Kurz und bündig:
  • Radonvorsorgegebiete sind Gebiete, in denen im Vergleich zum Bundesdurchschnitt mehr Gebäude hohe Radonkonzentrationen im Innenraum aufweisen.
  • Für die Festlegung der Radonvorsorgegebiete wird die Radonkonzentration im Erdreich und in Innenräumen repräsentativ gemessen.
  • In Radonvorsorgegebieten gelten besondere Anforderungen an den Arbeitsschutz sowie für Neubauten.

 

 

Um den Radonschutz effektiv zu gestalten, sind die Bundesländer verpflichtet, ab 2021 bundesweit Gebiete festzulegen, für die erwartet wird, dass die über das Jahr gemittelte Radonkonzentration in einer beträchtlichen Zahl von Gebäuden mit Aufenthaltsräumen oder Arbeitsplätzen den Referenzwert von 300 Becquerel pro Kubikmeter überschreitet. Diese Gebiete heißen Radonvorsorgegebiete.

In den Radonvorsorgegebieten ist zu erwarten, dass dreimal so viele Gebäude wie im Bundesdurchschnitt eine Radonkonzentration oberhalb des Referenzwerts von 300 Becquerel pro Kubikmeter aufweisen. Um die Festlegung der Radonvorsorgegebiete für Hessen zu ermöglichen, hat das Land eine mehrjährige Messkampagne der Radonkonzentration in der Bodenluft aufgesetzt. Zusammen mit den bundesweit vorliegenden Innenraummessungen kann das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) eine Prognose treffen, welche Gegenden in der Bundesrepublik zu Radonvorsorgegebieten werden.

In den Radonvorsorgegebieten gelten verbindliche Regelungen, um die Radonbelastung der Bevölkerung zu senken.

So muss die Radonkonzentration an allen Arbeitsplätze, die in einem Radonvorsorgegebiet im Erd- oder Kellergeschoss liegen, gemessen werden. Wird der Referenzwert von 300 Becquerel pro Kubikmeter überschritten, sind Maßnahmen zur Senkung der Radonkonzentration zu ergreifen. Der Erfolg dieser Maßnahmen ist durch eine erneute Messung zu überprüfen. Wird der Referenzwert von 300 Becquerel pro Kubikmeter in der zweiten Messung überschritten, so muss der Arbeitsplatz bei der zuständigen Behörde (in Hessen die Regierungspräsidien Darmstadt, Kassel und Gießen) angemeldet werden und es ist eine arbeitsplatzbezogene Abschätzung der Exposition vorzunehmen. Ergibt die Expositionsabschätzung eine effektive Dosis größer 6 Millisievert pro Kalenderjahr, sind bestimmte Anforderungen des beruflichen Strahlenschutzes zu erfüllen.

Spätestens mit der Anmeldung eines Arbeitsplatzes ist zu empfehlen, sich fachkundige Unterstützung zu suchen.

Für Neubauten in Radonvorsorgegebieten muss neben dem Feuchteschutz nach Stand der Technik eine weitere Maßnahme durchgeführt werden, die das Eindringen von Radon in das Gebäude verhindert oder erschwert. Für Bestandsbauten sieht das Gesetz keine verpflichtenden, sondern lediglich freiwillige Maßnahmen vor.

Info RVG

Sie haben Fragen zum Thema Radon? Zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren.