Das NPE-Labor an der THM: Innovationsschmiede für nachhaltige Produktentwicklung
Friedberg. Die Technische Hochschule Mittelhessen (THM) setzt ein starkes Zeichen für die Zukunft nachhaltiger Industrie: Im Fachbereich Maschinenbau, Mechatronik und Materialtechnologie (M) am Campus Friedberg ist mit dem NPE-Labor (Labor für Nachhaltige Produktentwicklung) ein Ort entstanden, an dem Studierende und Forschende gemeinsam an Lösungen für die Herausforderungen von morgen arbeiten. Unter der Leitung von Prof. Dr.-Ing. Alain Biahmou vereint das Labor Ingenieurskunst mit Umweltbewusstsein – praxisnah, interdisziplinär und mit dem klaren Ziel, Kreislaufwirtschaft in die Produktentwicklung zu integrieren.
Produkte werden im NPE-Labor neu gedacht. Statt wie bisher linear zu produzieren und zu entsorgen, steht ein zirkuläres Denken im Vordergrund: Wiederverwertung, Ressourcenschonung und Langlebigkeit. Studierende entwickeln eigene Konzepte, analysieren bestehende Produkte und gestalten aktiv die nächste Generation nachhaltiger Technik.
Ein technisches Highlight des Labors ist der neue FT IR ATM-Spektrometer, ergänzt durch ein Röntgenfluoreszenzspektrometer – Geräte, die präzise Materialanalysen auf höchstem Niveau ermöglichen. Ob Kunststoffgehäuse oder Elektronikkomponenten: Die Laborbesucher identifizieren selbst kleinste Stoffe und prüfen deren Umweltverträglichkeit, beispielsweise im Hinblick auf RoHS-Konformität. Auf dieser Grundlage entstehen fundierte Umweltbewertungen wie Life Cycle Assessments (LCA) und Social Life Cycle Assessments (S-LCA) – essenzielle Bausteine für zukunftsfähige Produktlösungen.
Die Analysegeräte wurden über das Unternehmen Analyticon erworben, einem dualen Partnerunternehmen des Fachbereichs M in Friedberg. Die Einweisung und Schulung im Umgang mit den Geräten übernahm Herr Michael Ruppert, Geschäftsführer von Analyticon, persönlich.
Ein weiterer Forschungsschwerpunkt liegt auf der Schnittstelle von Digitalisierung und Nachhaltigkeit. Das Labor untersucht, wie digitale Werkzeuge – etwa im Bereich der Simulation, Datenauswertung oder Produktvernetzung – eingesetzt werden können, um umweltgerechte und ressourceneffiziente Produktlösungen zu entwickeln. So entstehen zukunftsweisende Ansätze für intelligentes, kreislauffähiges Design.
Das NPE-Labor versteht sich als offenes Mitmachlabor für Studierende. Sie können eigene Produkte oder Ideen – von Kinderspielzeug bis zu Technikprototypen – mitbringen, untersuchen und gemeinsam weiterentwickeln. Dabei gewinnen sie nicht nur Einblicke in Materialanalysen und Umweltwirkungen, sondern lernen ganz praktisch, wie nachhaltige Produktgestaltung funktioniert. Das Labor ist montags und dienstags von 09:00 bis 17:00 Uhr sowie mittwochs von 11:00 bis 15:00 Uhr geöffnet und lädt ausdrücklich zur interdisziplinären Zusammenarbeit ein.
Im Fachbereich Maschinenbau, Mechatronik und Materialtechnologie wird Nachhaltigkeit nicht nur gelehrt, sondern gelebt. Mit dem NPE-Labor unter Leitung von Prof. Dr.-Ing. Alain Biahmou ist ein praxisnaher Innovationsort entstanden, der Lehre, Forschung und Technik verbindet – und dabei zeigt, wie ingenieurwissenschaftliche Innovation und ökologisches Denken Hand in Hand gehen können. Ein Raum für Forschergeist, Kreativität und die Gestaltung einer ressourcenschonenden Zukunft.