klein Olivia BearbeitetOlivia Erb hat sich dazu entschieden ein Auslandssemester an der New Design University in St. Pölten, Österreich zu verbringen. Ein kurzes Interview soll Ihnen einen Einblick in das Studentenleben an der NDU geben.

Welche Module haben Sie an der NDU belegt?

 Ich habe überwiegend Module aus dem Studiengang Eventengineering und einige Wahlpflichtmodule belegt. Die Wahlpflichtmodule an der NDU sind gesamtübergreifend für alle Studiengänge. Da ich an der THM keine Pflichtmodule mehr erfüllen musste, konnte ich an der NDU aus allen Modulen des Studiengangs frei wählen – egal aus welchem Semester

Können Sie uns einen kurzen Überblick zu den jeweiligen Modulen geben?

Eventdesgin – Im Grunde genommen kann das Modul als eine Art Ergänzung zum Modul Eventmanagement I an der THM angesehen werden. Es werden Themen behandelt wie Evaluationsarten, Künstlerbetreuung und Ticketing.

Informatik – Leider behandelt das Modul nicht, wie im Modulhandbuch geschrieben, die Grundlagen des Aufbaus eines PCs, sondern in erster Linie die Grundlagen von Adobe Photoshop. Dennoch kann man hier einiges lernen und der Dozent ist sehr sympathisch.

Sicherheit 1 – In dem Modul werden die Basics für die Fluchtwegeplanung und weitere Sicherheitsrelevante Dinge gelehrt (Unterschiedliche Feuerlöscher Typen). In diesem Modul wurde auch im Rahmen der CoVid-19 Pandemie mögliche Hygienemaßnahmen erläutert.

Krisenmanagement – Hier schaut man sich die Basics von Krisenmanagement an wie bspw. Was eine Krise ist, wer am Krisenmanagement beteiligt sein sollte, was ein Krisenstab ist etc.. Alles in allem war das Modul interessant, aber letztlich habe ich mir wesentlich mehr Inhalt erhofft.

Mitarbeiterführung – Das Modul behandelt die Entstehung von unterschiedlichen Mitarbeiterführungs-Theorien. Ich persönlich konnte für meine Zukunft leider nicht viel aus dem Modul mitnehmen, da wir keinerlei praktische Anwendungsbeispiele durchgenommen haben. Ich habe erwartet, dass wir Verhaltensweisen oder Kommunikationstechniken lernen, die man als Führungskraft benötigen kann bzw. wie man auf die Bedürfnisse der Mitarbeiter eingeht.

Business Events – Das Modul behandelt alles bei der Planung eines Business Events beachtet werden muss. Inhalte sind bspw.: Programmplanung, Messestandplanung, Technik die es für Business Events gibt (Dolmetschertechnik, Videotechnik etc.). Alle Themen werden an der Oberfläche angeschnitten.

Einführung in die Adobe creative cloud – das Modul ist eines der Wahlpflichtmodule aus dem breiten Katalog der NDU. Hier werden die Grundlegende Tools und Arbeitsweisen mit den Adobe Programmen Illustrator, Photoshop und InDesign gelehrt. Am Ende des Moduls kann man mit allen drei Programmen Basic aufgaben sehr gut lösen und hat die Programme so weit verstanden, dass es kein Problem ist sich selbstständig mithilfe von Videos tiefer einzuarbeiten.

Portfoliogestaltung – Das Modul Portfoliogestaltung ist für alle Personen, die sich in naher Zukunft bei potenziellen Arbeitgebern bewerben möchte, ein absolut empfehlenswertes Modul. Neben den Basics, was alles in einer Bewerbung (Lebenslauf, Anschreiben und Arbeitsproben) inhaltlich enthalten sein soll, zeigt einem der Dozent im Modul hauptsächlich wie man die Bewerbung optisch ansprechend aufbauen und designen kann. So wird die Bewerbung schnell zu einem Hingucker.

Hybride Events / Live-Streaming – Hier lernt man viele interessante Inhalte die sich mit der Veranstaltungstechnik beschäftigen, welche zum Einsatz bei einem Live Stream benötigt werden

Zu welchem Zeitpunkt war Ihnen klar, dass Sie ein Semester im Ausland verbringen wollen?

