Madeleine und Bayardalai (rechts) verdanken ihre Freundschaft dem „International Buddy Program“ der THM. Rund 70 studentische Zweier-Teams haben sich im laufenden Sommersemester an der TH Mittelhessen gebildet, um ein Anliegen des International Office der Hochschule in die Praxis umzusetzen. Das „International Buddy Program“ der THM bringt „Newcomer“ mit „Oldies“ zusammen. Das bewährte Duo-Modell erleichtert Neuankömmlingen aus dem Ausland, sich hier einzuleben. Die Rolle des fest zugeordneten Ansprechpartners übernehmen dabei Studentinnen und Studenten, die sich auf dem Campus, in der Stadt und im deutschen Alltag auskennen.

Buddy meint im Englischen Kumpel. Unter diesem Motto sind auch Madeleine Koch, eine 22-jährige BWL-Studentin aus Gießen, und Bayardalai Sandagdorj, die aus Sainschand in der Mongolei stammt, miteinander in Kontakt getreten. Die 25-Jährige hat schon in ihrem Heimatland Betriebswirtschaft studiert und absolviert zurzeit ihr erstes Semester am Fachbereich Wirtschaft. An der THM ist sie zwar Newcomerin, aber die Hochschulstadt ist ihr nicht neu. Sie kam 2013 nach Deutschland, eine Au-Pair-Agentur vermittelte sie nach Gießen. Bevor sie das Studium aufnahm, lebte sie in einer Gastfamilie, deren Kinder sie nachmittags betreute. Auf dem Vormittagsprogramm standen Deutschkurse.

Beide wollen sich an der THM mit dem Bachelor in Betriebswirtschaft qualifizieren und daran ein Masterstudium anschließen. Dabei kann die ältere Newcomerin von den Tipps und Skripten ihrer jüngeren, aber im Studiengang fortgeschritteneren Begleiterin profitieren. Madeleine ist im sechsten Semester und teilt als hilfsbereiter Oldie ihr Wissen gern mit Bayardalai. Doch es geht bei ihren Begegnungen nicht bloß um betriebswirtschaftlichen Lernstoff, Leistungsnachweise und Campusthemen. Sie machen keinen Hehl daraus, dass ihr Buddy-Dasein viel Spaß bei der gemeinsamen Freizeitgestaltung bringt.

Die Hochschule bietet den Duos ein interkulturell angelegtes Programm, das Treffen in größerem Kreis und auch Exkursionen vorsieht. So hatten die beiden schon Gelegenheit, in einer Buddy-Gruppe den Frankfurter Zoo und den Edersee zu besuchen. Auf dem Hessentag in Hofgeismar waren sie auch gemeinsam. Beide sind glücklich darüber, einander durch die Initiative des International Office „über den Weg gelaufen“ zu sein. „Ich bin richtig begeistert, weil ich einen so tollen Buddy kennengelernt habe“, bekennt Madeleine. Sie hat selbst eine Studienphase in Montpellier absolviert und weiß, wie wichtig gemeinsame Aktivitäten mit Einheimischen für die Integration im Ausland sind.

Bayardalai nennt ihr Interesse an Lernfortschritten als Motivation: „Es ist gut, etwas mit anderen zu unternehmen, zum Beispiel damit ich mein Deutsch verbessern kann.“ Doch sie lässt keinen Zweifel daran, mit Madeleine mehr als eine Studienlotsin und Sprachtrainerin gewonnen zu haben: „Unsere Freundschaft hört nicht auf, wenn das Semester vorbei ist.“ Das bestätigt ihre Gießener Freundin, die bedauert, dass sie die Mongolei bisher nur aus Filmen kennt. Aber daran könne man ja etwas ändern, ergänzt sie. Im selben Moment lächelt die Newcomerin neben ihr, als freue sie sich schon darauf, dann die Oldie-Rolle zu übernehmen.