Preisträgerin Nora BeckmannNora Beckmann ist erste Trägerin des Karl-Goldschmidt-Preises. Die Ingenieurin hat ihr Maschinenbaustudium an der TH Mittelhessen 2013 mit dem Diplom in der Fachrichtung Entwicklungs- und Fertigungsmethodik abgeschlossen. Die Essener Goldschmidt-Stiftung zeichnet mit dem Preis hervorragende ingenieurwissenschaftliche Abschlussarbeiten von Absolventen ohne Abitur oder Fachhochschulreife aus. Er ist mit 5000 Euro dotiert.

In ihrer Diplomarbeit am Gießener Fachbereich Maschinenbau und Energietechnik untersuchte Nora Beckmann, welche mechanischen Einflüsse der Blutpumpe eines Dialysegeräts zur Zerstörung der roten Blutkörperchen führen. Sie isolierte Einflussfaktoren und ihre Wirkung. Die Umsetzung ihrer Verbesserungsvorschläge könnte die Therapie für Patienten verträglicher machen. Ausgeführt hat die gebürtige Stralsunderin ihre Arbeit beim Medizintechnikunternehmen B.Braun Avitum in Melsungen. An der Hochschule war Prof. Dr. Thorsten Beck ihr Betreuer.

Laudator und Jurymitglied Prof. Dr. Kurt Tönshoff bescheinigte der Preisträgerin „Mut, Kompetenz, Zähigkeit und Zielstrebigkeit“ bei der Bewältigung ihrer umfangreichen Aufgabe. Beckmanns Arbeit sei ein „wichtiger Rationalisierungsbaustein“, der zu einer Vereinfachung der Fertigung führen könne.

Preisverleihung (von links): Georg Peters (stellvertretender Vorsitzender der Goldschmidt-Stiftung), Dr. Stephan Goldschmidt (Stiftungsvorsitzender), Preisträgerin Nora Beckmann, Thomas Veltkamp (Hochschule Niederrhein), der mit einem Sonderpreis ausgezeichnet wurde, Laudator Prof. Dr. Kurt Tönshoff und THM-Präsident Prof. Dr. Günther Grabatin Nora Beckmann wuchs in Hamburg auf, schloss dort 2002 ihre Lehre als Bauzeichnerin ab und arbeitete anschließend fünf Jahre in diesem Beruf. Ihr Studium, das sie unter anderem durch die Arbeit als studentische Hilfskraft selbst finanzierte, begann sie 2008. In ihrer Dankesrede hob sie die hervorragende Betreuung hervor, die ihr an der Hochschule und im Unternehmen zuteil wurde. „Ich bin die erste Akademikerin in meiner Familie. Die Möglichkeit zu studieren ist für mich nicht selbstverständlich“, betonte die Preisträgerin.

Seit einem Jahr arbeitet die 32-Jährige als Entwicklungsingenieurin bei der Ampack GmbH, einem zur Bosch-Gruppe gehörenden Unternehmen im bayerischen Königsbrunn. Sie habe aber „weiterhin großes Interesse an neuen spannenden Aufgabengebieten in Wissenschaft und Forschung. Ich hoffe, dass ich in Zukunft noch weitere Gelegenheiten bekomme, solche Themen zu bearbeiten“.

Der Karl-Goldschmidt-Preis soll in Zukunft einmal jährlich vergeben werden. Bewerbungen für 2016 sind bis Ende Oktober möglich. Nähere Informationen gibt es unter www.vvgoldschmidt.de/goldschmidt-stiftung