten. Das wird nur auf Grundlage einer Datenbasis möglich sein, die gegensteuernde politische Entscheidungen (z. B. Gesetzesveränderungen, Entscheidungen über die Bereitstellung hochstrukturierter Nachsorgeangebote) ermöglicht.
Versorgungsforschung im Maßregelvollzug, zuletzt 2017 in einer heute noch aktuellen Bilanz als „Stochern im Nebel“2 bezeichnet, sieht sich zahlreichen Forschungshindernissen gegenüber. Da der Maßregelvollzug länderspezifisch (Föderalismus) auf Grundlage unterschiedlicher Verwaltungsvorschriften, Maßregelvollzugsgesetze und Datenschutzgesetze in verschiedenen Organisationsformen (bspw. forensische Kliniken vs. forensische Abteilungen) durchgeführt wird, ist eine koordinierte vollständige bundesweite Datenerhebung kaum erreichbar.2
Aufbau
Da im Bundesland Hessen die 63er-Maßregelvollzugskliniken kooperieren, über einen gemeinsamen Datenpool verfügen und alle Aufnahmen zentral in der Vitos Klinik für forensische Psychiatrie Haina erfolgen3, soll auf dieser Datengrundlage für Hessen untersucht werden, welche Hintergründe für die Veränderung der Unterbringungszahlen im Maßregelvollzug gem. § 63 StGB in den vergangenen 10 Jahren identifizierbar sind und welche Ansatzpunkte sich für mögliche Interventionen auf politischer Ebene oder Versorgungsebene ableiten lassen. Dafür werden routinemäßig erhobene Daten aufgenommener Patient*innen im Zeitraum von 2014-2024 analysiert.
Methoden
Im Rahmen der retrospektiven Kohortenstudie werden verschiedene Endpunkte betrachtet. Die primären Endpunkte bilden dabei die Entwicklung des Migrantenanteils der zugewiesenen Patient*innen, die Entwicklung der Deliktschwere sowie der Diagnoseverteilung. Mittels verschiedener Methoden der deskriptiven und induktiven Statistik werden Veränderungen und Zusammenhänge einzelner Parameter und mögliche Einflussfaktoren untersucht. Die Analyseergebnisse dienen als Grundlage zur Entwicklung von Konzepten und der Ableitung von Handlungsempfehlungen.
Laufzeit
01/2025 - 12/2026
Kooperation
(1) Technische Hochschule Mittelhessen, Fachbereich (05) Gesundheit, Willy Robert Pitzer-Institut für
Versorgungsforschung und Rehabilitation
(2) Vitos Klinik für forensische Psychiatrie Gießen
Ansprechpartnerin

Ann-Sophie Jacobs
- Nordanlage 21
Gebäude G11
Raum 1.11 (1. OG) - +49 641 309 6613
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Technische Hochschule Mittelhessen
Fachbereich Gesundheit
Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Willy Robert Pitzer-Institut
für Versorgungsforschung und Rehabilitation
Literatur
1 Zeidler R, Dudeck M, Frank U, Gerlinger G, Hesse D, Muysers J et al. Die Situation des deutschen Maßregelvollzugs – Ergebnisse
einer Umfrage der DGPPN. Nervenarzt. 2024; 95(1), S. 1–8.
2 Querengässer J, Bezzel A, Hoffmann K, Mache W, Schiffer B. Versorgungsforschung im Maßregelvollzug oder das Stochern im
Nebel: Konsenspapier zur Notwendigkeit einheitlicher und besserer Daten. Nervenarzt. 2017; 88(11), S. 1292–7.
3 Vitos. Aufnahme; [updated 2024 Dez 10; cited 2024 Dez 10]. Available from: URL: https://www.vitos.de/unsere-fachbereiche/
forensische-psychiatrie/psychisch-kranke-rechtsbrecher/aufnahme/
Wann beginnt der Anfang vom Ende? Idiosynkratische Symbole für Sterben und Unheilbarkeit aus Sicht von Patientinnen und Patienten in der Palliativversorgung
Fragestellung
Im Mittelpunkt der Studie steht die Frage, welche Ereignisse, Handlungen, Unterlassungen oder Wahrnehmungen aus Sicht von Palliativpatient*innen den Beginn des subjektiv erlebten Sterbe-prozesses markieren.
Darüber hinaus soll untersucht werden, wie diese Erfahrungen retrospektiv emotional bewertet und gedeutet werden. Die zentrale Erhebungsfrage lautet: „Würden Sie sagen, dass Ihr letzter Weg begonnen hat?“ – sie zielt darauf ab, dass individuell wahrgenommene Erleben des Übergangs in die letzte Lebensphase zu erfassen, unabhängig von medizinischen Kriterien.
Hintergrund
In allen Epochen wurde die symbolische Dimension von Tod und Sterben kulturell und individuell gedeutet. Psychologisch lässt sich der Übergang in die letzte Lebensphase als Prozess der Sinnkonstruktion beschreiben. Modelle des Meaning Making1,2 zeigen, dass kritische Lebensereignisse die bisherigen Annahmen über das Leben infrage stellen und Prozesse der Bedeutungsanpassung auslösen können. Auch die Trauer- und Verlustforschung betont, dass solche Erlebnisse narrative „Turning Points“ darstellen, die eine Rekonstruktion des Selbst- und Weltverständnisses erforderlich machen3.
Anthropologische Konzepte wie die "rites de passage"4 und das Konzept der "Liminalität"5 beschreiben den Übergang zwischen Lebensphasen als symbolisch aufgeladenen Schwellenzustand.
Diese theoretischen Perspektiven bilden die Grundlage für das Projekt, das die individuelle Bewusstwerdung des eigenen Sterbens empirisch erfassen und verstehen möchte.
Aufbau
Die Studie verfolgt einen qualitativen Forschungsansatz, um subjektive Bedeutungszuschreibungen von Palliativpatient*innen sichtbar zu machen. Ziel ist es, zu erfassen, welche Situationen oder Ereignisse den subjektiven Beginn des Sterbeprozesses markieren und wie diese gedeutet werden. Die Interviews werden durch klinisches Versorgungspersonal an mehreren Standorten geführt. Zwei Pretests mit jeweils zehn Patient*innen prüfen Verständlichkeit, Zumutbarkeit und Durchführbarkeit der Erhebung. Angestrebt wird eine Fallzahl von rund 200 Patient*innen (etwa 50 pro Zentrum), um systematische Zuordnungen typischer Kategorien und Subgruppenanalysen zu ermöglichen.
