Die Studierenden des Studiengangs Strategische Live-Kommunikation (SLK) haben im Modul „Immersive Audio“ ein binaurales 3D-Hörspiel entwickelt, das den Studienstandort Gießen erlebbar macht.
Die Aufgabe verband technisches Know-how mit strategischem Marketing – von der Ideenfindung über Field-Recordings bis hin zum Einsatz externer Sprecherinnen und Sprecher. Mit viel Kreativität, Humor und Herz wurden authentische Szenen aus dem Studierendenleben in Gießen umgesetzt.
Das Ergebnis: ein mitreißendes Hörspiel, das Lust auf Gießen macht. Also: Kopfhörer auf & Augen zu! 🎧
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Im Rahmen des Moduls „Immersive Audio“ (alte PO: „Akustik und Multimedia“) hatten die Studierenden des Studiengangs Strategische Live-Kommunikation (SLK) die Aufgabe, eine professionelle Audioproduktion in einem technologisch fortschrittlichen Format zu erstellen. Den Studierenden wurden verschiedene Optionen für Themen und Technologien angeboten. Die Wahl fiel auf die Produktion eines binauralen 3D-Audio-Hörspiels, um den Studienstandort Gießen strategisch zu stärken und zu bewerben.
Hier wird die interdisziplinäre Ausrichtung der Studiengänge EMT und SLK deutlich: Es ging auch im rein technischen Modul „Immersive Audio“ nicht allein um die technischen Aspekte der Produktion, sondern auch um die Marketingaspekte. Ein strategisches Ziel des Hörspiels war es, Studieninteressierten einen Einblick in das Studierendenleben in Gießen zu ermöglichen und sie für den Studienstandort Gießen zu begeistern. In der Tat keine ganz triviale Aufgabe. Das Hörspiel sollte dabei die Zielgeneration ansprechen und einen realistischen Einblick bieten - mit mancher Härte und Humor, aber mit einem weichen Kern und viel Herz.
Die Gruppe der Studierenden war in die Gewerke Projektleitung, Kreativteam und Audioproduktion unterteilt und hat gemeinsam von der Grundidee bis zur fertigen Produktion alle Schritte des Projekts durchlaufen. Studierende konnten neben der Rolle im eigenen Team auch in den anderen Teams mitwirken. Die Gruppe hat unter anderem auch diverse externe Sprecher*innen akquiriert, viele Orte in der Stadt besichtigt und „belauscht“, Field-Recordings und Live-Interviews in Clubs oder auf der Straße durchgeführt. Ja, sie haben sogar einen Döner-Spieß mikrofoniert!
Die Projektgruppe wurde von Prof. Dr. Benjamin Bernschütz als Modulverantwortlicher und Experte für Spatial Audio (u.a. Dissertationsthema) eng begleitet und unterstützt. Weiterhin trat Anika Brettschneider, die Projektkoordinatorin des Fachbereichs MuK GI, den Studierenden gegenüber als Kundin auf, die den Auftrag für die Produktion im Sinne einer Marketingmaßnahme angestoßen und begleitet hat. Sie hat das Projekt durchgehend betreut und intensiv vom Start bis in die letzte Phase unterstützt. Wobei sich den Studierenden erst mit der Zeit offenbarte, wie sehr sie den Aufwand hinter solchen Produktionen anfangs unterschätzt hatten. Aber auch, wie viel Spaß die Produktion machen kann. Trotz vereinzelter Rückschläge, langer Schichten und mitunter auch mal harscher Kritik hat die Gruppe dies stets als Ansporn verstanden und das Projekt erfolgreich finalisiert. Mit einem durchaus hörenswerten Ergebnis.
Kurze Erläuterung des Technischen Hintergrundes
Für das Hörspiel wurde die Binauralsynthese genutzt und es wurde speziell für eine Wiedergabe über Kopfhörer entwickelt.
Die Grundidee der Binauraltechnik ist folgende: „Wenn man ein technisches System hat, das am Eingang der Gehörgänge genau die gleichen und physikalisch korrekten Schalldruckverläufe erzeugen kann, die eine echte Schallquelle erzeugen würde, so kann man eine technisch virtuell generierte Quelle nicht von einer echten Quelle unterscheiden.“ Mit Kopfhörern und geeigneter Signalverarbeitung kann man dieser theoretischen Forderung einigermaßen nahekommen.
So werden in der Audioproduktion trockene Audiosignale mithilfe von Binaural-Renderern mit HRTFs (Head-Related Transfer Functions) gefaltet. So bekommt das menschliche auditorische System die passenden Lokalisations-Cues angeboten und nimmt die Quellen außerhalb des Kopfes wahr. (Die Binauralsynthese hat dabei eine sehr enge Verwandtschaft zur klassischen Kunstkopfstereophonie.)
Wirklich sehr gut funktioniert die Binauralsynthese aber erst, wenn man Headtracking (Erfassung der Kopfdrehung) einbezieht und idealerweise noch individuelle HRTFs des Hörers verwendet, da jeder Kopf anatomisch etwas unterschiedlich ist. Hochwertige Systeme mit hohem Detailgrad wurden für weniger kritische Stimuli bereits erfolgreich auf das harte wissenschaftliche Kriterium der Ununterscheidbarkeit zwischen virtueller und realer Quellen getestet.
Für das Hörspiel bedeutet die Verwendung der Binauralsynthese, dass beim Hören über (idealerweise hochwertige) Kopfhörer die entsprechenden Binauralszenen groß und räumlich wirken und Schallereignisse im Raum zu schweben scheinen oder am Hörer vorbeiziehen. Die Wahrnehmung kann jedoch von Person zu Person variieren – abhängig von der anatomischen Übereinstimmung des Kopfes mit den generischen HRTFs, die bei der Produktion verwendet wurden.
Veröffentlichung & Download
Das Hörspiel ist auf YouTube sowie der Website vom FB MuK verfügbar. Für eine optimale Klangqualität können die Mediendateien auch direkt herunter geladen werden.
- WAVE (unkomprimiert): https://www.icloud.com/iclouddrive/089qTCt0TUGBk-CoDujzhZVfA
- MP3 (320 kbit/s): https://www.icloud.com/iclouddrive/0ff7TDUNbBMiDohYY9O1fUqig
- AAC (256 kbit/s): https://www.icloud.com/iclouddrive/08cp2HOHuNFCyS-09wxhUBIPA
🎧 Der Studiengang Strategische Live Kommunikation wünscht viel Spaß beim Anhören! 🎧
