Gruppenarbeitsräume werden digital

Im Rahmen einer Kooperation zwischen den Fachbereichen Gesundheit und MNI entstand in mehreren Monaten Arbeit das Videokonferenzsystem PILOS.

Mit der darauf basierenden Plattform Studiosus können Studierende eigene Gruppenarbeitsräume erstellen und so gemeinsam mit ihren Kommilitonen für Klausuren lernen, an Projekten arbeiten oder sich einfach mal nach der langen Zeit im „Home-Study“ virtuell wiedersehen. Einzige Voraussetzung: Es wird eine gültige THM-Kennung (Zugangsdaten wie bei Moodle) benötigt.

Studiosus.pilos-thm.de

Nachfolgend ein paar Informationen zu den Entwicklungen an Konferenzsystem-Lösungen der THM.
Im Rahmen des digitalen Semesters an der THM wurde in fast allen Fachbereichen Zoom.us als Konferenzsystem für Vorlesungen, Übungen und Seminare verwendet. Die Fachbereiche Gesundheit und MNI haben jedoch bereits Anfang März nach einem alternativen Konferenzsystem gesucht und unterschiedliche Systeme getestet. Für den Einsatz an der Hochschule konnte BigBlueButton zusammen mit Greenlight überzeugen. Die beiden Systeme wurden für ein besseres Verständnis an der THM unter dem Namen PILOS (Plattform für Interaktive Live-Online-Seminare) zusammengefasst. Die Tests waren so erfolgreich, dass im Fachbereich Gesundheit komplett auf Zoom.us verzichtet wurde und alle Vorlesungen pünktlich zum neuen Semester über PILOS stattfinden konnten. Neben den technischen Voraussetzungen wurden alle Dozierenden des Fachbereichs in Workshops im Umgang mit der neuen Technologie geschult. Auch einige Veranstaltungen von MNI nutzten PILOS. Die Erkenntnisse und Erfahrungen der beiden Fachbereiche wurden über das Semester gesammelt. Ziel ist es, zum Wintersemester 2020 ein THM-weites PILOS als Alternative zu Zoom.us anbieten zu können.

Aktuell wird die Open-Source Software Greenlight für die Verwaltung der Online-Meetings verwendet. Für den Lehrbetrieb im Sommersemester musste diese Software an die lokalen Gegebenheiten angepasst und dringend benötige Funktionen implementiert werden. Unter anderem konnte so eine Anmeldepflicht für Veranstaltungen realisiert werden, um Vorfälle wie „Zoom-Bombing“ zu verhindern. Über selbst entwickelte Werkzeuge standen den Dozierenden Auswertungen ihrer Veranstaltungen zur Verfügung und die Gruppenarbeitsräume konnten Studierende eigenständig einrichten und nutzen.

Der Fachbereich Gesundheit entwickelt eine neue Oberfläche für BigBlueButton/PILOS, die sich zwar grundlegend an Greenlight orientiert, jedoch auf modernere zukunftsfähige Technologien setzt. Zudem bietet sie der THM die Möglichkeit, eine speziell für den Einsatz an der Hochschule entwickelte Lösung zu verwenden und nach Belieben anzupassen. Genau diese Möglichkeiten des Customizing, der Datenhoheit, der Erweiterung des Funktionsumfangs sowie die Anbindung anderer Systeme über Standardschnittstellen bieten immense Vorteile beim Einsatz von Open-Source-Lösungen im Hochschulumfeld.

Der Fachbereich MNI entwickelt ein Ticketsystem mit direkter Videokonferenzanbindung (https://feedback.mni.thm.de) und optimiert die Infrastruktur hinter BigBlueButton. Dazu zählte unter anderem die Lastverteilung auf mehrere BigBlueButton-Server, Bereitstellung einer Blaupause für neue BigBlueButton-Server, welche nach Bedarf möglichst schnell und einfach in das bestehende System integriert werden können.

Um festzustellen, wie sich die Last auf die Server verteilt, wurde mit verschiedenen Monitoring-Tools und der grafischen Oberfläche Grafana, die Last der einzelnen BigBlueButton-Instanzen aufgezeichnet und im Anschluss analysiert. So kann frühzeitig erkannt werden, ob die Last für das BigBlueButton-Netzwerk zu hoch wird und dieses passend erweitert werden.

Auf diese Weise entstand in den vergangenen Monaten, an der Technischen Hochschule Mittelhessen ein vielseitiges Videokonferenzsystem, das ab dem Wintersemester 2020 produktiv an der gesamten Hochschule eingesetzt werden kann.

Beteiligt in diesem Projekt sind (in alphabetischer Reihenfolge):
Prof. Thomas Friedl (GES), Prof. Dr. Frank Kammer (MNI), Nils Mittler (MNI), Prof. Dr. Klaus Quibeldey-Cirkel (MNI), Lukas Schmitt (MNI), Dennis Stumm (GES) und Samuel Weirich (GES).