NRG (Next Robe Germany) ist das Nachwuchsförderungsprogramm der Robe Deutschland GmbH. Robe Deutschland unterstützt mit NRG Germany Hoch- und Berufsschulen bei der Ausbildung zukünftiger Fach- und Führungskräfte in der Entertainment- und Architekturbeleuchtungsindustrie.
Die NRG Connect als Teil des Nachwuchsförderungsprogramm und ist ein Format, bei dem Absolventen*innen verschiedener Hochschulen ihre Abschlussarbeiten vorstellen. Am 14.12.2021 fand die diesjährige NRG Connect statt und wurde von Jens Langner der ROBE Deutschland GmbH in Kooperation mit dem Fachbereich Management und Kommunikation der THM im Rahmen der „Dienstagsreihe“ veranstaltet. Die Dienstagsreihe ist eine regelmäßig stattfindende Veranstaltung des Bachelorstudiengangs Eventmanagement und -technik.
Folgende Themen wurden im Rahmen der diesjährigen Veranstaltung vorgestellt: Arbeitssicherheit im Veranstaltungskontext, Lichtgestaltung und Planung, Audio-Analyseverfahren im Rahmen von Lichtstimmungen sowie Echtzeit-Farbraumtransformation.
Kurzvita der Vortragenden:
Lukas Holzfurtner
Seinen Weg in die Veranstaltungsbranche hat Lukas während seiner Schulzeit als Helfer für lokale Veranstaltungsfirmen gefunden. In der Oberstufenzeit kaufte er eine kleine Tonanlage, die ersten Leuchten und eine Nebelmaschine und gründete ein Kleinunternehmen für Veranstaltungstechnik. Nach dem Abitur begann er zunächst ein BWL Studium und arbeitete weiterhin als Licht- und Tontechniker in Süddeutschland. 2017 entdeckte er auf der Prolight&Sound den Studiengang Eventmanagement und-technik und entscheid sich spontan dazu an die THM zu wechseln. Seitdem wohnt und studiert er in Hessen und ist neben dem Studium weiterhin als Techniker und mit der eigenen Firma auf Veranstaltungen unterwegs.
In der Bachelorarbeit von Lukas Holzfurtner wurde der Einsatz von Behavior Based Safety in der Veranstaltungsbranche untersucht. Ziel der Arbeit war es zu ermitteln, wie dieser verhaltensorientierte Ansatz einen positiven Einfluss auf die Arbeitssicherheit in der Veranstaltungsbranche haben kann. Dazu wurden Interviews mit Arbeitssicherheitsexperten aus unterschiedlichen Bereichen der Veranstaltungsbranche geführt. Die Ergebnisse der Arbeit zeigen, dass der Einsatz von Behavior Based Safety als Teil einer modernen Arbeitsschutzstrategie großes Potential für eine Verbesserung der Arbeitssicherheit und einen Wandel der Präventions-, Kommunikations- und Fehlerkultur in Unternehmen bietet, aber auch Vorbehalte gegenüber Teilen des Systems bestehen.
Tim Natho
Tim Natho absovierte von 2013 bis 2016 eine Ausbildung zum Mediengestalter Bild und Ton beim ZDF in Mainz. 2016 bis 2018 war er als freiberuflicher Cutter, Kameraassistent in der Berichtserstattung sowie als zweiter und erster Assistent bei Werbung und TV-Serien Produktionen etc.tätig. Seit 2019 ist Tim Kameramann beim ZDF und machte dort eine Weiterbildung zum Fernsehkameramann (Meister) im Rahmen eines Volontariats mit den persönlichen Schwerpunkten Steadicam und Licht, welche er 2021 erfolgreich beendete.
Er stellte seine Abschlussarbeit zur Erreichung des Meisters zum Fernsehkameramanns vor, in der eine fiktive Fernsehkonzertproduktion mit Max Raabe und das Palast Orchester in all seinen Fassetten geplant werden musste.
Chris Beck
Chris Beck stellte schon früh die Weichen für seine spätere Karriere. 2011 machte er sein erstes Schülerpraktikum bei Markus Kaiser (SAE). 2017 folgte eine Anstellung als Werkstudent bei der KLANG:technologies GmbH. Seitdem ist er auch selbstständig als Monitor Engineer und Musiker tätig. 2019 schloss er den Bachelor of Science in Interaktionstechnik und Design an der Hochschule Hamm-Lippstadt (HSHL) ab und begann 2021 seine Master of Science in Technical Entrepreneurship and Innovation an der HSHL. Aktuell ist Chris als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bereich eingebetteter Systeme / Electronic Engineering (Medientechnik / Prototyping / AV-Processing) am Campus Lippstadt angestellt.