Methoden
Die sprachlich vorliegenden Interviewdaten werden mittels qualitativer Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewertet. Dabei erfolgt eine deduktiv-induktive Kategorisierung durch zwei unabhängig arbeitende Kodierende; divergente Kodierungen werden im Konsens mit einer dritten Person abgestimmt.
Zur Beschreibung der Stichprobe werden ergänzend deskriptive Statistiken eingesetzt. Die Datenerhebung erfolgt anonymisiert; die Teilnahme ist freiwillig und kann jederzeit beendet werden. Die Studie wurde ethisch geprüft und sieht keine invasiven oder gesundheitsgefährdenden Maßnahmen vor.
Dissemination
Die Ergebnisse sollen nicht nur wissenschaftlich publiziert, sondern auch in praxisorientierte Empfehlungen zur Verbesserung der Kommunikation in der Palliativversorgung überführt werden. Geplant ist die Entwicklung eines Sensibilisierungsmoduls für die Aus- und Weiterbildung in Palliativpflege und ärztlicher Gesprächsführung. Darüber hinaus ist vorgesehen, die Ergebnisse im Rahmen von Fachveranstaltungen und Fortbildungsnetzwerken des Forschungscampus Mittelhessen vorzustellen und weiterzuentwickeln.
Laufzeit
01/2026 - 12/2026
Förderung
Gefördert durch den Forschungscampus Mittelhessen im Rahmen der Förderrichtlinie Experimen-tierräume.
Kooperation
(1) Technische Hochschule Mittelhessen (THM), Fachbereich (05) Gesundheit, Willy Robert Pitzer-
Institut für Versorgungsforschung und Rehabilitation
(2) Universitätsklinikum Gießen und Marburg (UKGM), Medizinische Klinik II, Standort Gießen
(3) Hämatologie, Internistische, Onkologie und Palliativmedizin, St. Vincenz Krankenhaus Limburg
(4) Zentrum für Palliativmedizin, Klinikum Fulda
(5) Palliativstation, Main-Kinzig-Kliniken Schlüchtern
Ansprechpartnerinnen

Jasmin Hüttl
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Gebäude G11
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Technische Hochschule Mittelhessen
Fachbereich Gesundheit
Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Willy Robert Pitzer-Institut
für Versorgungsforschung und Rehabilitation

Ann-Sophie Jacobs
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Gebäude G11
Raum 1.11 (1. OG) - +49 641 309 6613
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Technische Hochschule Mittelhessen
Fachbereich Gesundheit
Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Willy Robert Pitzer-Institut
für Versorgungsforschung und Rehabilitation
Literatur
1 Park, C. L., & Folkman, S. (1997). Meaning in the context of stress and coping. Review of General Psychology, 1(2), 115–144.
2 Park, C. L. (2010). Making sense of the meaning literature: An integrative review of meaning making and its effects on adjustment
to stressful life events. Psychological Bulletin, 136(2), 257–301.
3 Neimeyer, R. A. (2001). Meaning reconstruction and the experience of loss. Washington, DC: American Psychological Association.
4 van Gennep, A. (1909). Les rites de passage. Paris: Nourry.
5 Turner, V. (1969). The Ritual Process: Structure and Anti-Structure. Chicago: Aldine.
KLIMA-kids – Klimaresiliente Lern- und Innovationsorientierte Maßnahmen für Aufwachsende (kids)
Fragestellung
Das Projekt KLIMA-kids verfolgt das Ziel, pädagogische Fachkräfte in Kindertageseinrichtungen des Landkreises Gießen partizipativ dabei zu befähigen, klima- und gesundheitsförderliche Konzepte sowie darauf abgestimmte organisatorische Abläufe für den Kita-Alltag zu entwickeln, zu erproben und nachhaltig zu verankern.
Kinder stehen dabei als primäre Zielgruppe im Mittelpunkt. Ihre klima- und gesundheitsbezogenen Kompetenzen sollen durch alltagsintegrierte und partizipative pädagogische Maßnahmen gestärkt werden. Gleichzeitig wird untersucht, wie Kinder von Beginn an spielerisch in die Entwicklung von Schutz- und Anpassungsmaßnahmen einbezogen werden können.
Ein weiterer Fokus liegt auf der Frage, wie die partizipative Einbindung von Eltern die Umsetzung und Verstetigung klima- und gesundheitsbezogener Maßnahmen im Übergang zwischen Kita und familiärem Alltag unterstützen kann. Zudem wird betrachtet, inwieweit qualifizierende und prozessbegleitende Maßnahmen die pädagogischen Fachkräfte dabei unterstützen, kindgerechte Schutz- und Anpassungsstrategien im Kita-Alltag umzusetzen.
Hintergrund
Der Klimawandel zählt zu den zentralen gesundheitlichen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. Kinder in Kindertageseinrichtungen gehören zu den besonders vulnerablen Gruppen, da ihre physiologischen Anpassungsmechanismen weniger ausgeprägt sind, sie schneller dehydrieren und sensibler auf Temperaturveränderungen reagieren1. Gleichzeitig verbringen sie einen Großteil ihres Tages in Betreuungseinrichtungen, deren organisatorische Abläufe und pädagogische Rahmenbedingungen nicht immer auf extreme Wetterlagen vorbereitet sind1.
Klimabedingte Belastungen beeinflussen den Kita-Alltag bereits heute erheblich. Hohe Raumtemperaturen, eingeschränkt nutzbare Außenbereiche, begrenzte Rückzugsmöglichkeiten, uneinheitliche Trinkroutinen sowie unklare handlungs- und strukturorientierte Abläufe bei Hitzeperioden können zu Stress, Müdigkeit, Reizbarkeit oder körperlichen Beschwerden bei Kindern führen. Pädagogische Fachkräfte fühlen sich in solchen Situationen häufig allein gelassen; es fehlt ihnen systematisches Wissen, Orientierung und institutionelle Unterstützung, um gesundheitliche Risiken zu reduzieren und gleichzeitig die pädagogische Qualität aufrechtzuerhalten1,2.
