Kurz und bündig:
  • Radon entsteht überall im Erdboden aus natürlich vorkommendem Uran.
  • Durch undichte Stellen an Kellerwänden oder der Bodenplatte kann Radon in Gebäude eindringen.
  • In Hessen ist die Radonkonzentration in Gebäuden in den meisten Fällen unbedenklich.
  • Klarheit schafft nur eine Messung vor Ort.

Radon ist ein Folgeprodukt des Zerfalls von Uran und Thorium. Uran und Thorium wiederum kommen überall im Boden und Gestein in unterschiedlichen Konzentrationen vor. Das Radon migriert durch die Erd- und Bodenschichten Richtung Erdoberfläche. Im Freien sind die Radonkonzentrationen in der Luft wegen ausreichender Verdünnung gering und liegen bei etwa 20 Becquerel pro Kubikmeter Luft.

Radon aus dem Erdreich wird zu Radon in der Bodenluft. Es migriert über den Boden bis dicht an die erdberührten Wände und Böden der unteren Etagen oder des Kellers eines Gebäudes heran. Hier kann das Radongas durch kleinste Risse im Fundament und dem Mauerwerk oder über undichte Durchführungen ins Innere eines Hauses eindringen und sich dort ansammeln.

Kellerräume und nicht unterkellerte, erdberührte Stockwerke weisen in aller Regel die höchste Konzentration an Radon auf. Nach oben nimmt die Radonkonzentration üblicherweise von Stockwerk zu Stockwerk ab.

 

Verschiedene Faktoren beeinflussen die Radonkonzentration in Innenräumen:

  • Die Geologie des Untergrunds bestimmt, wie groß das Angebot an Radon ist. Die Beschaffenheit des Untergrunds (Konzentration an Uran und Thorium) und die Durchlässigkeit des Bodens sind maßgeblich für die Konzentration von Radon in der Bodenluft.
  • Der bauliche Zustand der erdberührten Stockwerke eines Gebäudes bestimmt, wie viel Radon in das Gebäude eindringen kann. Durch Risse oder undichte Fugen im Fundament und in den Kellerwänden sowie durch schlecht abgedichtete Kabel- und Rohrdurchführungen kann Radon in das Haus gelangen.
  • Die Dichtigkeit der Gebäudehülle (z. B. Fenster und Türen) bestimmt, wie schnell das Radon aus dem Gebäude entweichen kann oder wie schnell es sich mit Frischluft vermischt. Beispielsweise ist bei einer energetischen Sanierung darauf zu achten, dass nach Einbau dichter Fenster und Türen bzw. einer Isolierung der Gebäudehülle die Radonkonzentration in den Innenräumen nicht steigt.

 

 

Der Jahresmittelwert der Radonkonzentration in Wohnräumen liegt in der Bundesrepublik Deutschland bei durchschnittlich etwa 50 Becquerel pro Kubikmeter. In manchen Gebäuden kann die Radonkonzentration jedoch deutlich höher sein. In seltenen Fällen werden auch in Hessen hohe Radonkonzentrationen bis zu mehreren tausend Becquerel pro Kubikmeter gemessen. Hier besteht Handlungsbedarf!

Um Gebäude mit hoher Radonkonzentration zu identifizieren und da wir uns den größten Teil des Tages in Innenräumen aufhalten, ist es stets sinnvoll, die Radonkonzentration bei Ihnen zu Hause zu messen. Eine verlässliche Aussage über die Radonkonzentration ist nur über eine vor Ort durchgeführte Messung möglich. Messungen der Radonkonzentration in Innenräumen sind kostengünstig und können selbstständig mit passiven Radonexposimetern durchgeführt werden.

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