Die Professoren Dr. Peter Czermak und Dr. Frank RunkelDie Professoren Dr. Peter Czermak und Dr. Frank Runkel haben bei der Ausschreibung um den „Forschungspreis der Hessischen Hochschulen für Angewandte Wissenschaften" den ersten Platz belegt. Die beiden Wissenschaftler, die am Institut für Biopharmazeutische Technologie der Fachhochschule Gießen-Friedberg arbeiten, hatten sich mit dem Projekt „Entwicklung und Charakterisierung von neuen Arzneiformen zum zielgerichteten Wirkstofftransport am Beispiel von biotechnologisch hergestellten zyklischen Aminosäuren zur Behandlung entzündlicher Hautkrankheiten" beworben. Der erste Preis ist mit 12.500 Euro dotiert. Kooperationspartner des Projekts, das vom Bundeswirtschaftsministerium mit 225.000 Euro unterstützt wurde, war das mittelständische Pharmaunternehmen Engelhard Arzneimittel aus Niederdorfelden. Den zweiten und dritten Preis verlieh die Jury an Prof. Dr. Gerhard Silber (FH Frankfurt) und Prof. Dr. Friedemann Völklein (FH Wiesbaden).

Die Gießener Forscher befassten sich mit der Galenik von Arzneimitteln, das heißt mit der Frage, in welcher Form eine Arznei wirkt und wie sie aktiv und zielgerichtet ihren Wirkort erreicht. Projektziel war es, galenische Formulierungen mit biotechnologisch hergestellten zyklischen Aminosäuren auf der Basis von Nano- und Mikroemulsionen herzustellen und anhand von geeigneten Modellen, vorklinischen Untersuchungen und ersten klinischen Erhebungen auf ihre Eignung zur Behandlung entzündlicher Hauterkrankungen zu beurteilen. Die zu bearbeitenden Substanzen wurden bislang nicht zur Behandlung derartiger Krankheiten eingesetzt. Gleichzeitig befasste sich das Institut für Biopharmazeutische Technologie mit der Verbesserung der verfahrenstechnischen Herstellungsmethoden, um die Voraussetzung für die Übertragung in den Produktionsmaßstab zu schaffen.

Präklinische und klinische Studien des Kooperationspartners Engelhardt Arzneimittel weisen darauf hin, dass besonders bei der Langzeitanwendung der von Czermak und Runkel entwickelten Produkte mit sehr guten Behandlungsergebnissen zum Beispiel bei der Schuppenflechte zu rechnen ist.

Der Forschungspreis wurde von der Konferenz Hessischer Fachhochschulpräsidien (KHF) im Rahmen der Kampagne „Forschung für die Praxis" in diesem Jahr erstmals vergeben. Bei der Preisverleihung in Darmstadt betonte Prof. Dr. Günther Grabatin, stellvertretender KHF-Vorsitzender und Präsident der FH Gießen-Friedberg, dass anwendungsorientierte Forschung zu einem Markenzeichen der hessischen Fachhochschulen geworden sei. „Wir möchten unsere Forschungsleistungen im Rahmen von Forschungstagen, Messen und Ausstellungen, in Publikationen und auf Fachkonferenzen offensiv darstellen und damit neue Projekte einwerben. Zur Kampagne gehört natürlich auch, dass wir zeigen, was wir können und dass wir Spitzenleistungen gebührend in den Vordergrund stellen." Der Forschungspreis, der insgesamt mit 30.000 Euro dotiert ist, soll künftig alle zwei Jahre vergeben werden.