Kurz und bündig:
  • Radon und seine Zerfallsprodukte sind radioaktiv und können das Lungenkrebsrisiko erhöhen.
  • Je mehr Jahre man hohen Konzentrationen an Radon ausgesetzt ist, desto mehr erhöht sich das Lungenkrebsrisiko.
  • In Hessen ist die Radonkonzentration in der Raumluft von Gebäuden in den meisten Fällen gering, kann aber in Einzelfällen auch erhöht sein.
  • Klarheit schafft nur eine Messung vor Ort.

Radon ist für den Menschen nicht wahrnehmbar. Es ist ein farb-, geruch- und geschmackloses Gas.

Radon ist radioaktiv und zerfällt in kurzlebige, ebenfalls radioaktive Zerfallsprodukte. Diese Zerfallsprodukte heften sich an die Partikel in der Luft und bilden ein Aerosol. Atmet man das Aerosol ein, verbleiben die Zerfallsprodukte in der Lunge und lagern sich dort ab. Das Radongas selbst wird als inertes Edelgas größtenteils wieder ausgeatmet.

Da die Zerfallsprodukte radioaktiv sind (Alpha-Strahler), kann die entstehende Strahlung in der Lunge biologisch wirksam werden und das Lungengewebe schädigen. Hohe Konzentrationen von Radon können in der Folge das Lungenkrebsrisiko erhöhen.DNA

Verschiedene wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass sich das Lungenkrebsrisiko mit zunehmender Radonkonzentration in der Raumluft erhöht. Bei Radonkonzentrationen über 150 Becquerel pro Kubikmeter Luft steigt es um etwa 16 Prozent je 100 Becquerel pro Kubikmeter Luft an. Unterhalb 150 Becquerel pro Kubikmeter Luft erlauben die Studien derzeit keine genauen Aussagen zum Anstieg des Lungenkrebsrisikos bei sich erhöhender Radonkonzentration. Der gesetzliche Referenzwert für Radon liegt bei 300 Becquerel pro Kubikmeter.

Die mittlere Radonkonzentration liegt in der Bundesrepublik Deutschland bei 50 Becquerel pro Kubikmeter in Innenräumen und bei 10 Becquerel pro Kubikmeter in der Außenluft. Allerdings kommen auch in Hessen vereinzelt Gebäude mit einer Radonkonzentration deutlich über 300 Becquerel pro Kubikmeter vor.

Beachtet werden sollte, dass sich eine Erhöhung des Lungenkrebsrisikos erst bei längeren Expositionszeiträumen bemerkbar macht.

Zudem verhält sich das Risiko, durch Radonexposition an Lungenkrebs zu erkranken, multiplikativ zu anderen Lungenkrebsrisiken. Beispielsweise sind Raucher deutlich stärker gefährdet als Nichtraucher.

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