CrossLab meets Friends - Learning from each other.
Die Winterschool fand im Internationalen Begegnungszentrum (IBZ) der TU Dortmund statt und brachte verschiedene Arbeitsgruppen und Projekte rund um digitale und Remote‑Labore aus Deutschland und dem Ausland zusammen. Bereits am 1. Dezember startete das Treffen mit einem gemeinsamen Besuch des Dortmunder Weihnachtsmarkts, der Raum für informelles Kennenlernen und erstes Networking bot. Die Veranstaltung ist Teil des von der Stiftung Innovation in der Hochschullehre geförderten Verbundprojekts CrossLab, das offene, kombinierbare digitale Laborbausteine für die Hochschullehre entwickelt.
Fachprogramm und CrossLab‑Rahmen
Der 2. Dezember stand ganz im Zeichen von Plenarvorträgen und Workshops zu digitalen Laboren. Im Vormittagsblock „Projektvorstellung CrossLab“ und in den anschließenden „Talks A“ wurden unter anderem Beiträge zur Rolle von KI in Laborpraktika, zu Remote‑Laboren an der Universidad de Deusto und zur Integration von AR/VR in der Ingenieurausbildung vorgestellt. Am Nachmittag vertieften Workshops etwa Fragen der Usability digitaler Labore, Strategien für die Verankerung im Regelbetrieb und neue Plattformansätze wie edrys.
MICRO beim Demo‑Slot
Am 3. Dezember startete der Tag mit einer Demo‑Session, in der MICRO als Remote‑Laborplattform der THM von Justin Sauer und Jakob Czekansky präsentiert wurde. MICRO ermöglicht Studierenden, reale Mikrocontroller‑Boards webbasiert aus der Ferne zu programmieren und in verschiedenen Lehrveranstaltungen von „Technische Informatik 2“ über „Digitaltechnik“ und das „Informatik‑Projekt“ bis hin zu „Mikroprozessortechnik“ einzusetzen. In persönlichen Gesprächen mit Expertinnen und Experten wie Prof. Timothy Drysdale (Practable), Prof. Javier Garcia Zubia und dem WebLab‑Deusto‑Team, Prof. Daniel Versick von der NORDAKADEMIE sowie dem GOLDi‑Team aus Ilmenau rund um Prof. h. c. Dr.-Ing. Karsten Henke ergaben sich zahlreiche Impulse zu Technik, Didaktik und Internationalisierung von Remote‑Laboren.
Hybrid‑Demo mit edrys‑lite
Ein besonderes Highlight der Demo‑Session war die enge Zusammenarbeit mit dem Team der TU Bergakademie Freiberg rund um Prof. Sebastian Zug. Deren edrys‑lite‑Implementierung für Remote‑Labore wurde auf einem MICRO‑Cube der THM betrieben, sodass zwischen beiden Demos eine Art hybrides Setup entstand, das die Stärken beider Ansätze kombinierte. Diese hochschulübergreifende Kopplung zeigt exemplarisch, wie offene Plattformen und standardisierte Schnittstellen konkrete gemeinsame Lösungen für die digitale Laborlehre ermöglichen; ein herzlicher Dank gilt insbesondere Dr. Ines Aubel für die Initiierung dieser Kooperation.
Vortrag und internationale Community
Am Nachmittag des 3. Dezember folgte noch ein Kurzvortrag von Jakob Czekansky im Track „Talks C“, in dem das MICRO‑Remote‑Labor und seine Einbindung in die THM‑Lehre vorgestellt wurden. Im Fokus standen die unterschiedlichen Abstraktionsebenen – vom hardwarenahen Arbeiten und FPGA‑basierten Designs bis hin zu Arduino‑Framework‑Szenarien – sowie die Nutzung verschiedener Toolchains für unterschiedliche Module. Mit der Präsenz von Prof. Dr.-Ing. Dominik May, Präsident der International Association of Online Engineering (IAOE), und Prof. Dr. Valérie Varney, Präsidentin des Global Online Laboratory Consortium (GOLC), war zugleich die internationale Remote‑Lab‑Community stark vertreten, was wertvolle Rückmeldungen und Anknüpfungspunkte für zukünftige Kooperationen mit sich brachte.
Dank an Gastgeber und Ausblick
Organisiert wurde die Winterschool von einem engagierten Team der TU Dortmund um Tobias Ortelt, Dr. Claudius Terkowsky und Marcel Schade, das nicht nur ein dichtes Programm, sondern auch eine sehr kollegiale, fast familiäre Arbeitsatmosphäre geschaffen hat. Für MICRO und den Fachbereich MNI der THM war die Teilnahme eine wichtige Gelegenheit, das eigene Remote‑Labor international sichtbar zu machen und sich mit führenden Projekten im Bereich digitaler Labore zu vernetzen. Die gewonnenen Ideen – von hybriden Demo‑Setups über gemeinsame Plattformbausteine bis hin zu neuen Lehrszenarien – fließen nun in die Weiterentwicklung von MICRO und zukünftige Kooperationen ein.