Eine Kommilitonin erzählte mir von ihren aktuellen Erfahrungen an der NDU (sie war das Semester vor mir dort). Ich musste im 7. Semester noch 2 Wahlpflichtmodule absolvieren. Da mich die angebotenen Wahlpflichtmodule an der THM nicht vollständig überzeugten, und einige Module an der NDU sehr interessant klangen, habe ich mich kurzfristig dazu entschieden ein Auslandssemester zu absolvieren. Da nach wie vor alle Module an der THM online stattfanden, hatte ich zudem die Möglichkeit mein letztes verbleibendes Pflichtmodul in Deutschland online zu belegen. Irgendwie bin ich durch unterschiedliche Telefonate und Gespräche „einfach so“ reingerutscht und da es noch freie Plätze an der NDU gab, konnte ich alle notwendigen Dinge noch „kurzfristig“ organisieren und benötigte nicht 1 Jahr Vorbereitungszeit wie es bei manch anderen Auslandssemester der Fall ist.

Was begeistert Sie an der NDU?

Am Ende vom Tag begeisterte mich an der NDU vor allem die Kreativität. Dadurch dass die Wahlpflichtmodule für alle Studiengänge übergreifend sind, kann man auch Module belegen, die im ersten Moment nicht zum Studiengang passt. Dies hat natürlich zur Folge, dass deutlich weniger Vertiefungsmodule in Form von Wahlpflichtmodule für die einzelnen Studiengänge angeboten werden können, da bspw. In Event Modulen dann auch Studierende dabei sind, die keinerlei grundlagenwissen im Bereich Events haben.

Außerdem hat die NDU innerhalb des Campus zwei Werkstätten, die jeden Tag in der Woche abends von Fachpersonal belegt sind. So kann man sich selbst Projekte überlegen und diese in der Holzwerkstatt umsetzten. Wenn man noch keine Vorkenntnisse hat und Hilfe benötigt, steht einem immer ein Dozent zur Seite. Zusätzlich gibt es einen Lasercutter, den man nach einer zweistündigen Einführung jederzeit selbstständig nutzen kann. Möchte man sich also in seiner Freizeit kreativ etwas ausprobieren, ist man an der NDU definitiv richtig. Auch einige Wahlpflichtmodule aus dem Design Bereich sind sehr interessant und bieten einem nochmal einen anderen Einblick und man kann sich Fähigkeiten aneignen, die man immer wieder benötigen wird.

Wie lief es während der Pandemie?

Bevor ich nach Österreich ging, hatte ich ein wenig die Hoffnung, dass viele Vorlesungen in Präsenz stattfinden würden. In den ersten 6 Wochen war dies auch der Fall: 70% der Vorlesungen fanden vor Ort statt. Jedoch beschloss Österreich ab November wieder einen Lockdown, weshalb ab da alle Vorlesungen online stattfanden. Die Werkstätten hatten allerdings dennoch weiterhin geöffnet, was für den Alltag eine schöne Abwechslung war.

Was können Sie Studierenden empfehlen, die überlegen ein Auslandsemester zu machen?

Es lohnt sich an einem Zeitpunkt ins Ausland zu gehen, wo man mehr Freiheiten hat was die Wahlpflichtmodule angeht und sich durch einen Auslandsaufenthalt das Studium nicht um 1 Jahr verlängert. Außerdem ist es gut, wenn man nicht zu viele Module belegt und dadurch mehr Zeit hat, um Ausflüge oder Kurzurlaube zu machen. Zudem lohnt es sich, zusammen ins Ausland zu gehen (mit einer Freundin oder einem Freund). Das gibt einem einen gewissen Rückhalt, falls etwas nicht so gut läuft, man etwas nicht versteht oder man einfach jemanden zum Austauschen braucht.

Wie finanzierten Sie Ihren Aufenthalt?

Zum einem habe ich ein Erasmus Stipendium erhalten. Da ich leider keinen Anspruch auf Bafög habe und zu spät war, um mich für Stipendien zu bewerben, haben mich meine Eltern finanziell unterstützt.