Klimaanpassung im Setting Kita ist eine strukturelle Aufgabe, die nicht allein über individuelles Verhalten der Fachkräfte gelöst werden kann. Belastbare Prozesse, transparente Abläufe, konzeptionelle Verankerung sowie eine teamübergreifende Gesundheits- und Klimakompetenz sind erforderlich. Genau diese Lücke adressiert KLIMA-kids, indem es pädagogische Teams qualifiziert, partizipativ begleitet und befähigt, eigene organisatorische und pädagogische klimaresiliente Maßnahmen zu entwickeln und in ihrer Einrichtung verbindlich umzusetzen.
Die Relevanz des Projekts ergibt sich nicht nur aus der gesundheitlichen Vulnerabilität der Kinder, sondern auch aus einem kommunalen Blickwinkel: Der Landkreis Gießen steht wie viele Regionen vor der Aufgabe, Klimaanpassung, Gesundheitsförderung und Kinderschutz strategisch miteinander zu verbinden. KLIMA-kids greift diese Herausforderung auf, knüpft an bestehende kommunale Strukturen an, integriert wissenschaftliche Erkenntnisse und stellt zugleich praxistaugliche Lösungen für den Kita-Alltag bereit.
Aufbau
KLIMA-kids entwickelt praxisnahe Maßnahmen und Konzepte, um den Kita-Alltag unter klimabedingten Belastungen, insbesondere Hitze, so zu gestalten, dass die Gesundheit, das Wohlbefinden und die Alltagsgestaltung der primären Zielgruppe Kinder gefördert wird. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie klima- und gesundheitsförderliche organisatorische Abläufe, pädagogische Routinen und alltagsintegrierte Maßnahmen gemeinsam mit den pädagogischen Fachkräften entwickelt, erprobt und langfristig in Kindertageseinrichtungen verankert werden können. Dabei wird untersucht, inwieweit qualifizierende und prozessbegleitende Maßnahmen die Fachkräfte dabei unterstützen, kindgerechte Schutz- und Anpassungsstrategien im Alltag umzusetzen. Die Kinder werden als primäre Zielgruppe von Beginn an spielerisch in die Maßnahmen einbezogen, beispielsweise durch Aktionsformate wie „Hitze-Detektive“, „Wasserforscher“ oder „Schatten-Entdecker“. Eltern bringen über niedrigschwellige Beteiligungsformate ihre Perspektiven ein, um die Maßnahmen praxisnah und alltagsrelevant zu gestalten.
Das Projekt ist auf eine Laufzeit von 36 Monaten angelegt und gliedert sich in zwei aufeinander aufbauende Phasen. In der Pilotphase werden zwei bis drei ausgewählte Kindertageseinrichtungen des Landkreises Gießen begleitet. In diesen Einrichtungen werden Konzepte, organisatorische Abläufe und pädagogische Routinen gemeinsam mit den Fachkräften entwickelt, erprobt und kontinuierlich angepasst. Parallel werden praxisnahe Materialien erstellt, die später für die Übertragung auf weitere Einrichtungen genutzt werden können. Ziel der Pilotphase ist die Erprobung und Evaluation der Maßnahmen, um ihre Wirksamkeit, Praktikabilität und Akzeptanz zu überprüfen.
In der anschließenden Transferphase werden die erprobten Konzepte auf weitere Einrichtungen des Landkreises Gießen übertragen. Fachkräfte werden durch begleitende Qualifizierungen und Prozessbegleitungen unterstützt, um die nachhaltige Umsetzung der Strategien im Kita-Alltag zu sichern. Auch die primäre Zielgruppe Kinder sowie deren Eltern bleiben aktiv eingebunden, um die Maßnahmen langfristig im Alltag zu verankern. Die Rolle der Fachbereiche des Gesundheitsamts des Landkreises Gießen ist dabei zentral: Sie koordinieren die strukturelle Integration in kommunale Präventions- und Bildungsstrukturen, begleiten die Umsetzung fachlich und gewährleisten Qualitäts-, Beteiligungs- sowie Kinderschutzstandards.
Methoden
KLIMA-kids kombiniert praxisnahe Entwicklung, partizipative Einbindung und systematische Evaluation, um klima- und gesundheitsförderliche Konzepte im Kita-Alltag nachhaltig zu implementieren. Die primäre Zielgruppe Kinder und deren Eltern werden von Beginn an einbezogen, um die Praxisrelevanz und Umsetzbarkeit der Maßnahmen zu sichern.
Die Evaluation erfolgt auf zwei Ebenen: Formative Elemente, wie standardisierte Beobachtungen, Mitmach- und Reflexionsformate sowie Rückmeldungen von Fachkräften, fließen kontinuierlich in die Weiterentwicklung der Konzepte ein. Summative Elemente erfassen die Wirksamkeit, Praktikabilität und Akzeptanz der Maßnahmen, insbesondere hinsichtlich Wohlbefinden, Selbstwirksamkeit und Hitzekompetenz der primären Zielgruppe Kinder, sowie die Umsetzung klima- und gesundheitsbezogener Abläufe durch die Fachkräfte. Zur Datenerhebung werden Beobachtungen, strukturierte Interviews, Fragebögen und dokumentierte Praxisbeispiele eingesetzt.
In der Transferphase werden die erprobten Konzepte auf weitere Einrichtungen übertragen. Fachkräfte werden durch modulbasierte Schulungen und prozessbegleitende Qualifizierungen unterstützt, während die Einbindung von Kindern und deren Eltern die nachhaltige Verstetigung zwischen Kita-Alltag und familiärem Umfeld sichert. Das Gesundheitsamt des Landkreises Gießen übernimmt die kommunale Einbindung über die beiden kooperierenden Sachgebieten für Gesundheitsplanung sowie Kinder- und Jugendhilfe. Gemeinsam sichern sie die strukturelle Integration, die fachliche Begleitung sowie die Einhaltung von Qualitäts- und Kinderschutzstandards.
