Jörn Nettingsmeier Jörn Nettingsmeier hat ein Studium der Musik an der Folkwang Universität der Künste in Essen und der Informatik an der Universität Duisburg-Essen absolviert. Er arbeitet als freischaffender Meister für Veranstaltungstechnik und als Tonmeister.

Sein Vortrag "Veranstaltungsplanung für Pirat:innen - ein absurdes fiktives Kunstprojekt als Beispiel für kreative und furchtlose Lösungsansätze in der Veranstaltungstechnik"  handelt von einer Medienkünstlerin die, anlässlich der Abschaltung des letzten Gießener Atomkraftwerks, eine Installation namens "Going out in style" realisieren möchte. Es handelt sich dabei um ein open-air-Videodisplay aus in Primärfarben gefilterten PAR-Scheinwerfern.

 Lesen Sie hier das Interview mit Jörn Nettingsmeier

EMT: Wie lautet das Thema und die Kernaussage des Vortrags?
 
Jörn NettingsmeierAnlässlich der Abschaltung des letzten Gießener Atomkraftwerks möchte eine Medienkünstlerin die Installation "Going out in style" realisieren: ein open-air-Videodisplay aus in Primärfarben gefilterten PAR-Scheinwerfern. Der Stromversorger als Hauptsponsor stellt uns dazu eine Maximalleistung von 0,7 Gigawatt zur Verfügung. Wir begleiten das Projekt von den ersten Machbarkeitsskizzen hin zu einer konkreten Realisationsidee und beraten die Künstlerin hinsichtlich der künstlerischen Möglichkeiten und Einschränkungen des Wiedergabesystems.
Ziel der Übung ist es, auch über scheinbar absurde Ideen angstfrei, analytisch und lösungsorientiert nachzudenken und die Grenzen der Veranstaltungstechnik und unseres eigenen Problemlösungsvokabulars auszuloten.
EMT: Was begeistert Sie am meisten an Ihrer Tätigkeit?
 
Jörn Nettingsmeier: Die Verbindung von Kunst, Kreativität und harten Sachzwängen.
EMT: Welche Kompetenzen sollten Berufseinsteiger (EMT/SLK-Studierende) heutzutage aufweisen?
 
Jörn Nettingsmeier: Sich zu trauen, die eigenen Kompetenzen einzusetzen, eine klare Vorstellung von den Grenzen der eigenen Kompetenzen zu haben, und zu wissen, wen man fragen kann.
EMT: Wie wichtig ist aus Ihrer Sicht praktische (Vor-)Erfahrungen für den Berufseinstieg?
 
Jörn Nettingsmeier: Sehr wichtig - die Hochschule bietet einen geschützten Raum, um tiefgehende Kompetenzen zu entwickeln, aber der Zeitdruck und die Sachzwänge realer Produktionen lassen einen schnell hart in der Realität aufschlagen. Nur Produktionspraxis kann das auffangen.