Einen Erweiterungsbau des Fermeldeamtes sieht die Arbeit von Marcelina Ommer, Mirca Eichner und Katharina Peter vor.Was aus der Alten Post in der Gießener Bahnhofstraße wird, weiß niemand. Was aus ihr werden könnte, darüber machten sich Architekturstudentinnen und -studenten der TH Mittelhessen Gedanken. Prof. Nikolaus Zieske, der das Fachgebiet Bauen im Bestand vertritt, stellte dazu die Entwurfsaufgabe.

Gegenstand der Planung waren die Alte Post und das dahinterliegende Fernmeldeamt. Die Bauwerke stehen unter Denkmalschutz. In den beiden Gebäuden sollten barrierefrei eine Jugendherberge mit 180 Betten und ein oder zwei Veranstaltungssäle für jeweils 300 Personen untergebracht werden. Für die Gießener Musik- und Theaterszene waren Proberäume vorzusehen. Die Freiflächen sollten gestaltet und so der städtische Raum geordnet werden.

In Zweier- und Dreiergruppen machten sich die Masterstudenten an die Arbeit. Der Eigentümer der Immobilien gab Ihnen Gelegenheit, die Gebäude zu besichtigen. Neben Zieske unterstützten Francesco Leoni, Gastprofessor aus Italien, und die Architektin Ulrike Wassermann die Teams.

Der Entwurf von Jonas Kurtscheid, Karsten Heuser und Jan Peter Pfuhlmann zeigt, dass ein Hochhaus von 58 Metern sich gut in den Stadtraum einfügt.Zehn Entwürfe wurden schließlich präsentiert. „Die Ergebnisse reichen von einer behutsamen Revitalisierung und Erweiterung der Gebäude bis zu Visionen, auf dem Gelände ein Hochhaus zu platzieren oder gar anstatt der Dachlandschaft auf dem Alten Post-Gebäude eine „fliegende Brücke“, die eine gehobene Gastronomie beherbergen könnte, vorzuschlagen“, fasst Ulrike Wassermann ihre Eindrücke zusammen. Weitere Ideen sehen zum Beispiel die Erweiterung des Mathematikums unter dem Hof der Alten Post vor oder trennen die Freifläche zwischen den Gebäuden durch ein Foyer von der öffentlichen Straße ab.

In allen Entwürfen sollen die Fassaden der Alten Post restauriert und die historischen Eingänge reaktiviert werden. Im Erdgeschoss sind jeweils öffentliche Nutzungen durch Cafés oder Restaurants vorgesehen. Die 45 Hostelzimmer werden überall in den Obergeschossen eingerichtet.

Seit mehr als 20 Jahren steht die Alte Post leer. Und ein Ende ist nicht abzusehen. Die Studentinnen und Studenten waren sich aber darüber einig, dass die Realisierung ihrer Planungsideen dem Ort gut täten.