Was kommt eigentlich dabei raus, wenn sich ein Tontechniker mit Audio-Analyseverfahren befasst und diese für Lichtstimmungen nutzen möchte? Chris Beck hat in seiner Masterarbeit im Studiengang Technical Entrepreneurship and Innovation an der Hochschule Hamm-Lippstadt dazu geforscht und aus vielen Interviews von Experten aus der Event- und Gebäudebeleuchtung einen Prototypen entwickelt, welcher Farbstimmungen für Songs basierend auf deren Audio Features vorschlägt. Titel der Arbeit: “Automated color scheme generation based on audio analysis”.
Justus Mai
Nach erfolgreichem Abitur 2016 und einigen Praktika in der Veranstaltungsbranche studierte Justus ab 2017 Medientechnik an der HAW in Hamburg und schloss den Studiengang im Sommer 2021 ab. Im Anschluss zog es hn nach Stuttgart an die Hochschule der Medien an der er aktuell den Master Audiovisuelle Medien beleget.
Der zur Abwärtskompatibilität gängige Workflow der statischen Echtzeit-Farbraumtransformation mit dualem Live-HDR-/SDR-Monitoring am Set wurde in der der Bachelorarbeit von Justus Mai mit einem kinoähnlichen Workflow einer reinen HDR-Produktion mit unterschiedlichen SDR-Grading-Verfahren in der Postproduktion verglichen und dabei die Vorteile in Bezug auf Lichtgestaltung erörtert.
Lesen Sie hier die Interviews
Lukas Holzfurtner
EMT: Wie lautet der Titel und was ist die Kernaussage der Abschlussarbeit?
Lukas Holzfurtner: Titel: "Behavior Based Safety: Einsatz verhaltensorientierter Arbeitssicherheit in der Veranstaltungsbranche". Kernaussage: Mit Behavior Based Safety als Teil einer modernen Arbeitsschutzstrategie kann eine Verbesserung der Arbeitssicherheit und ein Wandel der Präventions-, Kommunikations- und Fehlerkultur in Unternehmen der Veranstaltungsbranche angestoßen werden. Als Ansatz, der das Verhalten von arbeitsaktiven Personen nachhaltig sicherer macht, kann verhaltensorientierte Arbeitssicherheit die bei Auftraggebern und Unternehmern gestiegene Sensibilität für den Bereich Sicherheit aufgreifen und ein System in Unternehmen etablieren, welches Mitarbeiter aller Ebenen in den Arbeitsschutz einbezieht.
EMT: Was begeistert Sie am meisten an Ihrer Tätigkeit?
Lukas Holzfurtner: Mir fällt es immer schwer das in Worte zu fassen, weil es unfassbar viele Details sind. Mir macht es sehr viel Spaß zusammen mit Kunden Veranstaltungen zu planen und Lösungen für die unterschiedlichen Ideen zu finden. Als Techniker fasziniert mich natürlich auch die Licht- und
Tontechnik. Das wichtigste sind für mich aber immer die Menschen. Das Team, die Crew, einfach alle die an der Planung und Umsetzung beteiligt sind. Die Veranstaltungsbranche hat hier einfach einen besonderen Vibe den ich sehr schätze und der für mich einer der Hauptgründe ist, warum ich so gerne in der Branche arbeite.
EMT: Welche Kompetenzen sollten Berufseinsteiger (EMT/SLK-Studierende) heutzutage aufweisen?
Lukas Holzfurtner: Für mich ist die wichtigste Kompetenz, dass man sich für das was man tut und für die Menschen um sich herum begeistern kann. In der Veranstaltungsbranche sind dazu noch Flexibilität, Belastbarkeit und Stressresistenz eine gute Basis um richtig loszulegen.
EMT: Wie wichtig ist aus Ihrer Sicht praktische (Vor-)Erfahrungen für den Berufseinstieg?
Lukas Holzfurtner: Praktische Erfahrung ist immer eine gute Sache. In der Veranstaltungsbranche habe ich die Erfahrung gemacht, dass man sehr schnell und meist ohne eine lange Einarbeitungsphase startet. Wenn man vor dem Berufsstart schon Erfahrung in verschiedenen Bereichen sammeln konnte hilft das natürlich ungemein direkt mit anzupacken und loszulegen.
Tim Natho
EMT: Wie lautet der Titel und was ist die Kernaussage der Abschlussarbeit?
Tim Natho: "Max Raabe und das Palast Orchester (eine fiktive Konzert Produktion)“
EMT: Was begeistert Sie am meisten an Ihrer Tätigkeit?
Tim Natho: An meiner Arbeit begeistert mich vor allem das Team-Work aus den vielen verschiedenen Bereichen und die Energie und Dynamic die dabei entsteht, wenn alle an einem Strang ziehen um die Produktionen bestmöglich umzusetzen.
EMT: Welche Kompetenzen sollten Berufseinsteiger (EMT/SLK-Studierende) heutzutage aufweisen?