Der Ansatz kombiniert verhaltens- und verhältnispräventive Maßnahmen: Fachkräfte werden in ihrer Handlungskompetenz gestärkt, organisatorische Abläufe, Kommunikationswege und Tagesstrukturen an klimabedingte Belastungen angepasst. Durch die enge Verzahnung von Kindern, Fachkräften und Eltern entsteht ein praxisnahes, skalierbares Modell, das die Bedürfnisse der primären Zielgruppe Kinder berücksichtigt und die nachhaltige Verankerung der Maßnahmen in den Kitas sicherstellt.
Laufzeit
03/2026 - 02/2029
Förderung
ARGE GKV-Bündnis für Gesundheit in Hessen
Kooperation
(1) Technische Hochschule Mittelhessen, Fachbereich (05) Gesundheit, Willy Robert Pitzer-Institut für
Versorgungsforschung und Rehabilitation
(2) Landkreis Gießen, Gesundheitsamt, Sachgebiet Gesundheitsplanung, Fachdienst 61
(3) Landkreis Gießen, Gesundheitsamt, Sachgebiet Kinder- und Jugendhilfe, Fachdienst 5
Ansprechpartnerin

Sabrina Hanika
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Technische Hochschule Mittelhessen
Fachbereich Gesundheit
Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Willy Robert Pitzer-Institut
für Versorgungsforschung und Rehabilitation
Literatur
1 Eichinger M, Andreas M, Hoeppe A, Nisius K, Rink K. Kinder- und Jugendgesundheit in der Klimakrise. Monats-schr Kinderheilkd.
2023; 171(2):114-123.
2 Wiedebusch S. Kindertageseinrichtungen in der Klimakrise. Frühe Bildung. 2025; 14(3):169-171.
HEAT-Gi – Hitzeprävention und Anpassung älterer Menschen an die Temperaturbelastungen in Gießen
Fragestellung
Das Projekt HEAT-Gi verfolgt das Ziel, hochaltrige Menschen ab 70 Jahren im Landkreis Gießen vor den gesundheitlichen Folgen zunehmender Hitzebelastungen zu schützen und ihre klimabezogene Gesundheitskompetenz nachhaltig zu stärken. Vor dem Hintergrund steigender Temperaturen und dokumentierter hitzebedingter Übersterblichkeit in Deutschland entwickelt das Projekt ein evidenzbasiertes, praxisnahes Modell zur Hitzeprävention und Anpassung für diese vulnerable Bevölkerungsgruppe.
Hintergrund
Der Klimawandel führt in Deutschland bereits heute zu einer zunehmenden Hitzebelastung, ein Trend, der sich in den letzten Jahrzehnten verstärkt hat und weiter zunehmen wird1,2. Besonders städtische Gebiete sind durch dichte Bebauung, hohe Versiegelung und mangelnde Durchgrünung von der sogenannten städtischen Wärmeinsel betroffen, wodurch die Temperaturen in den Quartieren steigen und die nächtliche Abkühlung eingeschränkt wird3,4. Hochaltrige Menschen ab 70 Jahren sind aufgrund gesundheitlicher Vorerkrankungen, eingeschränkter Anpassungsfähigkeit und sozialer Isolation besonders gefährdet4,5.
Parallel zu den klimatischen und gesundheitlichen Risiken verschärfen demografische Strukturen, städtische Wärmeinseln und fehlende klimabezogene Quartiersdaten die Risiken für Kreislauf- und Atemwegserkrankungen, Dehydration und hitzebedingte Mortalität1-7. Gleichzeitig mangelt es an systematischer Wissensvermittlung, barrierefreien Informationsmaterialien, aufsuchenden Unterstützungsstrukturen, kühlen Aufenthaltsorten, geschulten Multiplikator*innen, psychosozialer Begleitung sowie an der Integration der Maßnahmen in kommunale Steuerungsstrukturen8-13.
Diese Kombination aus klimatischen, gesundheitlichen und sozialen Faktoren macht die Entwicklung zielgerichteter Hitzeschutzmaßnahmen für die älteren Bewohner*innen von Gießen dringend erforderlich.
Aufbau
HEAT-Gi ist als zweijähriges Modellprojekt strukturiert, das die Entwicklung, Erprobung und anschließende dauerhafte Verankerung hitzepräventiver Maßnahmen für hochaltrige Menschen in Gießen ermöglicht.
Im ersten Projektjahr liegt der Fokus auf der Konzeption und Umsetzung zentraler Projektbausteine. Nach einer initialen Abstimmung mit relevanten kommunalen Akteur*innen werden partizipative Analysen durchgeführt, um die spezifischen Bedarfe hochaltriger Menschen im Umgang mit städtischer Hitzebelastung systematisch zu erfassen. Darauf aufbauend werden zielgruppenspezifische Informations- und Bildungsangebote entwickelt und ein Hitze-Lots*innen-Modell etabliert. Ein zentrales Element ist hierbei die Qualifizierung ehrenamtlicher Hitze-Lots*innen, die als niedrigschwellige Ansprechpersonen im Quartier fungieren und bestehende Angebote mit der Zielgruppe verknüpfen. Ergänzend werden erste Veranstaltungsformate umgesetzt, die die klimabezogene Gesundheitskompetenz der Zielgruppe stärken und soziale Teilhabe fördern sollen.
Das zweite Projektjahr widmet sich der Ausweitung und nachhaltigen Verstetigung der Maßnahmen. Die im ersten Jahr entwickelten Angebote werden auf weitere Quartiere übertragen und das Hitze-Lots*innen-Netzwerk systematisch erweitert. Gleichzeitig werden die Projektstrukturen stärker an bestehende kommunale Angebote der Altenhilfe und Gesundheitsförderung angebunden. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Integration bereits vorhandener städtischer Hitzeschutzangebote in das Projekt. Ziel ist die dauerhafte Implementierung zentraler Projektbausteine in kommunale Regelstrukturen sowie die Schaffung nachhaltiger Strukturen der Hitzeprävention für hochaltrige Menschen in Gießen.
