Forschungsaktivität

Schwerpunkte

  • Anwendungsbezogene Theorie und Methodik der digitalen Geisteswissenschaften
  • Modellierung, Visualisierung und Erschließung geistes- und sozialwissenschaftlicher Forschungsdaten (Provenance Knowledge Graphs)
  • Graphbasierte digitale Editions- und Forschungsumgebungen (https://github.com/THM-Graphs/)
  • Entwicklung und Wandel von Theorie und Methodik digitaler Nutzungsformen geisteswissenschaftlicher Forschungsdaten
  • Digitalisierung von Projekten aus dem Bereich der geschichtswissenschaftlichen Grundlagenforschung

Weitere Informationen auch hier: https://orcid.org/0000-0003-1020-507X

Projekte

NAKAR - Network-based Access to Knowledge-Graphs, Assets & Relations

(https://www.thm.de/mni/forschung/institute-gruppen/ii/ii-projekte/nakar.html) Laufzeit 01.05.2025 - 31.04.2027

Religion und Naturwissenschaft im Umbruch: Sozinianische Briefwechsel und Inedita digital

In der Ausrichtung des Wissens auf den Menschen besteht die Signatur aufkläreri-
schen Denkens. Erkenntnisse werden prozessual erworben, wodurch die traditio-
nelle Ausrichtung des Wissens an den paradigmatischen Größen Antike und Offen-
barung durch die Konzeption kumulativer Vorgänge ersetzt wird: Erkenntnis ent-
steht aus Interaktion mit der Welt, Wahrnehmungen werden zu Erfahrung, die bei
kritischer Reflexion in systematisierbares Wissen überführt wird. Zum genuinen Be-
standteil dieser dynamischen Wissenskonzeption wird Kritik, die tradierte Textkor-
pora (Bibel und Antike) einer historischen Betrachtung unterzieht, Institutionen und
religiös-ethische Normen hinterfragt und wissenschaftliche Theorien in einen unab-
geschlossenen Diskurs der Wahrheitsfindung einbettet. Da aufklärerisches Denken
auf Grund dieser kritischen Natur nach pluralistisch ist, wird auch religiöse Vielfalt
akzeptiert – die Forderung nach Toleranz erscheint als eines seiner charakteristi-
schen Merkmale.
Was sich in weiten Teilen Europas während des 18. Jahrhunderts zu einer Epoche
der Aufklärung verdichtete, weist eine ihrerseits komplexe Genese auf, für die die
Glaubensrichtung des Sozinianismus als beispielhaft angesehen werden kann. Von
den italienischen Exulanten Lelio (1525–1562) und Fausto Sozzini (1539–1604)
angelegt, entwickelte der bald transnational zusammengesetzte Sozinianismus ein
toleranzbasiertes dogmenkritisches Religionsmodell, das, vom selbstbestimmt-ra-
tionalen Individuum ausgehend, die religiöse Wahrheitsfindung in anthropologi-
schen Bereich verwies, sie konsequent historisierte und dem normativen Konflikt
mit den positiv aufgenommenen neuen astronomisch-physikalischen Erkenntnis-
sen entzog. Mittels Vernetzung mit führenden Gelehrten und Naturforschern in Eu-
ropa, die sich in ausgedehnten Briefwechseln und Zirkulation des ungedruckten
Manuskriptmaterials – der Inedita – niederschlug, banden die Sozinianer diesen
Ansatz in einer religiös wie naturwissenschaftlich hochdynamischen Phase von ca.
1550 bis ca. 1750 in entsprechende Diskursstrukturen fest ein.
Ziel des Projekts ist es, der Forschung die sozinianischen Briefwechsel und Inedita
in einer kritischen, mit innovativen graphbasierten DH-Verfahren erarbeiteten Edi-
tion zur Verfügung zu stellen und nach Open-Access-Kriterien webbasiert zu prä-
sentieren. Damit wird erstmals ein Einblick in richtungsweisende Entwicklungen
möglich, die in Europa stattgefunden und es als Glaubens-, Wissenschafts- und
Kommunikationsraum wesentlich mitgestaltet haben.
(https://www.adwmainz.de/forschung/projekte/details/religion-und-naturwissenschaft-im-umbruch-sozinianische-briefwechsel-und-inedita-digital.html) Projektlaufzeit 01.01.2026 - 31.12.2046

Das Buch der Briefe der Hildegard von Bingen

Die Briefe der Benediktinerin und Äbtissin Hildegard von Bingen (1098 – 1179) sind in komplexer Überlieferung erhalten. Das vorliegende Forschungsvorhaben wird dieses Werk zum ersten Mal in einer Edition präsentieren. In ihr wird der Prozess der Textgenese der einzelnen Briefe von der ältesten Fassung bis hin zu ihrer Gestalt im Liber epistolarum auf der Grundlage der projektrelevanten Handschriften im Graph modelliert. Die komplexe, netzwerkartige Überlieferungssituation der Briefe Hildegards wird mit Hilfe von Graphmodellen erschlossen. Untersuchungen des Überlieferungsnetzwerkes können durch inhaltliche Kriterien ergänzt werden, da die Brieftexte mit Hilfe eines standoff-basierten Editors im Graphmodell integriert werden, wobei die inhaltliche Erschließung sich der TEI-Semantik bedient.
(https://gepris.dfg.de/gepris/projekt/429863245) Projektstart 01.03.2020

Zwischen Theologie, frühmoderner Naturwissenschaft und politischer Korrespondenz: Die sozinianischen Briefwechsel

Mit der graphbasierten digitalen Edition der sozinianischen Briefwechsel wird die Quellenbasis bereitgestellt, die der Erschließung des transkonfessio-
nellen Ringens in Europa um eine neue Ausbalancierung von Theologie, frühmoderner Naturwissenschaft und Politik dient. Die Edition umfasst die
Zeitspanne von ca. 1580 bis ca. 1740, womit sie für die Prozesse von dem konfessionellen Zeitalter bis in die Aufklärungsepoche hinein informativ ist.
Nebst einer textkritischen und sachlichen Kommentierung sowie Regesten soll die von mir betreute graphbasierte digitale Edition den Nutzen geogra-
phischer, personen- und sachbezogener Auswertungsmöglichkeiten über eine systematische Verschlagwortung der edierten Texte bieten.
(http://gepris.dfg.de/gepris/projekt/324518514) Projektlaufzeit 01.01.2018 - 31.12.2025

AMAD - Archivum Medii Aevi Digitale. Mediävistisches Fachrepositorium und Wissenschaftsblog

Das Projekt AMAD richtet ein interdisziplinäres Fachrepositorium für Erst- und Zweitveröffentlichungen mediävistischer Arbeiten ein. Es soll zusammen mit dem gut etablierten Wissenschaftsblog "Mittelalter. Interdisziplinäre Forschung und Rezeptionsgeschichte" (mittelalter.hypotheses.org) und der renommierten Forschungsinstitution der Regesta Imperii (RI) für die Mittelalterforschung die Funktion eines Publikationsdienstes übernehmen und in das Hessische Bibliotheks- und Informationssystem (HeBIS) eingebettet werden.
(http://gepris.dfg.de/gepris/projekt/391407293) Projektlaufzeit 01.10.2018 bis 31.12.2021

Genealogy - Verwandtschaft im europäischen Adel des Mittelalters und der frühen Neuzeit

Das Repository des Projekts finden Sie hier: https://git.thm.de/aksz15/genealogy

https://www.thm.de/mni/andreas-kuczera