Nach der Ehrung in Gießen: Preisträger Prof. Peter Czermak (Mitte) mit  Ingmar Jung, Staatssekretär im Hessischen Ministerium für Wissenschaft  und Kunst (links), und Prof. Günther Grabatin, Vorsitzender der  Konferenz Hessischer FachhochschulpräsidienProf. Dr. Peter Czermak hat beim Wettbewerb um den „Forschungspreis der Hessischen Hochschulen für Angewandte Wissenschaften den zweiten Platz belegt. Der Wissenschaftler, der am Institut für Biopharmazeutische der Fachhochschule Gießen-Friedberg arbeitet, hatte sich mit dem Projekt „Produktionssystem zur Herstellung von stammzellbasierten Transplantaten zur Zell-Therapie“ beworben. Den ersten und den dritten Preis verlieh die Jury an Prof. Dr. Claus Reis (FH Frankfurt) und Prof. Dr. Matthias Brinkmann (Hochschule Darmstadt).

Der zweite Preis ist mit 10.000 Euro dotiert. Kooperationspartner des Projekts, das vom Bundeswirtschaftsministerium mit 220.000 Euro unterstützt wurde, war die Alzenauer Cellmed AG.

Vielen Patienten, die beispielsweise an Parkinson, Diabetes mellitus oder anderen hormonellen Erkrankungen leiden, könnte eine Zelltherapie helfen. Dabei werden als Ersatz oder Unterstützung funktionsgestörter Zellverbände oder Organe Zellen eingesetzt, die außerhalb des Körpers präpariert wurden. Die dazu benötigten Stammzellen können aber in herkömmlichen Kultivierungssystemen nur sehr aufwändig in ausreichender Menge hergestellt werden. Ziel von Czermak und seiner Forschungsgruppe war es, einen Prozess zur rationellen Produktion von stammzellbasierten Implantaten zu entwickeln. Festbettreaktoren bieten den Zellen eine geeignete Wachstumsoberfläche an der sie anhaften können. Die Vorteile beim Einsatz von Festbettreaktoren liegen in der guten Automatisierbarkeit und den schonenden Kulturbedingungen. Über Pumpen- und Ventilschaltungen werden dem Festbett Nährstofflösungen, Puffer zum Waschen der Zellen und Enzymlösungen für die Zellernte zugeführt.

Auf der Grundlage von Erkenntnissen, die zuvor im Labormaßstab gewonnen wurden, konnte das Team ein Verfahren für Anwendungen in größeren Reaktorsystemen beschreiben und experimentell überprüfen. Die Untersuchungen belegen, dass sich Stammzellen in Festbettreaktor-Systemen erfolgreich im Produktionsmaßstab kultivieren lassen.

Der Forschungspreis wurde von der Konferenz Hessischer Fachhochschulpräsidien im Rahmen der Kampagne „Forschung für die Praxis“ in diesem Jahr zum zweiten Mal vergeben.