Methoden
Die methodische Umsetzung von HEAT-Gi kombiniert praxisorientierte Maßnahmenentwicklung mit begleitender Evaluation, um Wirksamkeit, Akzeptanz und Nachhaltigkeit über den gesamten Projektverlauf sicherzustellen. Hierbei erfolgt die Evaluation des Projekts HEAT-Gi phasenbezogen und kombiniert formative und summative Elemente. In der ersten Projektphase steht die formative Evaluation im Vordergrund. Sie dient der kontinuierlichen Prozessbegleitung, Qualitätssicherung und dem Aufbau nachhaltiger Strukturen. Dazu gehören die Identifikation und Nutzung vorhandener kommunaler Strukturen und Netzwerke, der Aufbau eines Steuerungsgremiums mit allen relevanten Akteur*innen sowie die Einrichtung der AG „Hitze-Lots*innen-Gewinnung“. Die Evaluation erfasst systematisch Rückmeldungen der teilnehmenden Senior*innen, der Hitze-Lots*innen und der beteiligten Fachkräfte. Beobachtungen, kurze Befragungen und Reflexionsformate prüfen Akzeptanz, Verständlichkeit und Umsetzbarkeit der Maßnahmen. Parallel werden Fokusgruppen mit Senior*innen und Fachkräften durchgeführt und Sekundärdaten zur Hitzebelastung ausgewertet, um Bedarfe, Barrieren und Ressourcen kontinuierlich zu überprüfen. Ziel ist es, das Netzwerk für die operative Umsetzung zu stabilisieren und erste Konzepte zur langfristigen Sicherung der Lots*innen-Strukturen zu entwickeln.
In der zweiten Projektphase erfolgt die summative Evaluation. Sie untersucht die Wirkungen der Maßnahmen auf die klimabezogene Gesundheitskompetenz, das hitzeangepasste Verhalten sowie die Nutzung und Wahrnehmung der Unterstützungsangebote durch hochaltrige Menschen. Zusätzlich werden strukturelle Effekte analysiert, wie die Einbindung der Projektaktivitäten in kommunale Abläufe, die Stabilität des Hitze-Lots*innen-Netzwerks und die Verstetigung der entwickelten Strukturen. Die Ergebnisse werden systematisch ausgewertet und dienen der Ableitung von Handlungsempfehlungen sowie der Sicherstellung der Transferfähigkeit des Projekts in andere Kommunen.
Laufzeit
02/2026 - 01/2028
Förderung
ARGE GKV-Bündnis für Gesundheit in Hessen
Kooperation
(1) Technische Hochschule Mittelhessen, Fachbereich (05) Gesundheit, Willy Robert Pitzer-Institut für
Versorgungsforschung und Rehabilitation
(2) Landkreis Gießen, Gesundheitsamt, Sachgebiet Gesundheitsplanung, Fachdienst 61
Ansprechpartnerin
Katrin Lücker
Nordanlage 21
Gebäude G11 Technische Hochschule Mittelhessen
Raum 1.05 (1. OG) Fachbereich Gesundheit
+49 641 309 6631
Wissenschaftliche Mitarbeiterin am
Willy Robert Pitzer-Institut
für Versorgungsforschung und
Rehabilitation
Literatur
1 Winklmayer C, Matthies-Wiesler F, Muthers S, Buchien S, Kuch B, Der Heiden M an et al. Hitze in Deutsch-land: Gesundheitliche
Risiken und Maßnahmen zur Prävention. 2023
2 Bundesministerium für Gesundheit. Hitzeservice – Das Portal für Kommunen; [updated 2025 Nov 26; cited2025 Nov 26]. Available
from: URL: https://hitzeservice.de/fakten-und-grundlagen
3 Der Deutsche Wetterdienst ist eine Bundesoberbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums fürVerkehr. Wetter und
Klima - Deutscher Wetterdienst - Städtische Wärmeinsel; [updated 2025 Nov 26; ci-ted 2025 Nov 26]. Available from: URL: https://
www.dwd.de/DE/klimaumwelt/klimaforschung/klima-wirk/stadtpl/projekt_waermeinseln
projekt_waermeinseln_node.htmlProjektbaustein
4 Foshag K, Fürle J, Ludwig C, Fallmann J, Lautenbach S, Rupp S et al. How to assess the needs of vulnerable population groups
towards heat-sensitive routing? ERDKUNDE. 2024; 78(1), S. 1–33.
5 Umweltbundesamt. Gesundheitsrisiken durch Hitze; [updated 2025 Nov 26; cited 2025 Nov 26]. Available from: URL: https://
www.umweltbundesamt.de/daten/umwelt-gesundheit/gesundheitsrisiken-durch-hitze
6 Umweltbundesamt. Heat-related deaths: seniors are at a higher risk; [updated 2025 Nov 26; cited 2025 Nov 26]. Available from:
URL: https://www.umweltbundesamt.de/en/press/pressinformation/heat-related-deaths-seniors-are-at-a-higher-risk
7 Zhang S, Breitner S, Donato F de', Stafoggia M, Nikolaou N, Aunan K et al. Heat and cause-specific cardi-opulmonary mortality in
Germany: a case-crossover study using small-area assessment. The Lancet Regio-nal Health – Europe. 2024; 46, S. 101049.
8 Prof. Dr. Cornelia Betsch,Dr. Parichehr Shamsrizi, Lena Lehrer, Hellen Temme, Dr. Philipp Sprengholz, Dr. Lars Korn, Dr. PACE:
Planetary Health Action Survey; [updated 2025 Nov 25; cited 2025 Nov 26]. Available from: URL:https://projekte.uni-erfurt.de/pace/
9 Gebhardt N, van Bronswijk K, Bunz M, Müller T, Niessen P, Nikendei C. Scoping Review zu Klimawandel und psychischer
Gesundheit in Deutschland – Direkte und indirekte Auswirkungen, vulnerable Gruppen, Resili-enzfaktoren. 2023
10 Statistisches Bundesamt. Bevölkerungsstand: Amtliche Einwohnerzahl Deutschlands 2023; [updated 2024 Jan 26; cited 2025 Nov
26]. Available from: URL:https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Um-welt/Bevoelkerung/Bevoelkerungsstand/
_inhalt.html
11 Landeiro F, Barrows P, Nuttall Musson E, Gray AM, Leal J. Reducing social isolation and loneliness in older people: a systematic
review protocol. BMJ open. 2017; 7(5), S. e013778.
