31 Studierende des Fachbereichs MND besuchten technische und wirtschaftliche Einrichtungen der Hansestadt

In der Zeit vom 29.10. bis 1.11.2011 führten 31 Studierende der Studiengänge Wirtschaftsmathematik und Physikalische Technik unter Leitung der Professoren Ulrich Abel, Hans-Justus Eifert und Ralf Rigger (alle MND) eine Exkursion nach Hamburg durch. Die Unterbringung erfolgte in einer Hamburger Jugendherberge.

Hamburg2011_Teilnehmer

Erster Programmpunkt war „Die vierte Nacht des Wissens in Hamburg“ am 29. Oktober 2011 (nachtdeswissens.hamburg.de), während der 45 wissenschaftliche Einrichtungen aus ganz Hamburg und Norddeutschland ihre Türen öffneten, um Experimente, Mitmachaktionen, Vorträge und Workshops zu präsentieren.

Die Studierenden der Physikalischen Technik besuchten das Deutsche Elektronen-Synchrotron DESY, eines der weltweit führenden Beschleunigerzentren zur Erforschung der Materie. Das Forschungsprogramm reicht weit über die Anlagen in Hamburg hinaus. DESY arbeitet intensiv an internationalen Großprojekten mit. Beispiele hierzu sind der Protonenbeschleuniger LHC in Genf, das Neutrinoteleskop IceCube am Südpol oder der internationale Linearbeschleuniger ILC. Im DESY beeindruckten neben vielen interessanten Vorträgen drei Entdeckertouren durch riesige Laborgebäude mit Teilchenbeschleunigern, Präsen­tationen und Modellen zu den Versuchsaufbauten und Experimenten, die von den Wissen­schaftlern den Besuchern vorgestellt wurden. Besonders faszinierte der Freie-Elektronen-Laser (FLASH), als einzige Laseranlage der Welt, die leistungsstarke und ultrakurze Lichtblitze im kurzwelligen ultravioletten und weichen Röntgenbereich liefert bis zu einer Wellenlänge von ca. 4 Nanometer. Diese außergewöhnlichen Eigenschaften der FLASH-Strahlung eröffnen Forschern fast aller Naturwissenschaften ganz neue Experimentiermöglichkeiten. Die Studierenden der Physikalischen Technik sammelten in dieser Forschungseinrichtung viele anwendungsnahe Eindrücke zu Einsatzmöglichkeiten im späteren Berufsleben.

Die Studierenden der Wirtschaftsmathematik hörten gleichzeitig Vorträge zu Themen wie „Lügen mit Statistik“ oder „Neuromarketing“. Leider führte die beachtliche Zahl von knapp 20.000 Besucherinnen und Besuchern teils zu überfüllten Räumen, so dass nicht alle ausgewählten Programmpunkte wahrgenommen werden konnten.

Der Sonntag stand für Stadtbesichtigung und Hafenrundfahrt zur Verfügung.

Am Montagvormittag stand für die Studierenden der Physikalischen Technik mit Prof. Eifert die Fa. Schäfter und Kirchhoff GmbH auf dem Besuchs­programm. Sie ent­wickelte sich seit ca. 50 Jahren aus einem Ingenieur-Büro für Optik-Entwicklung und ist heute ein sehr bekannter Hersteller auf dem Gebiet der Lasermesstechnik und Optosensorik. Die Produktpalette verteilt sich heute im Wesentlichen auf drei Produktlinien: Zeilenkamerasysteme, Laser-Liniengeneratoren, Faseroptik-Kom­ponenten und kundenspezifische optische Entwicklungen. Der Geschäftsführer zeigte mit seinen Entwicklern an vielen optischen Messsystemen, Postern und einigen Filmen die Vielfalt seiner Produkte.

Dipl.-Ing. Schulz, der seit fast drei Jahren in der Firma fest angestellt ist und im Fachbereich MND Physikalische Technik studierte, demonstrierte stolz aktuelle Produkte von Schäfter und Kirchhoff, die er dort im Rahmen seines Berufspraktischen Studien­semesters und seiner Diplomarbeit entwickelt hatte (siehe Bild unten). Die Studierenden der Physikalischen Technik erkannten, wie anwendungsnah das Studium ist mit vielen Kooperations­möglichkeiten mit der Industrie im Rahmen von Diplom- und Bachelorarbeiten.

Gleichzeitig folgten die Mathematikstudierenden mit Prof. Abel und Rigger einer Einladung der Mathematischen Abteilung der ERGO (http://www.ergo.de/), des zweitgrößten deutschen Versicherungsunternehmens, in dem die Hamburg-Mannheimer, Victoria und KarstadtQuelle Versicherung aufgegangen sind. Am ehemaligen Standort der Hamburg-Mannheimer Versicherung sind etwa 2500 Mitarbeiter beschäftigt. Nach einem einleitenden Vortrag des Abteilungsleiters über das Unternehmen berichteten vier Referenten über ihre Arbeit. Die vorgestellten Themen aus den mathematischen und betriebswirtschaftlichen Bereichen Rechnungsgrundlagen, Tarifentwicklung, statistische Untersuchungen, Biometrie und Bewertung von Cashflows ermöglichten wertvolle Einblicke in das zukünftige Berufsfeld und vermittelten eine realistische Vorstellung von der Tätigkeit eines Mathematikers in einer Versicherung.

Hamburg2011_ICE-Betriebswerk

Den Abschluss bildete am Dienstagvormittag der Besuch des 1990 in Dienst gestellten ICE-Betriebswerks Hamburg-Eidelstedt. In einer 430 m langen und 65 m breiten Halle (so groß wie 4 Fußballfelder) können acht ICE-Züge gleichzeitig in nur einer Stunde gewartet werden. Einem einleitenden Vortrag und einem Kurzfilm, in dem auch die Bereiche Datenverarbeitung und Datenfernübertragung zur Sprache kamen, schloss sich die Besichtigung der Hallen und eines ICE-Triebkopfes an.

Insgesamt nahmen alle Teilnehmer der Exkursion viele praxisnahe Eindrücke mit, und es boten sich einige Kooperationsmöglichkeiten im Rahmen von Berufs­praktischen Studien­semestern und Diplom- oder Bachelorarbeiten an.

Am Dienstagnachmittag traten die Exkursionsteilnehmer die Heimreise an. Wegen eines schweren Verkehrsunfalls bei Hannover verlängerte sich die Fahrzeit, so dass die Gruppe erst am Abend wohlbehalten Friedberg erreichte.