1920px Flag of AustriaRebecca Bayer (26) studiert im Master Supply Chain Management am Fachbereich Management und Kommunikation der THM. Für ihr Auslandssemester zog es sie nach Lissabon.

„Devagar se vai ao longe“ – in der Ruhe liegt die Kraft.

Dieses portugiesische Sprichwort bringt gut auf den Punkt, was ich während meines Aufenthalts gelernt habe. Mit Geduld und kleinen Schritten erreicht man sehr viel.

Diese Geduld durfte ich besonders im Alltag lernen – zum Beispiel, wenn Google Maps zehn Minuten Fußweg anzeigt, aber zwei steile Hügel in Lissabon dazwischenliegen. Oder wenn das Treffen für die Gruppenarbeit nach mehrmaligem Anlauf erst nach dem Abendessen, Fußballspiel oder Oma-Besuch frühestens um 22 Uhr beginnen kann. Gleichzeitig habe ich in Portugal eine Herzlichkeit erlebt, die in Deutschland manchmal fehlt. Schon bei der Begrüßung durch die Direktorin und dem Willkommensbuffet der Universität fühlte ich mich sehr willkommen – sie betonte sogar, dass man auch über das Studium hinaus gerne in Portugal bleiben dürfe.

Neben den naheliegenden Gründen wie der Tatsache, dass mein Studium an der THM zu großen Teilen auf Englisch erfolgt und Internationalität in der Logistik eine zentrale Rolle spielt, hat mich das Auslandssemester auch persönlich vorangebracht.

Vorbereitung und Unterstützung

Meine Entscheidung für ein Auslandssemester fiel bereits kurz nach Beginn meines Masterstudiums. Knapp ein Jahr vor der geplanten Abreise bewarb ich mich – und wurde vom International Office in Friedberg jederzeit freundlich und zuverlässig unterstützt, sowohl persönlich als auch per E-Mail. Die Wahl fiel auf Lissabon, da die THM – und speziell der Studiengang Supply Chain Management – eine Kooperation mit der ISCTE Business School pflegt. Auch ehemalige Studierende, die dort bereits ihr Auslandssemester verbracht hatten, wurden mir vom International Office als Ansprechpersonen vermittelt.

Studium an der ISCTE Business School

An der ISCTE belegte ich englischsprachige Module wie Entrepreneurship and Business Venturing, Management Policies for Sustainability sowie einen Portugiesisch-Kurs. Diese Kurse waren sehr interaktiv gestaltet – klassische Vorlesungen gab es kaum. Stattdessen standen Gruppenarbeiten, Präsentationen in verschiedenen Teamkonstellationen mit portugiesischen und internationalen Studierenden auf dem Programm. Gerade dieser Austausch mit Studierenden aus ganz Europa hat das Lernen spannend und abwechslungsreich gemacht. Besonders beeindruckt hat mich, wie viel Wert in Portugal auf Soft Skills wie Präsentationsfähigkeit und Teamarbeit gelegt wird – Kompetenzen, die auch im Berufsleben von großer Bedeutung sind.

Erlebnisse außerhalb des Hörsaals

Neben dem Studium blieb genug Zeit, um Portugal zu entdecken – und das lohnt sich sehr! Nicht nur das lebhafte, herzliche Lissabon, sondern auch die spektakulären Klippen und Stränden an der Algarve, historische Städte im Norden und die atemberaubende Natur der Azoren: Das Land hat unglaublich viel zu bieten. Am schönsten ist es, diese Orte gemeinsam mit einer Gruppe internationaler Studierender zu erkunden, die man am einfachsten zu Anfang des Semesters bei den sehr gut organisierten Orientierungstagen kennen lernen kann.

Mein Fazit

Rückblickend war das Auslandssemester eine der besten Entscheidungen meines Lebens. Ich habe nicht nur sprachlich und fachlich viel dazugelernt, sondern mich auch persönlich weiterentwickelt. Ob im internationalen Berufsumfeld oder in langen Meetings – die in Lissabon gelernte Geduld und Offenheit begleiten mich weiterhin. Ich kann jedem nur ans Herz legen, diesen Schritt zu wagen. Es lohnt sich – auf allen Ebenen.

Impressionen

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