12 BMG. Bundesweiter Hitzeaktionstag – BMG legt neue Hitzeschutzpläne vor; [updated 2025 Nov 26; cited 2025 Nov 26]. Available
from: URL:https://www.bundesgesundheitsministerium.de/ministerium/meldun-gen/bmg-legt-neue-hitzeschutzplaene-
vor-03-06-25.html
13 Eggert S, Haeger M, Sulmann D, Teubner C. ZQP-Analyse; 2024.
KlimaStark – Gesundheit, Resilienz und Klimaanpassung für Alleinerziehende
Fragestellung
Das Projekt KlimaStark zielt darauf ab, die klimabezogene Gesundheitskompetenz von Alleinerziehenden im Landkreis Gießen zu stärken und sie sowie ihre Kinder somit aktiv vor klimabedingten Risiken zu schützen. Dazu werden bedarfsorientierte, praxisnahe Maßnahmen für diese vulnerable Bevölkerungsgruppe entwickelt.
Hintergrund
Alleinerziehende gelten als besonders gesundheitsbelastete und sozial vulnerable Gruppe. Wissenschaftliche Analysen zeigen höhere psychische Belastungen, weniger soziale Ressourcen, höhere Armutsrisiken, eine insgesamt schlechtere Gesundheit sowie ein risikoreicheres Gesundheitsverhalten1-5. Außerdem weisen Untersuchungen darauf hin, dass Alleinerziehende häufig einen erschwerten Zugang zu Gesundheitsinformationen haben und wenig zeitliche und organisatorische Ressourcen für Prävention aufbringen können5.
Gleichzeitig stellt der Klimawandel eine der großen Herausforderungen der heutigen Zeit dar. Das Bundesland Hessen weist regelmäßig eine zunehmende Hitze- und Luftbelastung auf, was gravierende Gesundheitsrisiken mit sich bringt6. Klimatische Extremereignisse wie Hitzeperioden könnten sich zusätzlich unverhältnismäßig stark auf Alleinerziehende auswirken, da Betreuung, Versorgung und Selbstfürsorge gleichzeitig und allein geleistet werden müssen, was Alleinerziehende vor enorme organisatorische Hürden stellt5,7. Zusätzlich zeigt sich, dass in kommunalen Einrichtungen spezifische Angebote für Alleinerziehende fehlen oder diese mangels Kapazitäten nicht klimabezogen weiterentwickelt werden können. Gerade im Hinblick auf Klimaanpassung, Stressmanagement und gesunde Lebensführung besteht ein deutlicher Informations- und Unterstützungsbedarf. Diese Ausgangslage unterstreicht die Notwendigkeit eines kommunal verankerten, partizipativ entwickelten Angebots, welches in der Lebensrealität Alleinerziehender ansetzt.
Aufbau
KlimaStark ist ein zweistufiges, aufeinander aufbauendes, edukatives kommunales Gesundheitsförderungsprojekt im Landkreis Gießen, das Alleinerziehende dabei unterstützt, mit klimabedingten Belastungen gesund, kompetent und alltagsnah umzugehen. Dabei verbindet das Projekt edukative Angebote aus verschiedenen Handlungsfeldern wie z.B. Ernährung, Bewegung, Stress- und Ressourcenmanagement sowie. Die Umsetzung erfolgt in kommunalen Lebenswelten, wodurch sowohl die individuelle Gesundheitskompetenz als auch die strukturellen Bedingungen in Lebenswelten von Alleinerziehenden verbessert werden soll.
Im ersten Projektjahr werden die Grundlagen für eine zielgruppengerechte klima- und gesundheitsorientierte edukative Intervention gelegt. Zunächst werden die spezifischen Bedarfe, Belastungen, Barrieren und Ressourcen von Alleinerziehenden mit Hilfe einer partizipativen Bedarfsanalyse erfasst. Basierend darauf werden zielgruppenspezifische Workshops konzipiert und kommunale Akteur*innen für die Durchführung geschult. Nach der Durchführung der Workshops werden diese evaluiert, um im nächsten Projektjahr entsprechende Anpassungen vorzunehmen.
Im zweiten Projektjahr werden die entwickelten edukativen Workshops für Alleinerziehende entsprechend der Evaluation optimiert und erneut mit Hilfe von geschulten kommunalen Akteur*innen durchgeführt und abschließend evaluiert. Darüber hinaus wir ein Verstetigungskonzept zur nachhaltigen Implementierung in kommunale Strukturen erarbeitet.
Methoden
KlimaStark kombiniert partizipative Bedarfsanalysen mit einer praxisorientierten Entwicklung von Maßnahmen. Die Evaluation erfolgt als formativer, praxisnaher Mixed-Methods-Ansatz, der sicherstellt, dass die Bedarfe der Zielgruppe präzise erfasst werden und die entwickelten Interventionsoptionen realistisch umsetzbar sind. Die Workshops werden strukturiert dokumentiert, wobei die Beteiligung relevanter Akteur*innen, die Relevanz der erarbeiteten Inhalte und die Passung zu kommunalen Strukturen evaluiert wird. Es werden kurze Pre-Post-Befragungen zur Erfassung der Akzeptanz und Verständlichkeit bei der Zielgruppe der Alleinerziehenden sowie Praktikabilität und Erreichbarkeit der Zielgruppe bei den Fachkräften eingesetzt. Darüber hinaus werden vertiefende Kurzinterviews mit teilnehmenden Alleinerziehenden sowie den Fachkräften durchgeführt. Die Ergebnisse werden zusammengeführt und hinsichtlich Akzeptanz, Machbarkeit, Verständlichkeit und kommunaler Anschlussfähigkeit bewertet, woraus eine Empfehlung zur weiteren Umsetzung im folgenden Projektjahr abgeleitet wird.
