Selbstbewusst präsentierte THM Motorsport Efficiency den Greenliner V4 in London. Mit einem Platz im vorderen Mittelfeld ist das studentische Team der Technischen Hochschule Mittelhessen vom 35. „Shell Eco Marathon“ aus London zurückgekehrt. Seit 1985 schreibt der Mineralölkonzern jährlich den Wettbewerb aus. Aufgabe ist es, mit einem selbst konstruierten Fahrzeug möglichst energiesparend zu fahren. Die THM war zum neunten Mal dabei.

Auf dem Rundkurs der „Mercedes-Benz World“ im Südosten der britischen Hauptstadt traten 160 Teams aus Europa und Afrika in verschiedenen Disziplinen gegeneinander an. In der Klasse „Prototyp mit Verbrennungsmotor“ waren 37 Fahrzeuge am Start. Der „Greenliner V4“ von „THM Motorsport Efficiency“ schaffte mit einem Liter Ethanol eine Strecke von 1073 Kilometern und kam damit auf Platz 14. Der Leistungsabstand zum nächstplatzierten deutschen Teilnehmer, der Universität Rostock, betrug über 500 Kilometer.

Zunächst hatte es gar nicht so gut ausgesehen für die Friedberger Studentinnen und Studenten. Der erste von vier Wertungsläufen endete mit einem Unfall nach einem missglückten Überholmanöver, den zweiten mussten sie wegen technischer Probleme abbrechen. „Die ersten beiden Läufe haben den Druck natürlich erhöht“, sagt Teamchef Jonas Günther. „Aber richtig stressig wurde es nicht. Die Probleme haben vielmehr unseren Ehrgeiz geweckt.“ Danach klappte es. Im dritten Lauf kam der Greenliner auf gut 900 Kilometer, und im letzten konnte sich das Team noch einmal steigern.

Maschinenbau und Mechatronik sind die Studienfächer der Mitglieder von THM Motorsport Efficiency. Das Fahrzeug startete mit einem komplett von den Studierenden selbst entwickelten und in der eigenen Werkstatt gebauten 69-Kubikzentimeter-Motor. Erstmals fuhr der Wagen mit Ethanol statt Benzin. Das verbrenne sauberer und habe eine höhere Klopffestigkeit, erläutert Jonas Günther. Betreut wird das Team von den Professoren Dr. Claus Breuer und Dr. Thomas Pyttel. Gerhard Endres und Pascal Jaeger vom Labor für Verbrennungsmotoren begleiteten die Studenten nach London. Unterstützung kommt auch von einer großen Zahl Sponsoren, die mit Geld, Materialien, Dienstleistungen und Lehrgängen helfen.

Für das nächste Jahr sind die Ziele schon gesteckt: Das Team will mit einem neuen Fahrzeug in der Kategorie UrbanConcept starten. Während bei den Prototypen den Konstrukteuren kaum Grenzen gesetzt sind, müssen die UrbanConcept-Autos wesentliche Eigenschaften haben, die auch im Straßenverkehr erforderlich sind.

Dass es sich auf jeden Fall lohnt dabei zu sein, ist für Jonas Günther klar: „Die Mitarbeit bringt dem Einzelnen Erfahrung hinsichtlich Konstruktion und Fertigung. Und man lernt auch das Arbeiten im Team, also Verantwortung zu übernehmen und Termine einzuhalten. Außerdem knüpft man Kontakte zu Firmen und anderen Studenten, die im Verlauf des Studiums oder später hilfreich sein können.“