Wie spielt man ein elektronisches Instrument – und was unterscheidet es eigentlich von einem klassischen Musikinstrument? Mit diesen Fragen beschäftigte sich ein Workshop der Mitte 2025 gegründeten IEM-Musik-AG „Elektronische Musik“. Am 16. Juni 2026 hatte Prof. Dr. Sebastian Vogt den Musiker und Synthesizer-Experten Tim Kroker in den Zukunftsraum Friedberg eingeladen, um die beiden außergewöhnlichen Instrumente SOMA Flux und SOMA Terra vorzustellen.

Die Arbeitsgruppe wurde gemeinsam von Prof. Dr. Sebastian Vogt und Prof. Dr. Michael Arndt ins Leben gerufen. Während Michael Arndt seine Expertise aus der Elektrotechnik einbringt und den technischen Hintergrund elektronischer Klangerzeugung vermittelt, verantwortet Sebastian Vogt die Bereiche Musik, Medienproduktion und kreative Anwendung. Ziel der AG ist es, Studierende für die Verbindung von Technik und musikalischem Ausdruck zu begeistern und ihnen eine Plattform zum gemeinsamen Experimentieren zu bieten.

Die AG richtet sich an alle Interessierten – unabhängig vom Studiengang oder musikalischen Vorwissen. Im Mittelpunkt stehen die Geschichte elektronischer Musik, technische Grundlagen, eigene Projektideen sowie der Austausch über musikalische und technische Fragestellungen. Der Workshop mit Tim Kroker sollte der noch jungen Arbeitsgruppe zusätzliche Impulse geben und weitere Studierende für das Thema begeistern. Neue Mitglieder sind jederzeit herzlich willkommen.

Im Mittelpunkt des Workshops standen nicht fertige Songs, sondern das Instrument selbst. Tim Kroker zeigte, dass elektronische Instrumente ebenso intensiv erlernt werden müssen wie klassische. Seine Aussage, dass es rund „10.000 Stunden“ brauche, um ein Instrument wirklich zu beherrschen, gelte unabhängig davon, ob Klänge durch Saiten, Trommeln oder elektronische Schaltungen entstehen.

   

Anhand der beiden SOMA-Synthesizer Flux und Terra demonstrierte Kroker neue Formen des musikalischen Ausdrucks. Besonders der berührungssensitive Flux und der experimentelle Terra eröffnen Spielweisen, die sich deutlich von Klavier oder Keyboard unterscheiden und eher an den gestischen Ansatz eines Marimba- oder Xylophonspiels erinnern. Die Instrumente laden zum Experimentieren und Improvisieren ein und zeigen, wie unmittelbar elektronische Musik entstehen kann.

Darüber hinaus spannte der Workshop den Bogen zur Geschichte der elektronischen Musik. Bereits in den 1920er Jahren entstanden die ersten elektronischen Instrumente und eröffneten Komponisten völlig neue Klangwelten. Während damals eigens Werke für Orchester mit elektronischen Instrumenten entstanden, wird elektronische Klangerzeugung heute überwiegend in der Popmusik eingesetzt. Eine allgemein etablierte Notation für viele dieser neuartigen Instrumente existiert bislang nicht – eine Fragestellung, die bis heute Musikerinnen und Musiker ebenso beschäftigt wie die Forschung.

Die Veranstaltung knüpfte damit unmittelbar an das Lehrkonzept des Fachbereichs Informationstechnik–Elektrotechnik–Mechatronik an: Elektronische Musik wird nicht nur gehört, sondern technisch verstanden und praktisch erlebt. Der Workshop machte deutlich, wie eng Kreativität, Elektrotechnik und Informatik miteinander verbunden sind. Genau diese Verbindung möchte die IEM-Musik-AG künftig weiter ausbauen – durch gemeinsame Projekte, Workshops und regelmäßigen Austausch. Interessierte Studierende können sich der Arbeitsgruppe jederzeit anschließen.