Im zweiten Projektjahr wird eine Evaluation auf Wirksamkeit, Akzeptanz und Umsetzbarkeit der Maßnahme durchgeführt. Im Rahmen der Implementierung der Intervention werden beteiligte Fachkräfte nach der Integrationsfähigkeit in bestehende Abläufe und Aufwand befragt sowie die Teilnahme und Erreichbarkeit der Zielgruppe bewertet. Zusätzlich werden die Alleinerziehenden nach ihrer Teilnahme an den Modulen hinsichtlich des verbesserten Wissens über klimabedingte Gesundheitsrisiken, ihrer Selbstwirksamkeit im Umgang mit klimabedingten Herausforderungen wie Hitze und Luft sowie dem wahrgenommenen Nutzen und der Zufriedenheit befragt. Die Ergebnisse werden zusammengeführt, sodass Handlungsempfehlungen die langfristige Integration und eine kommunale Verstetigungsstrategie abgegeben werden können.
Laufzeit
04/2026 - 03/2028
Förderung
ARGE GKV-Bündnis für Gesundheit in Hessen
Kooperation
(1) Technische Hochschule Mittelhessen, Fachbereich (05) Gesundheit, Willy Robert Pitzer-Institut für
Versorgungsforschung und Rehabilitation
(2) Landkreis Gießen, Gesundheitsamt, Sachgebiet Gesundheitsplanung, Fachdienst 61
Literatur
1 Statistisches Bundesamt. Einkommen und Lebensbedingungen, Armutsgefährdung; [updated 2023 Jul 26; cited 2025 Dez 08].
Available from: URL: https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Einkommen-Konsum-Lebensbedingungen/
Lebensbedingungen-Armutsgefaehrdung/_inhalt.html#250422
2 Keim-Klärner S. Soziale Netzwerke und die Gesundheit von Alleinerziehenden. In: Klärner A, Hrsg. Soziale Netzwerke und
Gesundheitliche Ungleichheiten: Eine Neue Perspektive Für Die Forschung. Wiesbaden: Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH;
2020, S. 329–46
3 Rattay P, Lippe E von der, Borgmann L-S, Lampert T. Gesundheit von alleinerziehenden Müttern und Vä-tern in Deutschland.
Journal of Health Monitoring. 2017; 2(4), S. 24–44.
4 Rattay P, Öztürk Y, Geene R, Sperlich S, Kuhnert R, Neuhauser H et al. Health of single mothers and fa-thers in Germany. Results of
the GEDA studies 2019 - 2023. Journal of Health Monitoring. 2024; 9(3), S. 1–18.
5 Chwoika S, Correll L, Lepperhoff J. Allein- und Getrennterziehende langfristig stärken. 1. Auflage. Berlin: Bundesministeriums für
Familie; Senioren; Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ); Mai 2024.
6 Georgy S, Lautenbach S, Jahn HJ, Katzschner L, Krämer A. Erfassung von hitze- und feinstaubbedingten Gesundheitsrisiken in
Deutschland: Ein epidemiologischer Studienansatz. Bundesgesundheitsblatt Ge-sundheitsforschung Gesundheitsschutz. 2019;
62(6), S. 782–91.
7 Slesinski SC, Matthies-Wiesler F, Breitner-Busch S, Gussmann G, Schneider A. Social inequalities in exposure to heat stress and
related adaptive capacity: a systematic review. Environ. Res. Lett. 2025; 20(3), S. 33005.
Abgeschlossene Projekte
GeRTiGi – Geriatrischer Runder Tisch der Region Gießen
Fragestellung
Zwei zentrale Fragestellungen stehen bei dem Forschungsvorhaben GeRTiGi im Vordergrund. Einerseits soll beantwortet werden, ob und in welcher Form die am Runden Tisch teilnehmenden, geriatrisch versorgenden Akteur*innen eine Veränderung in der Vernetzung mit Kolleg*innen und deren Institutionen wahrnehmen. Andererseits soll untersucht werden, ob die Etablierung des Runden Tisches aus Sicht der geriatrisch versorgenden Expert*innen zu einer nachhaltigen Verbesserung in der Versorgungsituation ihrer Patient*innen bzw. Bewohner*innen führt.
Hintergrund
Deutschland erlebt einen bedeutenden demographischen Wandel: Die Bevölkerung altert zunehmend, was den Anteil älterer Menschen kontinuierlich ansteigen lässt. Prognosen zeigen, dass bis 2030 mehr als ein Viertel der Bevölkerung 65 Jahre oder älter sein wird1. Mit dieser Entwicklung geht auch ein Anstieg geriatrischer Erkrankungen einher, die häufig durch Multimorbidität, funktionelle Einschränkungen und einen hohen Pflegeaufwand gekennzeichnet sind2,3.
Die Versorgung geriatrischer Patient*innen stellt hohe Anforderungen an das Gesundheitssystem. Sie benötigen nicht nur spezialisierte medizinische Betreuung, sondern auch Unterstützung in sozialen und kognitiven Bereichen. Um dieser Komplexität gerecht zu werden, ist eine enge Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Fachdisziplinen unerlässlich.3,4,5 In diesem Zusammenhang gewinnen neue Versorgungsansätze wie interdisziplinäre Formate – insbesondere „Runde Tische in der Geriatrie“ – zunehmend an Bedeutung.
Die „Runden Tische“ bieten eine wertvolle Plattform, um Fachkräfte aus unterschiedlichen Bereichen der geriatrischen Versorgung miteinander zu vernetzen. Dazu zählen Hausärztinnen und Hausärzte, Fachärztinnen und Fachärzte, Pflegekräfte, Therapeut*innen, Sozialarbeiter*innen sowie Angehörige. Der regelmäßige Austausch fördert ein besseres Verständnis der unterschiedlichen Perspektiven und Bedürfnisse der Patient*innen und unterstützt die Entwicklung von Lösungen, die auf die komplexen Anforderungen geriatrischer Patient*innen abgestimmt sind6,7.
Durch die Schaffung solcher Netzwerke können nicht nur Wissen und Erfahrungen ausgetauscht werden, sondern auch praxisorientierte Ansätze zur Verbesserung der Versorgung entwickelt werden. Eine enge Zusammenarbeit führt so zu einer effizienteren und ganzheitlicheren Betreuung der Patient*innen5,6. In einer Zeit, in der die Bedürfnisse älterer Menschen immer vielschichtiger werden, ist diese interdisziplinäre Vernetzung ein Schlüssel, um eine qualitativ hochwertige Versorgung sicherzustellen.