Tim Natho: Offenheit in der Zusammenarbeit mit Menschen unterschiedlicher Hintergründe und Interessen, Belastbarkeit wegen häufigem Zeitdruck und unüblichen Arbeitszeiten. Motivation um dabei zu bleiben und sich selber steigern zu wollen, was einen inneren Anreiz schafft sich zu verbessern.
EMT: Wie wichtig ist aus Ihrer Sicht praktische (Vor-)Erfahrungen für den Berufseinstieg?
Tim Natho: Praktische Vorerfahrung schadet nie und hilft immer, aber kann meiner Meinung nach auch während Ausbildung/ Studium mitgenommen werden. Wichtig dabei ist alles sehr aufmerksam zu verfolgen, zu betrachten und möglichst viele Bereiche und Gewerke kennen- und schätzen zu lernen.
Chris Beck
EMT: Wie lautet der Titel und was ist die Kernaussage der Abschlussarbeit?
Chris Beck: Titel: "An automated approach on color scheme generation based on audio analysis". Kernaussage: Aus der Audioanalyse können die Parameter Valenz und Aktivierung genutzt werden, um darüber im CIE-LCh Farbsystem die Parameter Lightness und Chroma entsprechend an die Emotionalität des Musikstücks anzupassen.
Weitere Audio Features wie Tempo und Tonart können genutzt werden, um eine Farbschemen und Farbpaletten bestehend aus 3 Farben zu erstellen. Der aus der Arbeit resultierende Prototyp ermöglicht weitere Untersuchungen im Kontext eingebetteter Systeme und spezialisierten Anwendungen wie Color Grading, Konzertbeleuchtung oder einer größeren Testgruppe.
EMT: Was begeistert Sie am meisten an Ihrer Tätigkeit?
Chris Beck: Jeden Tag mit unterschiedlichsten Charakteren gemeinsam an Lösungen und für die Idee zu arbeiten.
EMT: Welche Kompetenzen sollten Berufseinsteiger (EMT/SLK-Studierende) heutzutage aufweisen?
Chris Beck: Gesunde Balance aus Teamfähigkeit und Menschenkenntnissen gepaart mit technischem und wirtschaftlichem Know-How.
EMT: Wie wichtig ist aus Ihrer Sicht praktische (Vor-)Erfahrungen für den Berufseinstieg?
Chris Beck: Studieren macht mit praktischer Vorerfahrung und dem Verknüpfen von Theorie und Praxis doch viel mehr Spaß. Außerdem gibt einem die Arbeit an praktischen Projekten viel mehr Sicherheit in die eigenen Fähigkeiten.
Justus Mai
EMT: Wie lautet der Titel und was ist die Kernaussage der Abschlussarbeit?
Justus Mai: Titel: "Konzept und Analyse eines kinoähnlichen HDR-Workflows mit anschließender Farbkorrektur für das Lichtdesign von Showformaten". Kernaussage: Mit der durch neue Technologien möglichen Erweiterung des etablierten Farbraums Standard Color Gamut (SCG) zum Wide Color Gamut (WCG) sowie dem Dynamikumfang Standard Dynamic Range (SDR) zu High Dynamic Range (HDR) ändern sich für das Lichtdesign klassischer Showformate grundlegende Rahmenbedingungen. Eine kinoähnliche reine HDR-Produktion mit anschließenen SDR-Grading-Verfahren in der Postproduktion bietet gegenüber dem zur Abwärtskompatibilität gängigen Workflow der statischen Echtzeit-Farbraumtransformation mit dualem Live-HDR-/SDR-Monitoring am Set deutliche Vorteile in Bezug auf Lichtgestaltung.
EMT: Was begeistert Sie am meisten an Ihrer Tätigkeit?
Justus Mai: Lichttechnik und -design interessieren mich schon lange. Die für mich in den letzten Jahren neu entdeckte Schnittstelle zwischen Lichtdesign und Kameratechnik in Form von kameraorientierter Beleuchtung bildet aktuell eines meiner größten Interessensfelder. Die Kombination von technischem Background mit künstlerischer Arbeit finde ich dabei besonders faszinierend.
EMT: Welche Kompetenzen sollten Berufseinsteiger (EMT/SLK-Studierende) heutzutage aufweisen?
Justus Mai: Neben Grundkenntnissen in der jeweiligen Materie je nach Gewerk und Schwerpunkt vor allem Motivation, Lernbereitschaft und Spaß an der Arbeit im Team.
EMT: Wie wichtig ist aus Ihrer Sicht praktische (Vor-)Erfahrungen für den Berufseinstieg?
Justus Mai: Praktische Vorerfahrung ist wahrscheinlich nicht zwingend notwendig, hat mir beispielsweise aber schon in vielen Situationen geholfen.