Teaching Innovation Project TePAMe
Forschungsprojekt TePAMe - Teambuilding für internationale Projektarbeit im Metaverse
Beschreibung
TePAMe steht für „Teambuilding für internationale Projektarbeit im Metaverse“ und konzentrierte sich auf die Teambuilding-Phase, deren Gelingen eine wichtige Voraussetzung für funktionierende Zusammenarbeit in sogenannten COIL-Projekten ist.
COIL steht hierbei für Collaborative Online International Learning. Studierende arbeiten hierbei virtuell in internationalen Teams zusammen an Projekten. Diesen Teams sollte ein virtueller Campus zur Verfügung gestellt werden, um Barrieren bei der Kontaktaufnahme, dem Teambuilding und später auch in der Zusammenarbeit zu senken.
Maßnahmen
Um das Gelingen des Teambuildings zu ermöglichen, wurden im Vorlauf unterschiedliche IT-Tools getestet, ausgewählt und angepasst. Im weiteren Verlauf wurden dann unterschiedliche Ansätze zum Teambuilding und zur Zusammenarbeit in einer virtuellen Umgebung entwickelt und gegenübergestellt.
Außerdem wurden Projektaufgaben für Studierende aus technischen Fächern entwickelt, die diese in einem COIL-Projekt bearbeiteten. Ergänzend wurden für dieses Projekt Lehrmaterialien und Begleitvorlesungen entworfen und bereitgestellt. Das gesamte Konzept sowie das ausgewählte Tool wurde in einer internationalen Lehrveranstaltung eingesetzt und evaluiert.
Im Rahmen des Projektes wurde unter anderem untersucht, wie offen Studierende für internationale virtuelle Zusammenarbeit sind, welche Barrieren es dabei gibt und wie diese abgebaut werden können. Der Fokus lag dabei auf digital gestützten Tools.
Plattformen für virtuelle Arbeitsumgebungen
Im Rahmen des Projektes TePAMe wurden verschiedene Plattformen für virtuelle Arbeitsumgebungen identifiziert und in Bezug auf ihre Einsatzfähigkeit im Hochschulkontext verglichen. Für den weiteren Verlauf des Projektes wurde daraufhin die Plattform Workadventure ausgewählt und an der THM einer datenschutzrechtlichen Prüfung unterzogen und für den Lehrbetrieb freigegeben.

Mit Unterstützung der Firma Workadventure wurde dann durch einen studentischen Tutor ein virtueller Campus für das COIL-Projekt in der Software Tiled entworfen und in die Plattform hochgeladen. Dieser virtuelle Campus wurde administriert und für die Studierenden geöffnet.
Teambuilding in internationalen virtuellen Teams
In Kooperation mit dem ZeKoll wurden außerdem verschiedene Ansätze für das Teambuilding in virtuellen Teams diskutiert und daraus ein Konzept für das Teambuilding in Coil Projekten entwickelt. Die Erfahrungen aus dem ersten Durchlauf des Coil-Projektes hatten nämlich gezeigt, dass Studierende sich schwertaten, mit anderen Studierenden in einem virtuellen Team in Kontakt zu treten. Es scheint daher sinnvoll zu sein, ein angeleitetes Teambuilding durchzuführen, welches nach dem Kennenlernen (Punkt 1 und 2) auf projektnahen Aufgaben (Punkt 3 bis 6) für das Team aufbaut. So wurden den neu zusammengestellten Teams folgende Aufgaben gestellt:
- Durchführung eines Speed Datings (Zweiergespräche mit wechselnden Teammitgliedern) um in kurzer Zeit möglichst viel vom Anderen zu erfahren.
- Gemeinsame Erstellung eines Teamposters (Mitgliederprofile, Vorstellung der Heimatstadt, Höhepunkte des Studentenlebens, geheime Stärken, Name für das Team)
- Diskussion der Teamrollen und deren Verteilung (je ein(e) KommunikatorIn und ein(e) OrganisatorIn pro Standort, ExpertInnen), Klärung von Kompetenzen
- Erstellung von Teamregeln und Konsequenzen bei Nichteinhaltung
- Ableitung von Haupt-Aufgaben aus der Projektbeschreibung
- Vereinbarung der Kommunikationswege und -mittel im Team
Das Teambuilding sollte möglichst durch Tutoren oder Betreuer als Eisbrecher begleitet werden.
Im weiteren Verlauf des COIL-Projektes wurde das Teambuilding weiter durch Livestreams aus den beteiligten Standorten unterstützt. Hierbei stellten die Studenten jeweils Ihr Team, ihre aktuellen Tätigkeiten und ihr Umfeld in einem Video-Meeting vor. Sie nutzten dafür die Videokonferenzsoftware Zoom auf einem Smartphone und konnten so den Livestream sehr flexibel gestalten.
Projektaufgabe
Als Projektaufgabe für das COIL Projekt wurde aus einer Sammlung von Ideen aufgrund der besten Passung zu den Anforderungen der beteiligten Hochschulen ein „Motorisierter Solar-Tracker mit Steuerung über das Internet“ ausgewählt. Hierbei wurde von den Studierenden ein Gerät entwickelt, welches ein Solarmodul permanent nach dem Sonnenstand ausrichtet. Zusätzlich ist der Solartracker über das MQTT Protokoll durch das jeweils andere Team remote über das Internet ansteuerbar und die erzeugte elektrische Leistung auslesbar.