Aufbau
Ziel des Projektes GeRTiGi ist die Implementierung eines Runden Tisches mit Akteur*innen, die an der geriatrischen Versorgung in der Stadt und dem Landkreis Gießen beteiligt sind. Dadurch soll zum einen die Möglichkeit geschaffen werden, aktuelle Herausforderungen, die durch die Versorger*innen in die Runden Tische getragen werden, gemeinsam zu beraten und komplexe Fälle im Rahmen von anonymisierten Fallbesprechungen zu lösen. Zum anderen soll die Vernetzung der an der geriatrischen Versorgung beteiligten Akteur*innen und deren Institutionen verbessert und somit die Versorgungstrukturen im Raum Gießen optimert werden.
An den Runden Tische beteiligen sich derzeit rund 24 Akteur*innen der geriatrischen Versorgung aus der Region Gießen, die in verschiedenen Tätigkeitsfeldern ihrer Arbeit in die Versorgung von pflegebedürftigen und älteren Patient*innen involviert sind. Vertreten sind dabei unter anderem ambulante Pflegedienste, Hospiz-Vereine, Krankenhäuser mit Expert*innen der stationären geriatrischen Versorgung, die Beratungs- und Koordinierungsstelle für ältere und pflegebedürftige Menschen, niedergelassene Behandler*innen als Expert*innen der ambulanten geriatrischen Versorgung und Vertreter öffentlicher Einrichtungen.
Methoden
Das Willy Robert Pitzer-Institut für Versorgungsforschung und Rehabilitation begleitet den „Geriatri-schen Runden Tisch der Region Gießen“ durch die Moderation der einzelnen Veranstaltungstermine. Zudem erfolgen die Projektadministration sowie die wissenschaftliche Begleitung von GeRTiGi durch das Institut. Zur Identifikation von Problemlagen geriatrisch versorgender Akteur*innen der Region Gießen und der anschließenden Ableitung von Handlungsempfehlungen, erfolgt eine Transkription der Veranstaltungsinhalte (nach Dresing und Pehl)8 und anschließende Datenauswertung mittels qualitativer Inhaltsanalyse (nach Mayring)9. Die Erhebung der wahrgenommenen Veränderung in der Vernetzung teilnehmender Akteur*innen sowie die daraus resultierenden Auswirkungen auf die Versorgungsituation ihrer Patient*innen bzw. Bewohner*innen wird retrospektiv erfolgen. Die gewonnenen Ergebnisse sollen als vorbereitende Maßnahme dienen, um im nächsten Schritt die langfristige Etablierung eines regionalen geriatrischen Zentrums zu ermöglichen.
Laufzeit
09/2024 - 08/2025
Förderung
Technischen Hochschule Mittelhessen (THM), Strategischer Forschungsfonds der Förderlinie zum Aufbau und Ausbau profilbildender Forschungsschwerpunkte
Kooperation
(1) Technische Hochschule Mittelhessen, Fachbereich (05) Gesundheit, Willy Robert Pitzer-Institut für
Versorgungsforschung und Rehabilitation
(2) St. Josefs Krankenhaus Balserische Stiftung gGmbH, Gießen
(3) Beratungs- und Koordinierungsstelle für ältere und pflegebedürftige Menschen in der Stadt und
im Landkreis Gießen (BeKo)
Ansprechpartnerinnen

Sabrina Hanika
- Nordanlage 21
Gebäude G11
Raum 1.06 (1. OG) - +49 641 309 6693
- Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
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Technische Hochschule Mittelhessen
Fachbereich Gesundheit
Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Willy Robert Pitzer-Institut
für Versorgungsforschung und Rehabilitation

Jasmin Hüttl
- Nordanlage 21
Gebäude G11
Raum 1.11 (1. OG) - +49 641 309 6657
- Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
- vCard herunterladen
Technische Hochschule Mittelhessen
Fachbereich Gesundheit
Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Willy Robert Pitzer-Institut
für Versorgungsforschung und Rehabilitation
Literatur
1 Statistisches Bundesamt. Zukünftige Bevölkerungsentwicklung [Internet]. Berlin: Statistisches Bundesamt; 2024 [cited 2024 Dez
06]. Available from: URL: https://www.destatis.de/DE/Themen/Querschnitt/Demografischer-Wandel/Aspekte/demografie-
bevoelkerungsentwicklung.html
2 Robert Koch Institut. Themenschwerpunkt: Demographischer Wandel [Internet]. Berlin: Robert Koch Institut; [updated 2024 Mar
07; cited 2024 Nov 27]. Available from: URL: https://www.rki.de/DE/Content/Gesundheitsmonitoring/Themen/
Demografischer_Wandel/Demografischer_Wandel_node.html
3 Stein J, Riedel-Heller S. Gesundheit im Alter – Status Quo, Herausforderungen und Chancen. Journal of Health Monitoring. 2023;
8(3):3-6.
4 Gaertner B, Scheidt-Nave C, Koschollek C, Fuchs J. Gesundheitliche Lage älterer und hochaltriger Menschen in Deutschland: E
Ergebnisse der Studie Gesundheit 65+. Journal of Health Monitoring. 2023; 8(3):7-31.
5 Nau R, Djukic M, Wappler M. Geriatrie -eine interdisziplinäre Herausforderung. Nervenarzt. 2016; 87(6): 603-608.
6 Schnellbächer M, Stein W, Isenberg J, Rosog T, Lehmann C. Qualitätszirkel-Modul Geriatrie. 1. Aufl. Mainz: Kassenärztliche
Bundesvereinigung Rheinland-Pfalz; 2017.
7 Siebolds M. Patientenfallkonferenz: Modul für Moderatoren. 4. Aufl. Berlin Kassenärztliche Bundesvereinigung: Dezernat
Versorgungsqualität; 2018.
8 Dresing T, Pehl T. Praxisbuch Interview, Transkription & Analyse: Anleitungen und Regelsysteme für qualitativ Forschende. 8. Aufl.
Marburg: Dr. Dresing und Pehl GmbH; 2018.
9 Mayring P. Einführung in die qualitative Sozialforschung: Eine Anleitung zu qualitativem Denken. 7. Aufl. Weinheim: Beltz; 2023.