Projektbeschreibung und Arbeitsmaterialien können bei Bedarf beim Autor angefragt werden.
Hilfsmittel und Begleitvorlesungen
Die Bearbeitung der Projektaufgabe wurde durch diverse Hilfsmittel unterstützt. Zentral war hierbei ein Moodle Kurs, der allen Hochschulen zugänglich war (externes Moodle). Darin wurden alle Materialien sowie die Aufzeichnungen der Begleitvorlesungen bereitgestellt. Diese Begleitvorlesungen haben sich als sehr wichtig für das Gelingen des Projektes herausgestellt. Hierbei wurden obligatorische und optionale Vorlesungen unterschieden.
Obligatorische Vorlesungen
- Einführungsvorlesung in das COIL Projekt (Motivation, Organisation, Teambuilding, Prüfung)
- Einführung in das Teambuilding (Ablauf, Aufgaben und Werkzeuge, Erwartungen)
- Vorlesung zum Projektmanagement und zu virtuellen Teams (Methoden, Teamarbeit, Besonderheiten virtueller Teams, Eskalationsprozess)
- Vorlesung zu interkulturellen Teams (Interkulturalität, Zusammenarbeit)
- Grundlagenvorlesung(en) zum technischen Projekt (abhängig vom Projektthema)
- Vorlesung zur Prüfung und zur Benotung des Moduls (zur Mitte des Moduls)
Optionale Vorlesungen (bei Bedarf)
- Einführung in Tools für die virtuelle Zusammenarbeit und deren Nutzung
- Vertiefende technische Vorlesungen
- Prototypentwicklung (3D Druck, PCB Aufbau)
Der Verlauf des Teambuildings, der Projektbearbeitung und die Nutzung des virtuellen Campus wurden durch begleitende Befragungen der Teilnehmer und eine abschließende Evaluation überprüft. Abschließend wurde mit den beteiligten Dozenten, und dem Tutor eine Lessons Learned Runde durchgeführt, die durch die Befragungen der Studierenden und die Diskussionen mit dem ZeKoll ergänzt wurde. Die Details hierzu sind im Transferbericht einsehbar. Zusammenfassend haben sich aus dem Projekt folgende Erkenntnisse ergeben.
Zentrale Erkenntnisse des Projektes
- Mangelnde Sprachkenntnisse waren im COIL-Projekt kein Problem – Es gibt mittlerweile genügend Tools um Sprachbarrieren zu überwinden.
- Teambuilding ist essenziell für das Gelingen eines COIL-Projektes. Dieses sollte zielgerichtet, projektnah und moderiert stattfinden.
- Frühzeitige und transparente Kommunikation von Projektinhalten reduziert die Belastung der Studierenden durch die ungewohnte Arbeitssituation.
- Projektplanung sollte ein verpflichtender Bestandteil des COIL-Projektes sein.
- Live-Übertragungen zwischen Standorten erzeugen Nähe und tragen zur Zusammenarbeit bei.
- Das Training von Verhaltensoptionen in realen Projekt- / Teamsituationen ist wichtiger als Technologien für virtuelle Arbeitsumgebungen.
- Die technische Komplexität sollte weitestgehend reduziert werden. Möglichst nur ein Werkzeug für Kommunikation und Zusammenarbeit (Zoom, MS Teams oder Discord).
- In COIL-Projekten sollte die organisatorische Komplexität minimiert werden. Begrenzung der Anzahl beteiligter Standorte und Studierenden auf ein beherrschbares Maß.
- Die personelle Ausstattung auf Dozentenseite muss ausreichend sein. Der zeitliche Aufwand ist deutlich höher als in herkömmlichen Modulen (Vorbereitung, Abstimmungen zwischen Hochschulen, Team- und Einzelfeedbacks, Sitzungs-Beobachtungen, Eskalationen usw.). Der Einsatz von Tutoren z.B. für Teamcoachings ist sinnvoll).
- Der Einsatz eines virtuellen Campus für COIL-Projekte ist aktuell nicht sinnvoll, da die technische Komplexität deutlich erhöht wird. Solche Plattformen haben allerdings ein großes Potenzial für die informelle Zusammenarbeit in Fachbereichen, in der Studienberatung oder im Hochschulmarketing. Hierfür müssen sie allerdings technisch noch reifen und stabiler werden.
Weiterführende Informationen
Projektseite mit Informationen und Downloads
Videomitschnitt zu den Ergebnissen des Projektes
Foliensatz zum TePAMe Projekt und zu den Ergebnissen
Förderung: Lehr-Innovationsfonds der THM (LiF, 5. Förderrunde), Stiftung Innovation in der Hochschullehre, Projekt NIDIT


Laufzeit: 1.10.2024 bis 30.9.2025 (Das Projekt ist abgeschlossen)
Ansprechpartner: Prof. Dr.-Ing. Michael Arndt